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5 Tipps gegen den Welpenblues

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Welpenblues - und 5 Tipps, wie Du gut durch die wilde Zeit mit Welpe kommst

Welpenblues? Was ist das denn?

Welpenblues?

 

Ganz ehrlich, davon hatte ich noch nie was gehört. Bis er mich am Wickel hatte, der Blues. Und zwar so richtig fies. Da kann kaum eine junge Mutter mithalten, ehrlich - auch es wenn Statistiken zufolge zwischen 50 und 80% trifft (Quelle: http://www.familie.de/schwangerschaft/babyblues). Ich hab auch ohne Säugling an der Brust sämtliche Tiefs mitgemacht.

 

Und deswegen kommen hier meine fünf einfachen Tipps, wie Du (natürlich zusammen mit Deinem Hund) gut durch die aufregende, anstrengende, spannende Welpenzeit kommst. 

 

Aber der Reihe nach.

 

Wir hatten die Entscheidung für einen Welpen ja lehrbuchmäßig durchgeplant und optimal organisiert (wie immer bei uns ☺). Mit Checklisten und allem, was dazu gehört.

Dann kam Tag X.

Der erste Tag allein mit Sophie - wenigstens so lange, bis Superhero-Herrchen aus dem Büro heimkam.

Und schon war sie da, die große Unsicherheit. 

Was mach ich denn jetzt bloß die vielen Stunden mit dem Hund?  Soll ich jetzt wirklich schon mit der ganzen 'Erziehung' anfangen? Was braucht Sophie, hat sie Hunger, hat sie Durst, muss sie raus, will sie spielen  - und warum guckt sie mich gerade so komisch an?

 

Sophie war nämlich von Anfang an irgendwie gaaaanz anders als die Welpen, die in den Hunde-Ratgebern beschrieben wurden.

Ständig hinterherlaufen? Nö.

Bällchen jagen, an Stöckchen knabbern oder an Socken zerren? Nö.

Im Garten toben? Nö.

Überhaupt gerne raus wollen? Nö.

Anzeigen, wenn man muss? Nö. (Zum Thema 'Der lange Weg zur Stubenreinheit' gibt's noch einen extra Blog-Beitrag ...)

Mit Herrchen oder Frauchen knuddeln? Nö.

 

Sophie saß nur da wie ein weißer Wattebausch und starrte mich aus ihren tiefschwarzen Kulleraugen an. Hin und wieder machte sie aus dem Stand ein Pfützchen. Oder ein Poo.

 

Und während wir uns so anstarrten, mein sehnlichst gewünschter Seelenhund und ich, schnappte mich der Blues.

Statt Harmonie, Bindung, Freundschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl nur Angst davor, Fehler zu machen, Unsicherheit - und ganz viel Verdauung.

Für die nächsten zehn, fünfzehn Jahre ... 

Ich hatte mir das irgendwie anders vorgestellt.

Ganz anders. 

 

Welpenblues

 

 

 

 

 

"Ich glaub, ich schaff das alles nicht ..."

Was mit einem Welpen alles schiefgehen kann ...

Plötzlich wurde mir klar, wie viel Verantwortung wir gegenüber dem kleinen Wollknäuel hatten. Tausend Sachen konnten schiefgehen.

Falsche Erziehung. Keine Bindung zum Hund. Kein gegenseitiges Vertrauen. Zu wenig Futter. Zu viel Futter. Das falsche Futter - hat sie jetzt gerade schon wieder gepinkelt? Zu viel Wasser. Oder hat Sophie Nierenprobleme? Oh Gott, warum jagt sie denn plötzlich ihren eigenen Schwanz? Und wie sie mit den Beinchen zuckt, wenn man sie mal vorsichtig am Bauch krault ... Ist das ein epileptischer Anfall? Ein Gehirntumor?

 

Nach der ersten Woche war ich ein Wrack. Und Sophie bestimmt auch. Sie konnte es bloß nicht sagen.

 

Wir holten uns professionelle Hilfe - und zwar von einer Hundetrainerin, die sich auf Verhaltenstherapie spezialisiert hatte. Wenn schon, dann richtig.

Die Dame kam, sah und ging wieder. Mit dem Hinweis, dass Sophie etwas zurückhaltend und übervorsichtig, aber ansonsten ganz normal und kerngesund wäre und dass wir endlich mal auf unser Bauchgefühl hören sollten - sowie mit unserer Anmeldung zu ihrem mehrmonatigen Welpengrundkurs Teil 1 (aber dazu in einem anderen Artikel mehr ☺).

Natürlich ließen wir uns diese Prognosen gleich noch durch ihre Konkurrenz bestätigen (ebenfalls mit Anmeldung zum mehrmonatigen Welpengrundkurs Teil 1).

 

"Das mit dem Zusammenwachsen dauert Monate", sagte die gute Freundin beim nächsten Telefonat. "Jahre", unkten die anderen Hundehalter, denen wir begegneten. "Im dritten Jahr wird's endlich besser. Oder im vierten. Wenn Sie Glück haben."

 

Wir bedankten uns freundlich für die niederschmetternde Auskunft und verabschiedeten uns. Auch von der Idee, dass wir ab Tag 1 ein supertolles, total entspanntes, vertrauensvolles Rudel sein mussten.

 

Dann atmeten wir tief durch. Nahmen die Pfützchen im 5-Minuten-Takt mit Humor (und ganz viel Küchenpapier). Ließen Sophie auch mal aus den Augen (aber natürlich nur ganz kurz und nur in einem abgesicherten Raum :-) ). Freuten uns über jeden Körperkontakt, jedes kurze Spiel, jedes Schwanzwedeln. Lernten, was sie toll findet und was nicht.

 

Und es wurde wirklich besser. In ganz kleinen Schritten, fast unmerklich. Plötzlich war es gar nicht mehr so anstrengend, einen Welpen im Haus zu haben - vom Blues keine Spur mehr.

 

Und hier kommen sie endlich: Meine fünf persönlichen Favoriten, wie Du dem Welpenblues keine Chance gibst. Alle in Eigenerfahrung erprobt, getestet und für gut befunden ...

Tipp Nummer 1: Schau nicht danach, was die anderen machen/haben

Ich weiß, das ist schwer.

Es gibt gefühlt über tausend Ratgeber zum Thema 'Der Welpe ist da - und jetzt?', und Google spuckt noch mehr viel mehr Treffer aus.

Du gehst auf die Straße und begegnest im Minutentakt (scheinbar) perfekte Mensch-Hund-Teams.

Freunde, Familie und Nachbarn geben gute Ratschläge,

Aber es gibt nur genau ein Rudel, das so ist wie Deins. Und das seid Ihr selber, Du und Dein Hund.

 

Woher willst Du wissen, ob der perfekt im 'Fuß' laufende Schäferhund vom Nachbarn nicht schon sämtliche Socken im Haushalt aufgefressen hat? Ob der reizende kleine Malteser, der nur Augen für sein Frauchen hat, heimlich auf den Teppich pinkelt, wenn keiner guckt? Ob der Terrier, der so lustig Bällchen apportiert, auch nachts um 12 noch seine Runden in full speed dreht? 

 

Und da willst Du wirklich tauschen?

Na, also. 

Tipp Nummer 2: Versetz Dich in Deinen Hund

Du denkst, nur Du hast Probleme mit Deinem Welpen? Überleg mal, wie es Dir an seiner Stelle ginge:

  • plötzlich weg von der besten Mama der Welt (und den tollsten Geschwistern, die man sich wünschen kann). Ohne Vorwarnung. Ohne Rücktrittsklausel.
  • auf einmal in einer total fremden Welt, die so ganz anders riecht als daheim. Und wie's hier aussieht ... Ich will zu meiner Mama. Sofort.
  • allein mit Menschenwesen, die man höchstens ein, zwei Mal vorher kurz zu Gesicht gekriegt hat. Hat mich überhaupt mal einer gefragt, ob ich die gut finde?
  • konfrontiert mit einer ganzen Liste von neuen Regeln. Sitz, Platz und noch viel mehr komisches Zeug. Und wehe, ich pinkle mal meinen Protest aufs Parkett ...

Tja, so oder so ähnlich empfindet Dein Welpe gerade. Wie wär's mit ein bisschen Nachsicht? Wir sind doch alle keine Maschinen.

Tipp Nummer 3: Gib Euch alle Zeit der Welt

Siehe oben. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, oder? 

 

Beim einen Team geht's schneller, beim anderen etwas langsamer. Wenn alles gut geht, habt Ihr noch viele gemeinsame schöne Jahre vor Euch. Also, durchatmen.

 

Übrigens: Es wird der Tag kommen, wo Du bedauerst, dass Du keinen Welpen mehr im Haus hast. Du wirst in alten Fotos stöbern und die viel zu großen Tatzen vermissen, die riesige Stupsnase, das Tapsen und das Quietschen.

Und erst dieser süße Welpengeruch ... 

Tipp Nummer 4: Vertrau Deinem Bauchgefühl

Es ist wirklich wichtig, sich auf ein neues Familienmitglied vorzubereiten. Ja, lies so viele Ratgeber, wie Du kriegen kannst. Verbring jeden Abend vor dem Computer. Abonniere jede Zeitschrift.

Aber dann leg mal alles schön zur Seite und hör zu, was Dein Bauch Dir sagt. Der hat nämlich in den allermeisten Fällen Recht.

 

Muss Dein Welpe jetzt wirklich schon fünf Minuten im 'Sitz' bleiben, weil das Hundeexperte X erklärt? Ist es so wichtig, dass immer Du das Spiel mit Deinem Hund beginnst und beendest? Oder darf er auch mal mit dem Bällchen angesaust kommen und Ihr habt einfach schnell ein paar Minuten Spaß miteinander? Wird er spätestens in zwei Wochen die Weltherrschaft übernehmen, wenn Ihr abends zusammen auf dem Sofa kuschelt?

 

Was sagt Dein Bauch?

 

P.S.: Gerade beim Thema 'Hundeerziehung' gehen die (Lehr)Meinungen weit auseinander - je nachdem, wen Du gerade fragst. Und vieles, was vor fünf Jahren noch total wichtig war, ist heute absolut out.   

Tipp Nummer 5: Nimm's mit Humor

Mein absoluter Favorit. Wem hilft es, wenn Du gestresst, frustriert und wütend bist? Weder Dir noch Deiner kleinen Fellnase.

 

Du musst heute schon zum achten Mal das Parkett wischen? Kauf Dir Aktien vom Küchenpapier-Hersteller.

 

Schon wieder zwei Stockwerke runter in den Garten und wieder rauf? Andere geben dafür viel Geld im Fitness-Studio aus.

 

Ein angekauter Schuh? Wolltest Du nicht sowieso mal wieder neue?

 

Auch wenn's manchmal wirklich schwerfällt: nimm's mit viel Humor - wie (fast) alles in der Welpenzeit.

Die Du übrigens bald vermissen wirst.

Siehe Tipp Nummer 3.

So, das war's auch schon, meine ganz persönliche Bestenliste zum Thema 'Welpenblues'.

 

Und - wie war Deine erste Zeit mit Hund?

Warst Du unsicher, was auf Dich zukommt? Oder warst Du total gechillt? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

 

Oder steckst Du etwa noch mitten drin im Welpenwahnsinn? Du wünschst Dir praxiserprobte Unterstützung sowie ganz viele Tipps und Tricks zu Welpenerziehung, Beziehungsaufbau, Sozialisierung und, und, und?

 

Genau für Dich haben Sophie und ich uns ins Zeug gelegt und ein richtiges Mutmach-Buch geschrieben: 'Welpenblues - nein, danke! Welpenerziehung spielend leicht und ganz entspannt'.

Darin erfährst Du alles, was Du für einen rundum tollen Start ins Leben mit Hund brauchst - und der Welpenblues ist in Null Komma Nix vergessen. Garantiert :-).

 

Den Ratgeber bekommst Du ganz easy hier als Taschenbuch oder eBook. Hol ihn Dir am besten gleich!

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In diesem Sinne: alles wird gut ...

 

Bis zum nächsten Mal, beste Grüße von


Update

Update (fast genau ein Jahr später): So viele nette Menschen haben sich gemeldet und mir ihr Herz zum Thema 'Welpenblues' ausgeschüttet. Damit ich alle neuen Inputs berücksichtigen kann, habe ich mich entschlossen, noch mal 4 Extra-Tipps, also quasi 'Welpenblues 2.0', zu geben.

 

Schau doch gleich mal vorbei! :-) 

 

Update 2

 

So, nachdem dieser Blog-Artikel nicht nur von vielen netten Menschen kommentiert wurde, sondern auch von ein paar Honks, die seit Wochen fast täglich irgendwelche Zaubermittelchen oder sonstigen Quatsch hier bewerben wollen, habe ich mich entschlossen, den alten Artikel zu löschen. Schade um die vielen, vielen tollen Kommentare :-( - es tut mir echt in der Seele weh, dass sie jetzt auch alle weg sind ... :-(

 

Also, wer WIRKLICH etwas über seine Erfahrungen zum Thema 'Welpenblues' berichten will oder ernstgemeinte Fragen hat - bitte nutzt weiter die Kommentarfunktion. Sophie und ich freuen uns riesig über jeden Eurer Beiträge, und wir antworten auch mit einem eigenen Kommentar, wann immer es geht!

 

An alle anderen Vollpfosten: Nein, wir möchten keinen Zauber gegen Liebeskummer ausprobieren. Wirklich nicht.

 

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Kommentare: 56
  • #1

    Christoph (Sonntag, 28 Juni 2020 17:51)

    Hallo Claudia, das was du als Welpen-Blues beschreibst, ist unabhängig vom Alter der Fellnase. Telmo war 14 Monate alt als er mit seinen paar Habseligkeiten bei uns eingezogen ist, viele der Blues-Symptome kennen wir deshalb aus eigener Erfahrung. Aus heutiger Sicht bin ich überzeugt, diese Symptome waren wichtig, denn sie haben uns dazu veranlasst, uns sehr intensiv mit dem Thema Hund zu beschäftigen. Wer weiß, wären diese Symptome nicht gewesen, hätten wir uns vielleicht weniger Gedanken und dafür mehr (vermeidbare) Fehler gemacht.

    Das eigene Mensch-Hund-Team nicht mit Neid im Hintergrund mit anderen zu vergleichen, finde ich richtig. Man würde damit dem eigenen Hund Unrecht tun. Genau so individuell Menschen sind, sind es auch unsere vierbeinigen Freunde. Diese Individualität macht sie aus, den Hund aus dem Baukasten den ich mir nach eigenen Wünschen zusammenstellen kann, wird es hoffentlich nie geben. Obwohl, wenn ich mir manche Züchtungen ansehe könnte man glatt meinen, die ersten Versuche würden unternommen.

    Sehr gut gefällt mir dein 2. Tipp. Uns in den Hund versetzen, wenigstens zu versuchen einmal die Welt mit seinen Augen zu sehen, führt zwangsläufig dazu, sich auch mit seiner Art Kommunikation zu beschäftigen. Genau das sollte jeder Halter machen.

    Auch deinen 3. Tipp können wir aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Der Mensch bestimmt den Weg, der Hund das Tempo. Die ständige Eile und der zeitliche Stress vieler Menschen ist den Hunden fremd, ein großer Vorteil den sie da gegenüber uns haben.

    Bauchgefühl und Humor sollte jede Hundehalterin und jeder Hundehalter haben. Wem das fehlt, der sollte ein besonders belastbares Nervensystem haben.

    Liebe Grüße vom Rhein, Christoph

  • #2

    Claudia & Sophie (Mittwoch, 01 Juli 2020 10:41)

    @Christoph: ganz lieben Dank für Deinen tollen Kommentar - und den Hinweis, dass der Welpen-Blues unabhängig vom Alter des Hundes auftreten kann! Da wir Sophie als weißes Fellknäuel-Baby bekamen, habe ich viele unserer 'Blues-Symptome' darauf geschoben, dass sie eben noch ein Welpe mit allen Vor- und ein paar winzigkleinen Nachteilen ;-) war. Aber Du hast recht, der Einzug einer Fellnase in die neue Familie ist immer ein Abenteuer (für alle Betroffenen), und je mehr man sich Gedanken über die ganze Situation macht, desto verantwortungsvoller handelt man als frischgebackene Hundemama oder -papa auch - und desto nervöser kann man auch sein.
    Aber wie Ihr ja mit Telmo am besten beweist, ist der Blues irgendwann nur noch eine ganz schwache Erinnerung, und die Gegenwart dafür um so schöner ... Ein Hund ist eben kein seelenloser Automat, sondern immer eine Persönlichkeit mit Wünschen, Launen, Vorlieben, Abneigungen - und wechselnder Tagesform, wie wir Menschen übrigens auch ... :-) :-) :-)

    Liebe Grüße von Claudia & Sophie aus dem Schwarzwald!

  • #3

    Jasmin (Dienstag, 11 August 2020 06:18)

    Mich hatte der Welpenblues total erwischt ich wusste allerdings nicht dass es einer ist und dachte dass mit mir etwas nicht stimmt. Dazu kam dass meine 11jährige Tochter Berührungsängste mit ihm hatte. Da Weihnachtsferien waren war kein Hundetrainer erreichbar und die Züchterin hat mich hängen lassen- mir sogar vorgeschlagen den Hund zurück zu geben. Und wir haben ihn zurückgebracht. Was ich heute sehr bereue. Es sind viele Monate seit dem vergangen und ich kann an nichts mehr anderes denken. Ich möchte am liebsten alles wieder rückgängig machen. Der Hund hat nicht darunter gelitten es geht ihm sehr gut bei der neuen Familie aber der Schmerz bei mir bleibt- ich weiß nicht, ob ich je darüber hinwegkomme.

  • #4

    Claudia & Sophie (Dienstag, 11 August 2020 09:30)

    @Jasmin: Erstmal herzlichen Dank für Deinen ehrlichen Kommentar! Es ist so schade, dass es bei Euch schief gegangen ist. Gerade wenn ein Welpe ins Haus kommt, hat man so viele Hoffnungen und Wünsche, und die Realität holt einen oft ganz schnell ein. Es klingt ja so, dass Eure Fellnase ein neues, schönes Zuhause gefunden hat, aber ich verstehe auch Deinen Kummer! Aber wenn auch Deine Tochter Schwierigkeiten mit dem Hund hatte (war er ihr zu groß, zu ungestüm?), war es einfach der falsche Zeitpunkt für genau diese Fellnase. Bestimmt hätte die Züchterin Euch besser unterstützen können, denn sie sollte das Thema 'Welpenblues' kennen :-) und wissen, dass die erste Zeit mit einem Welpen immer erst mal eine Herausforderung für alle Beteiligten wird. Das ist echt schade ...
    Aber das Thema 'Hund' braucht ja nicht für immer tabu für Dich und Deine Familie sein. :-) Bestimmt wartet irgendwo eine ganz tolle Fellnase auf Euch - es muss ja nicht immer ein Welpe sein. Vielleicht wäre auch für Deine Tochter ein etwas älterer (und ruhigerer :-) ) Hund besser? Sophie und ich drücken Euch auf alle Fälle die Daumen!

    Liebe Grüße und alles Gute,
    Claudia & Sophie

  • #5

    Sarah (Samstag, 24 Oktober 2020 09:28)

    Danke für deinen wertvollen Beitrag ♥️ Man fragt sich wirklich was mit einem falsch ist, weil man gefühlt nichts hinbekommt. Trotz Recherche nichts weiß. Nur überfordert ist usw.
    Dein Text zeigt, es wird besser. Er macht Mut durchzuhalten. Danke!

  • #6

    Claudia & Sophie (Samstag, 24 Oktober 2020 09:59)

    @Sarah: Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar! Nein, man darf sich diese Frage 'Was mach ich denn bloß falsch???' wirklich nicht stellen - sie blockiert einen nur! Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich erwische mich sogar heute manchmal noch, dass ich sie mir stelle ;-) ...
    Halte durch, es wird wirklich bald besser, und später fragst Du Dich, warum Du Dir so viele Gedanken gemacht hast :-). Sophie und ich drücken Dir und Deiner Fellnase die Daumen, dass Ihr schnell und gut durch die 'wilde Welpenzeit' kommt!
    Herzliche Grüße und alles Gute,

    Claudia & Sophie

  • #7

    Bibi (Freitag, 06 November 2020 08:15)

    Hallo unser kleiner Schatz ist nun vor 2 Wochen eingezogen u eigentl jetzt schon so brav deshalb verstehe ich die Welt nicht mehr, wieso ich ständig dieses bedrückende Gefühl in mir spüre. Ich hatte gehofft es wird besser, aber vermutlich habe ich auch Angst wenn ich vormittags wieder arbeiten muss u sie die Zeit alleine daheim in der Box verbringen muss. Das macht mir auch schlechte Gefühle u habe kaum noch Appetit. Jeder liebt sie u ich ja auch... wir mussten schon mal einen Welpen nach 2 Wochen zurück bringen weil ich es nicht geschafft habe, bitte bitte helft mir, dass sich das nicht wiederholt, was auf keinen Fall passieren darf: ich hab dadurch Damals schon meinem Sohn damit das Herz gebrochen ::-/... DANKE für jeden Tipp da einfach durch zu kommen

  • #8

    Claudia & Sophie (Freitag, 06 November 2020 11:22)

    @ Bibi: Kopf hoch, Bibi - und einmal gaaaanz tief durchatmen. Alles, was Du schilderst, ist Welpen-Blues in Reinform. Die ganze Aufregung, die Gedanken, die einem durch den Kopf schwirren, die vielen Bedenken, ob man das alles so schafft mit Hund ... Das ist völlig normal - wie bei einem Neugeborenen, das eigentlich ja total süß ist und auf das man sich soooo lange gefreut und vorbereitet hat - und jetzt hält man es auf dem Arm und hat nur Matschbirne vor lauter Gedankenwirrwarr. Aber die Zeit geht vorbei, glaub mir! Wichtig finde ich persönlich, dass Deine kleine Maus auch wirklich gut versorgt ist, während Du außer Haus bist. Kannst Du das schon mal in zeitlichen Etappen üben? Hast Du so eine Baby-Cam (ich hatte auch mal einen Bericht über unsere Hunde-Kamera geschrieben), mit der Du immer mal ein Auge/ein Ohr nachhause richten kannst?
    Du wirst sehen, es wird bald besser mit dem blöden Welpen-Blues, und dann kannst Du Dich auch endlich an der kleinen Fellnase ganz unbelastet freuen (und Dich schon mal für die Pubertät wappnen ;-) )! Sophie und ich drücken Dir die Daumen, dass Ihr bald den Blues überstanden habt!
    Liebe Grüße,

    Claudia & Sophie

  • #9

    Melli (Donnerstag, 12 November 2020 21:45)

    Danke, danke, danke, am Anfang hatte ich totale Probleme mit meinem Welpen, ich wusste nicht was mit mir nicht stimmt und warum ich so fertig bin. Als ich gelesen hab das es noch mehr Menschen gibt wie mich die diesen Blues haben, hat mir das total geholfen. Heute 1,5 Jahre später sind mein Hund und ich ein Herz und eine Seele. Danke für die Ehrlichen Worte.

  • #10

    Claudia & Sophie (Samstag, 14 November 2020)

    @Melli: Ganz, ganz lieben Dank für Deinen tollen Kommentar - wir freuen uns riesig, wenn sich Hundemamas (und natürlich auch -papas) melden, die bestätigen, dass sie gut durch den Blues gekommen sind! Dein Beitrag macht sicher allen Hoffnung, die gerade mitten drin im Welpenblues stecken und denken, dass sie da nie rauskommen werden ... Wie schön, dass Ihr beide jetzt so ein tolles Team seid! Alles Gute für Euch und liebe Grüße,

    Claudia & Sophie

  • #11

    Yvonne (Donnerstag, 19 November 2020 08:07)

    Danke für deine Geschichte,ich hoffe Sie hilft mir,ich habe schon eine 10jahre alte Malteser Hündin und wollte schon lange einen zweiten, jetzt habe ich einen 4 Monate alte Malteser Hündin aus schlechter Haltung und ich bin der dritter Halter und ja ich hardere mit meiner Entscheidung,war das Richtig ,unser Leben war gut und ruhig und jetzt überall Pippi und kot. Meine alte Hündin genervt. Welpe der viel oder nur am beissen ist und ich auch bald wieder arbeiten muss und die Zwei 4 Std alleine bleiben müssen. Abgeben, ich weiß es nicht..... weiss nicht ob das Richtig war..... verzweifelte Grüße

  • #12

    Claudia & Sophie (Donnerstag, 19 November 2020 10:58)

    @Yvonne: Puh, das klingt ja wirklich nach Welpenblues für Hartgesottene! Einen Welpen aus so schlechter Haltung aufzunehmen ist wirklich eine großartige Leistung - und ich kann Deinen momentanen Stress auch voll und ganz nachvollziehen. Deine ältere Hundedame und Du brauchen jetzt echt alle Kraft, um die kleine Krawallbacke auf den richtigen Weg zu bringen. Hast Du Dir schon mal überlegt, Hilfe von einem richtig guten Hundetrainer zu holen? Welpengruppe im Hundesportverein ist ein guter Ansatz, aber Eure Kleine muss offensichtlich ganz schön viel Negatives aus der Vergangenheit verarbeiten. Es wäre für sie bestimmt das Schlimmste, wenn Du jetzt auch aufgeben würdest und sie zu einem Wanderpokal wird, der irgendwann nur noch im Tierheim hockt! Sie meint es ja nicht böse, sondern ist einfach nur voller Angst und Aggression. Da kann Dir ein Trainer, der genügend Erfahrung mit schwierigeren Fällen hat, bestimmt sehr gut weiterhelfen - und Deiner älteren Hundedame auch ;-).
    Bitte gib nicht zu schnell auf, auch wenn's gerade echt schwer ist ...
    Sophie hat übrigens auch seeeeehr lange gebraucht, um stubenrein zu werden (fast 5 Monate), und ich war damals auch total verzweifelt. Mit etwas mehr Ruhe hätte ich mit Sophie dieses Problem bestimmt auch schneller gepackt ...
    Ich drück Dir ganz fest die Daumen, dass es bald leichter wird! Du packst das!
    Liebe Grüße von

    Claudia & Sophie

  • #13

    Yvonne (Freitag, 20 November 2020 13:23)

    Danke für deine lieben Worte, Nein ich gebe nicht auf,ich merk auch das es jeden Tag besser wird.sie braucht einfach Ruhe, heute ist Welpenschule angesagt.
    MFG Yvonne &Sunny&Maya

  • #14

    Janine (Montag, 23 November 2020 22:02)

    Puuh was soll ich sagen, ich glaube ich stecke auch mitten drin. Wir haben unseren Wrlpen seit einer Woche und ich habe ständig diese innere Unruhe und könnte ständig heulen. Wir haben einen 2jährigen Sohn und die Kombination aus Hund und Kind ist echt heftig für mich. Nur wenn ich daran denke, dass ich morgen beide alleine habe, löst in mir Panik auf und ich würde am liebsten weglaufen.
    Dann denke ich immer, warum konnte ich es nicht einfach geniessen nur mit dem Kind und musste wirklich ein Hund her? Und beschäftige ich ihn zu wenig,zuviel? Ist er denn glücklich bei uns? Ich verbiete ihm ja beinahe alles? Und schsffe ich es in der Welpenzeit alle Kommandos beizubringen? Fragen über Fragen und ich klappere hilflos jede Seite durch.
    Aber ich halte noch an dem Gedanken fest, dass alles besser wird und bin froh nicht alleine zusein.

  • #15

    Claudia & Sophie (Mittwoch, 25 November 2020 10:06)

    @ Janine: Erstmal tief durchatmen ... Ja, zwei kleine Lebewesen auf einmal sind sicherlich eine Herausforderung - aber Du packst das! Mach Dir auch nicht zu viel Stress, was Dein Fellzwerg alles 'ganz schnell' können muss. Auch Dein Sohn braucht ja sicherlich noch nicht in der nächsten Woche lesen und schreiben und rechnen können, oder? ;-) Viel wichtiger ist, dass Ihr jetzt alle zusammen eine gute Zeit habt und Du Deinem Fellzwerg eher auf die spielerische Art beibringst, welche Regeln bei Euch gelten (und zwar konsequent ;-) ). Sooo viele 'Grundkommandos' sind es eigentlich gar nicht: Ein flottes 'Sitz' :-), das Dein Fellzwerg auch immer länger aushält, damit Du ihn bei Dir sicher halten kannst und seine Aufmerksamkeit hast. 'Platz' ist dann schon das Extra ;-), aber auch das bekommst Du mit der richtigen Handbewegung samt Leckerli schnell hin - es gibt dazu eine Unmenge an Ratgebern, Tipps & Tricks auch im Internet. Auch das Training des Rückrufs startet bei den meisten Welpen noch ziemlich gut (bevor sie in die Flegelphase kommen und alles hinterfragt wird :-) ). Diese Sache mit dem 'Bei Fuß' (also dem schönen Laufen an lockerer Leine) braucht sowieso Zeit - bleib einfach spielerisch an dem Thema dran. Hast Du die Möglichkeit, eine (gute!) Welpenschule zu besuchen? Vielleicht kannst Du sogar ein paar Stündchen in einen persönlichen Hundetrainer (oder eine -trainerin ;-) ) investieren, die sich dann nur auf Euch und die besondere Situation mit Kleinkind konzentrieren?
    Auf alle Fälle gib nicht auf - Du bist absolut nicht allein mit dem Thema! Und bei allen ging der Blues ganz schnell vorbei. Es ist eben eine Ausnahmesituation, hab Geduld mit Deinem Fellzwerg - und vor allem mit Dir :-)!
    Wir drücken Dir alle Däumchen und Krallen, dass Ihr ganz schnell zu einer richtig coolen 'Großfamilie' werdet und die Zeit mit Kind und Hund ausgiebig genießen könnt! Wie bei menschlichen Babies gibt's immer mal wieder solche Tage und solche, mal einen Rückschritt, aber dann auch wieder einen tollen Fortschritt. Achte auf die positiven Momente (auch wenn's im alltäglichen Chaos schwerfällt, ich kenn das auch nur zu gut ...).

    Liebe Grüße und alles Gute wünschen

    Claudia & Sophie

  • #16

    Janette und Gustav (Mittwoch, 25 November 2020 14:35)

    mich hat`s wohl auch erwischt. Seit zwei Wochen lebt unser Welpi Gustav - ein Magyar Vizsla - bei uns. Es war ein lang gehegter Wunsch und noch länger haben wir alle Vor,-und Nachteile bedacht. Ich habe Unmengen an Büchern und Videos verschluckt, um am Ende komplett verwirrt zu sein :-)
    Ich liebe meinen Möppel bereits sehr und gebe ihn nie mehr her. Trotzdem habe ich Phasen der totalen Unsicherheit. Ich bin völlig angespannt und erschöpft. Gustav kam letzte Nach ganze fünf mal... eine schlechte Nacht für uns. Gustav ist jetzt in der 10. Lebenswoche. Wir haben uns einen privaten Trainer geleistet, der einmal die Woche vorbeischaut - die beste Entscheidung überhaupt. Unser Trainer gibt mir sehr viel Sicherheit. Das spürt Welpi natürlich sofort und schon klappt`s auch wieder mit uns. Gustav beißt sehr viel und spring an. Da er ja recht groß wird, muss er schon jetzt lernen, dass das nicht sein darf. Davor hatte ich immer Respekt - aber unser Trainer unterstützt uns und wir machen Fortschritte.
    Ich kann einen Trainer, der nach Hause kommt, nur dringend empfehlen.
    Danke für die Einträge hier - jetzt weiß ich, dass ich nichts Schlimmes habe und es nur der Blues ist :-)
    Liebe Grüße
    Janette und Gustav Möppel

  • #17

    Claudia & Sophie (Freitag, 27 November 2020 15:56)

    @Janette & Gustav: Erstmal herzlichen Glückwunsch zum neuen 'Möppel'! :-) Du sprichst da ein ganz wichtiges Thema an: nämlich die Sache mit der Unterstützung. Allein aus Büchern einen Welpen zu einem lieben Familienmitglied zu erziehen, finde ich persönlich echt schwierig. Ein erfahrener und guter Trainer kann einem sofort in der jeweiligen Situation Tipps geben - und man selber sieht ja zum Beispiel auch die eigene Körperhaltung nicht, achtet nicht auf seine Stimme, weil man alles andere gerade im Fokus hat ...
    Und das Thema 'Welpenblues' hat sich bei euch schneller erledigt als Du denkst, ganz bestimmt ! Demnächst lernt der Kleine auch, dass man nachts besser schläft statt Party macht ;-). Zehn Wochen ist noch sehr jung - Sophie war zwölf Wochen alt, und bis das Mäuschen endlich stubenrein war, dachte ich, ich erleb's nicht mehr ... ;-)
    Euch alles Gute und genießt die wilde Welpenzeit!

    Beste Grüße von

    Claudia & Sophie

  • #18

    Deine Welpen Stube (Sonntag, 06 Dezember 2020 16:38)

    Wie viele neue Welpeneltern vielleicht erleben, wird nicht immer alles wie geplant verlaufen. Und, dass nicht alle Welpen gleich sind oder dem gleichen Lehrbuch folgen. Vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit Tipps zum Umgang damit geteilt haben. Wir sind sicher, dass es anderen helfen wird, motiviert und positiv zu bleiben, um einen möglichen Welpen-Blues zu überwinden. Und wenn es immer noch nicht funktioniert, sind wir sicher, dass Ihr Tierarzt oder Hundezüchter Ihnen auch mit Tipps weiterhelfen kann.

    Liebe Grüße
    Kristina

  • #19

    Katja (Montag, 07 Dezember 2020 13:04)

    Mein Freund und ich haben vor gut einer Woche einen ca. 4 Jahre alten Ratonero aus dem Tierheim adoptiert. Popeye ist unser erster Hund und wir sind auch nicht mit Hunden groß geworden, dennoch haben wir uns beide einen Hund gewünscht. Wir haben uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht und da für uns klar war, dass wir einen Hund aus dem Tierheim möchten, haben wir lange nach einem "Anfängerhund" gesucht. Es gibt ja einige Hunde im Tierschutz, die besondere Bedürfnisse haben, und das hätten wir uns zu Beginn nicht zugetraut. Obwohl Popeye wirlich ein super Hund ist (zu Hause brav, stubenrein, hat noch nichts kaputt gemacht, ist sehr zutraulich und nicht ängstlich, schmust gerne) fühle ich mich immer noch sehr unwohl mit der neuen Situation und Popeye ist mir immer noch irgendwie fremd. Ich durchstöbere seit Tagen das Internet woran das liegen könnte, wo doch eigentlich alles so gut läuft und bin nun glücklicherweis auf diese Seite gestoßen. Ich habe die ersten Tage viel geweint weil ich mich überfordert fühlte und das Gefühl nicht los wurde, mein Leben würde nie wieder so unbeschwert sein wie vor Popeye. Es ist inzwischen etwas besser geworden aber grade heute habe ich wieder einen herben Rückschlag und Alles fühlt sich so schwer und belastend an. Ich habe kaum noch Freude an etwas und bin permanent angespannt was mich auch körperlich ziemlich fertig macht. Mein Freund ist den Tag über zu Hause und ich bin vollzeit im Büro. Er verbringt also die meiste Zeit mit Popeye, und ihm geht es schon viel besser mit der Situation, obwohl auch er am Anfang die gleichen Symptome hatte wie ich. Ab kommendem Samstag werden wir die Hundeschule besuchen, in die ich viel Hoffnung setze, da ich auch ständig befürchte in der Erziehung etwas falsch zu machen. Dennoch frage ich mich wie viel Zeit ich mir geben soll. Popeye merkt sicher auch, dass ich mich nicht normal verhalte und je länger sich die Situation nicht bessert, desto schwieriger wird es vielleicht für uns alle. Ich bin dankbar für jeden Tip oder Hinweis oder aufbauende Worte.
    Liebe Grüße
    Katja

  • #20

    Claudia & Sophie (Montag, 07 Dezember 2020 17:17)

    @ Kristina von der Kleinen Welpenstube: Vielen Dank für den netten Kommentar! Ja, was viele frischgebackenen Hundeeltern gerne vergessen (zumindest ging es uns so ... ;-) ): Jeder Hund ist eine ganz eigene Persönlichkeit. Selbst Wurfgeschwister können total unterschiedlich sein! Und was bei Hund A gut funktioniert, kann bei Hund B total in die Hose gehen ... :-)

  • #21

    Claudia & Sophie (Montag, 07 Dezember 2020 17:35)

    @ Katja: Erstmal vielen lieben Dank für Deinen ehrlichen Kommentar - und herzlich Willkommen im Welpenblues! Alles, was du schilderst, ist ganz typisch für die ersten wilden Tage mit dem neuen Familienmitglied. Ich schreibe gerade ein Buch über den Welpenblues, weil mich das Phänomen aus eigener Erfahrung (ich bin die Welpenblues-Queen!) immer noch beschäftigt und ich es jetzt im Nachhinein so schade finde, dass ich dem Ganzen so hilflos ausgeliefert war und es irgendwie gar keine Hilfe zu diesem Thema 'Turbulenter Start' gab. Dadurch habe ich es mir und auch Sophie furchtbar schwer gemacht - das hätte alles nicht sein müssen. Für Dich also ganz in Kürze: Atme erstmal tief durch. Die erste Zeit mit Welpen (oder Neuzugang ;-) ) ist Ausnahmezeit. Euer aller Leben hat sich verändert, und das hinterlässt Spuren. Erstmal sieht man plötzlich nur noch die Verantwortung und die Einschränkung, man hat Angst, dass man den Hund nicht (richtig) erzieht, und überhaupt ... Das ist total normal! Glaub mir, in kurzer Zeit geht es Dir besser. Vertrau auf Dein Bauchgefühl, und gönn dir was Gutes (Mutter werden ist ein anstrengender Job ;-) ). Lass Dir Zeit, mit Popeye 'warm' zu werden. Schau mal, was ihm (und Dir) Spaß macht. Ein gemeinsames Spiel, oder ein bisschen vorsichtige Massage? Mach aus der ganzen 'Erziehungsarbeit' lieber ein Spiel und freu Dich über jede Übung, die geklappt hat. Popeye zeigt ja, dass er es Euch recht machen will, es ist nur eine Frage der 'Übersetzung'. Bestimmt kann Dir der (hoffentlich gute) Hundetrainer Tipps geben und Dich am Anfang auch bezüglich Beziehungsaufbau unterstützen - und wenn nicht, sucht Euch einen anderen, bei dem Ihr Euch alle Drei wohl fühlt. Jetzt achte aber erstmal auf Dich und erlaube Dir auch mal einen 'schwachen Abend' - und freu dich dabei auf die schöne Zeit, die vor Euch liegt! Wie gesagt, je eher Du den Blues als 'Anpassungssyndrom' akzeptierst, desto eher geht er vorbei. Sophie und ich drücken Euch alle Daumen und Krallen! Gebt uns doch bitte Bescheid (auch gerne per mail), wie es bei Euch weitergeht - hoffentlich ist der Blues dann schon Geschichte :-).
    Beste Grüße und alles Gute,

    Claudia & Sophie

  • #22

    Tanja (Dienstag, 15 Dezember 2020 09:15)

    Wir haben jetzt seit 9 Tagen einen Welpen und Ich bin leider nur am weinen..er ist super wirklich und ich habe ihm schon viel bei gebracht. Er macht Sitz beim leine anlegen oder abnehmen . Er macht allgemein schon sitz und Platz und für Leckerlis stupst er meine Hand an und wartet bis ich Leckerli frei gebe. Er will auch gefordert werden und mir macht echt alles Spaß und dennoch bin ich seit 5 Tagen von morgens bis abends am heulen. Ich habe so extreme Angst was verkehrt zu machen machen. Wir hatten gestern eine Trainerin im Haus einfach weil ich das gefühl habe alles verkehrt zu machen. Sie war auch total begeistert von ihm und was er schon alles kann und das er sehr wissbegierig ist aaaber rät uns dazu ihn wieder weg zu geben da er sehr dominant ist und durch gehend erzogen werden muss.... nu bin ich durch gehend am weinen weil ich komplett verunsichert bin

  • #23

    Claudia & Sophie (Dienstag, 15 Dezember 2020 10:13)

    @Tanja: puh ... Erstmal tief durchatmen! Und herzlich willkommen im Welpenblues,

    Ich musste echt gerade schlucken, weil Deine Schilderung so ähnlich zu dem ist, was mir selbst am Anfang passiert ist. Diese ständige Angst, dass man was falsch macht, den Hund 'verzieht' oder irgendeine wichtige Frist versäumt ... Und dazu noch einen Hundetrainer, der einen zusätzlich verunsichert - die Kombination ist wirklich fatal! Ich kann Dir auf die Schnelle wirklich nur den Rat geben, Dir noch eine zweite (Trainer)Meinung einzuholen. Grundsätzlich brauchen alle Hunde eine (gute) Erziehung, das steht ja fest. Aber dass jemand beim Erstbesuch eines Welpen gleich mal feststellt, dass er 'dominant' ist und deswegen nicht in die Familie passt ... Das Thema 'Dominanz' wird übrigens inzwischen in der Verhaltensforschung anders gesehen: Ein Hund ist nie 'nur' dominant, sondern passt sich der aktuellen Situation an. Wahrscheinlich meinte die Trainerin, dass Euer Fellzwerg gerne mal austestet, wie weit er bei Euch gehen kann (das machen aber eigentlich alle Hunde gerne ;-) ) und dass Ihr sehr konsequent und genau in der Erziehung sein müsst. Und genau da beginnt jetzt eigentlich die Arbeit der Hundetrainer: in der Unterstützung bei der Erziehung. Nur zu raten, den Hund gleich wieder abzugeben, hilft Euch ja nicht weiter - und die Gefahr ist groß, dass aus Eurem Fellzwerg ein echter 'Wanderpokal' wird, der immer gleich weitergereicht wird.
    Schade, dass mein Ratgeber zum Thema 'Welpenblues' noch nicht fertig ist, dort könntest Du noch ein bisschen mehr darüber lesen ...

    Im Moment kann ich Dir wirklich nur raten, nach einem anderen Hundetrainer Ausschau zu halten, der zu Euch und Eurem Fellzwerg passt - wir haben auch ein paar 'verschlissen', bis wir bei der für uns idealen Trainerin gelandet sind! Sophie bekam von dem ersten Trainer auch gleich den Stempel 'Problemhund' aufgedrückt (und wir den Hinweis, dass wir alle sehr unglücklich miteinander werden würden). Wenn wir darauf gehört hätten ... :-(

    Wie gesagt, atme mal tief durch, nimm Dir möglichst auch mal eine kleine Auszeit und geh dann mit neuem Schwung an die ganze Teambildung ran! :-) Ihr habt doch schon eine gute Basis für die kurze Zeit, lass Dir nicht so viel Angst machen!

    Alles Gute für Euch und beste Grüße,

    Claudia & Sophie

  • #24

    Alexandra (Montag, 21 Dezember 2020 11:48)

    Danke, danke, danke!! Die letzten Tage waren so anstrengend und ich dachte ich schaffe das nicht. Dabei wollte ich doch nichts sehnlicher als wieder einen Hund. Euer Artikel lässt mich gerade richtig durchatmen.

  • #25

    Claudia & Sophie (Dienstag, 22 Dezember 2020 10:32)

    @Alexandra: Oh ja, das Gefühl kenne ich nur zu gut ... Aber glaub mir, es wird ganz schnell besser - und bald ist der ganze Stress (fast ;-) ) vergessen und Du fragst Dich, warum Du Dir eigentlich so einen Kopf gemacht hast ... 'Tief durchatmen' ist auch einer der ersten Tipps in meinem brandneuen 'Welpenblues-Mutmachbuch'. Leider ist es noch nicht ganz fertig - und Du bist dann sicher schon aus dem Blues raus! :-) Jetzt erstmal wunderbare Weihnachtsfeiertage und gönn dir was Besonders Gutes, liebe Grüße von
    Claudia & Sophie

  • #26

    Theresa (Freitag, 25 Dezember 2020 13:20)

    Liebe Claudia,
    Wir haben auch seit einer Woche einen Welpen.
    Ich bin mit Hunden groß geworden und wir haben uns sehr ausführlich informiert
    Und auch kritisch überlegt welche Einschränkungen auf uns zukommen und dass nicht immer alles rosa rot sein wird. Für meinen Partner und ich ist es der erste eigene Hund.
    Wir können uns auch eigentlich überhaupt nicht beschweren.
    Er schläft nachts durch von ca 23 bis 7:30 Uhr , hat noch nicht einmal in die Wohnung gemacht, macht für Leckerchen eigentlich alles und ist bis auf ein paar Minuten am Tag ein ruhiger Zeitgenosse.
    Und trotzdem kommen mir gerade beim Schreiben die Tränen. Mir zieht sich ständig der Bauch zusammen, ich esse kaum noch was. Mache mir Sorgen was falsch zu machen, Frage mich ständig ob es ihm gut geht und sehe gerade nur die Einschränkungen :-(
    Ich weiß das ist alles sehr individuell
    Aber wie lange wird denn so ein Blues gehen ...
    Dazu kommt noch Corona. Habe jetzt schon x Welpenschulen abtelefoniert im Januar nach den Ferien sind wir schon in einer angemeldet aber durch Corona wird wahrscheinlich kein Gruppenunterricht stattfinden
    Was ich aber super wichtig finde zum einen wegen der Sozialisierung und zum anderen gerade weil er so schüchtern ist
    Dann sind wir vor kurzem auch noch umgezogen und kennen hier noch nicht wirklich viele. Familie und Freunde sind auch nicht in der unmittelbaren Nähe..
    Ich Versuche gerade nicht laut loszuschluchzen weil der Hund neben mir liegt und träumt
    Viele Grüße und frohe Weihnachten
    PS bin sehr froh diese Seite gefunden zu haben ... Weil es wohl auch andere gibt denen es so geht
    Habe davon noch nie etwas gehört und es hat mich getroffen wie eine Bombe
    Und für mich macht es alles noch anstrengender weil sich alle in meinem Umfeld so über ihn freuen und immer nach ihm fragen, ständige videocall anrufe ...
    Alle sind so verzaubert von ihm .... Ich mache dann auch immer gute Miene, anstatt mich jemandem anzuvertrauen :-( aber will die Sache auch nicht größer machen als sie ist und meine Familie würde jeden Tag "stündlich" nach mir Fragen und sich Sorgen machen ... Das will ich gerade auch nicht )

  • #27

    Claudia & Sophie (Samstag, 26 Dezember 2020 11:17)

    @Theresa: Erstmal herzlichen Dank für Deine offenen Worte - Du schilderst den Welpenblues in Reinform! Die gute Nachricht zuerst: Es geht vorbei, das ganze Gefühlschaos, und bestimmt schneller, als Du es Dir im Moment vorstellen kannst. Und Du bist absolut nicht allein mit Deinem Gefühlschaos und den ganzen Tränen, wo man sich doch eigentlich total über den süßen kleinen Fellzwerg freuen sollte - und weder family noch friends wirklich Verständnis für einen aufbringen ... Die waren ja auch noch nie in dieser Ausnahmesituation ;-), stimmt's? Mein Erste-Hilfe-Tipp: Erstmal ein Päuschen einlegen. Was kannst Du Dir denn gerade ganz einfach und unkompliziert Gutes tun? Ein schönes Entspannungsbad? Eine Runde Joggen (ohne Hund ;-) )? Dein Partner kann Dich doch bestimmt mal kurz 'ersetzen' und ein Auge auf Euer Hundebaby haben. Stöbere mal im Internet, wenn Du magst: Du wirst bestimmt in Hunde-Foren Leute finden, die den Welpenblues auch schon am eigenen Leib erfahren haben und gut über die erste wilde Zeit hinweg gekommen sind! Oder lies in den Kommentaren zu meinen Welpenblues-Beiträgen, dass Du nicht die Einzige bist ... Manche von den Kommentatoren waren auch so lieb, mir nach kurzer Zeit ein Mail zu schreiben und zu berichten, dass der Blues schon Geschichte ist - bei einem schneller, beim anderen langsamer. Und wenn man weiß, dass der komische Blues bald verschwindet, geht's den meisten spontan besser (hoffentlich auch Dir?).
    Wegen der Welpenschule brauchst Du Dir nicht zu viele Sorgen zu machen - das Meiste und Wichtigste lernt Euer Kleiner eh bei Euch. (Gute!) Hundebegegnungen sind wichtig, kein Thema, aber die könnt Ihr ja auch auf Gassigängen langsam üben. Achte am besten darauf, dass Euer Kleiner nicht an einen Grobian gerät - so wie Du ihn schilderst, ist er ja eher von der vorsichtigen und ruhigen Sorte (herzlichen Glückwunsch übrigens dazu, Ihr werdet deutlich weniger Herausforderungen in der Erziehung zu meistern haben als andere ;-) ). Blöd, dass mein kleines 'Welpenblues-Mutmachbuch' noch nicht ganz fertig ist - das würde Dir bestimmt ein bisschen Zuversicht schenken ... Jetzt aber erstmal Kopf hoch! Und nicht vergessen: der Blues ist a) ganz normal und b) in Kürze verflogen - und dann kannst Du Euren Fellzwerg so richtig genießen, glaub mir.
    Liebe Grüße und noch schöne Feiertage, komm gut ins neue Jahr mit Eurem Kleinen!

    Claudia & Sophie

  • #28

    Andrea (Montag, 28 Dezember 2020 18:14)

    Hallo, es tut gut, von euren Erfahrungen zu lesen. Meine aktuelle Situation ist folgende: Am 1. Advent musste ich nach 14einhalb Jahren meine Hündin einschläfern lassen. Sie war ein Traum von einem Hund. Jetzt habe ich seit einer Woche einen Welpen einer völlig anderen Rasse. Sie ist 13 Wochen alt und ich bin voller Verzweiflung. Sie klebt an mir wie Pattex. Ich bin berufstätig und die Kleine ist dann nach meinem Urlaub bei meinen Eltern, die im selben Haus wohnen. So war das auch mit meinem letzten Hund. Aber nun habe ich solche Angst davor was sein wird, wenn mein Urlaub vorbei ist. Und auch ob ich und v.a. meine Eltern das alles schaffen und keine Fehler machen. Nächste Woche habe ich eine Einzelstunde mit einer Hundetrainerin. Für den Besuch einer Welpenschule ist im Moment kein Termin zu bekommen. Ich frag mich, ob es nicht zu früh für einen neuen Hund war, zumal die beiden charakterlich sehr unterschiedlich sind. Sie ist so goldig aber mir noch so fremd. Ich vermisse meinen alten Hund so sehr. Kennt das auch jemand von euch? Liebe Grüße

  • #29

    Claudia & Sophie (Dienstag, 29 Dezember 2020 11:07)

    @Andrea: Erstmal unser herzliches Beileid - es ist furchtbar schwer, von seiner geliebten Fellnase Abschied nehmen zu müssen! Einerseits ist es danach sicher gut, gleich wieder einen neuen Begleiter zu haben, auf der anderen Seite die Gefahr groß, dass man ganz unwillkürlich 'vergleicht'. Wie Du ja schilderst: die Rasse ist eine andere, der Charakter sowieso ... Aber man darf in diesem Moment nicht vergessen, dass Du gerade ein HundeBABY bekommen hast! Die Kleine kann noch gar nicht den 'Erwachsenencharakter' haben - sie ist noch n der Entwicklung, alles ist neu für sie, und bestimmt spürt sie auch, dass Du nicht mit ganz unbeschwertem Herzen bei der Sache bist. Die meisten Hunde sind echte Profis im Aufspüren von Gefühlen, egal wie klein oder wie groß :-). Vielleicht resultiert auch ihre Anhänglichkeit in dieser Unsicherheit, dass Du Dich gerade noch nicht so richtig voll auf sie einlassen kannst ...
    Super, dass Du gleich einen Termin bei einer (hoffentlich) guten Trainerin ausgemacht hast, die Dich gerade in dieser speziellen Situation unterstützen kann. Allein kämpft man gerne mal so vor sich hin und hat das Gefühl, mehr falsch zu machen als richtig, oder? ;-)
    Gib Dir und der Kleinen einfach alle Zeit, zueinander zu finden. In der Erinnerung vergisst man schnell, dass es auch mit dem 'alten' Hund anfangs nicht immer ganz so leicht lief .... Ihr hattet so viele tolle Jahre miteinander, und die warten auch jetzt mit Deinem Fellzwerg auf Dich! Wenn sie aus dem Gröbsten raus ist, wirst Du bestimmt feststellen, dass Ihr doch viel besser zueinander passt, als Du im Moment denkst. Und auch die Trauer braucht ihre Zeit, um verarbeitet zu werden. Du wirst sehen, in ein paar Wochen wirst Du Dich schon viel besser mit Deinem Fellzwerg verstehen, und Eure Beziehung wird immer enger! Sophie und ich drücken Dir auf alle Fälle alle Daumen und Pfoten und wünschen Euch alles Gute,
    liebe Grüße,

    Claudia & Sophie

  • #30

    Andrea (Dienstag, 29 Dezember 2020 11:49)

    Vielen lieben Dank für Deine aufmunternden Worte. Ja, ich bin überzeugt davon, dass sie ein ganz toller Hund wird. Alle Ansätze sind vorhanden. Ich habe sie heute mal eine Stunde bei meinen Eltern gelassen und das hat super geklappt. Sie ist so lieb und wir werden bestimmt ein gutes Team. Meine Zuneigung zu ihr wächst von Tag zu Tag. Viele liebe Grüße und vielen Dank.

  • #31

    Sandra (Teil 1) (Sonntag, 03 Januar 2021 21:30)

    Hallo Claudia,

    vielen Dank für diesen Beitrag zum Welpenblues! Ich habe aus dem Gefühl heraus Welpenblues gegoogelt (nachdem ich versucht habe zu verstehen was los ist) und stieß auf deinen Blog und Zack ich war nicht mehr alleine und habe endlich verstanden was mit mir los war!
    Hier meine Geschichte:
    Wir haben nun seit gut zwei Wochen eine Aussiedor- Hündin (Australien Shepard Labrador Mix), inzwischen ist sie 13 Wochen alt.
    Die erste Woche war alles super, ich habe mich gefreut, endlich nach sehr langem warten konnte ich mir einen meiner größten Träume erfüllen: ein eigener Hund. Ich bin mit Hunden groß geworden, meine Mutter hatte über 24 Jahre Hunde (wir mussten uns im März 2020 von ihrem 15 jährigen Rüden verabschieden) und ich konnte vieles von ihr lernen. Neben dem habe ich, wie viele andere Hundehalter wahrscheinlich auch, einiges gelesen, DVDs geschaut, Dokus/ Reality Serien im TV verfolgt, etc. Zudem habe ich noch ein paar Fortbildungen besucht, da ich mich für die Tiergestützte Arbeit interessiere und ich halt sehr vorbereitet an alles rangehe möchte/ wollte. Das ist (leider) mein Naturell.
    Gute Vorbereitung zählt schließlich..... doch ich neige zu Übertreibungen...
    Doch dabei vergisst man absolut die Zeit mit seinem Welpen zu genießen. Man möchte nichts falsch machen, man muss dem Hund schließlich schnell viel beibringen, denn die Zeit jetzt ist wertvoll und sie lernen schnell.... all das war mir wichtig: unsere Hündin auf das Leben vorbereiten, ihr vieles zu zeigen, damit sie entspannt durch das Leben gehen kann. Dabei habe ich mir selber aber immer wieder klar gemacht, mache nicht zu viel sie ist ein Baby, also noch mehr Druck den ich mir selber gemacht habe, denn ich möchte sie nicht überfordern. Niemand um mich herum hat mich unter Druck gesetzt, nur ich. Dann immer wieder nachgelesen warum ist das so und warum macht sie das, obwohl es mir mein Bauchgefühl, mein gesunder Menschenverstand und die bisherige allgemeine Erfahrungen mit Hunden schon längst „gesagt“ hat und dann kam „der Knall“ und ca. nach 1,5 Wochen erwischte mich der Welpenblues. Ich hatte keinen Appetit mehr, habe immer wieder angefangen zu heulen und konnte überhaupt nicht einordnen was mit mir los war. Unsere Hündin macht für einen Welpen schon sehr viele tolle Sachen. Doch ich war unglücklich und habe die Welt nicht mehr verstanden. Endlich habe ich einen meiner größten Träume in unserem Wohnzimmer liegen und ich bin so blöd und heule oder frage mich immer wieder mach ich alles richtig, tue ich ihr gut?!
    Ich habe dann, zum Glück schnell mit meinem Partner darüber gesprochen und auch mit meiner Mutter den Austausch gesucht, denn sie begleitet mich gerne bei jeder Frage die ich zu Hunden insbesondere Welpen habe und ich darf aus ihrem Erfahrungsschatz schöpfen. Mein Partner hat mir dann erstmal „Babyfrei“ gegeben und das hat schon sehr geholfen. Doch eine meiner größten Sorgen waren die fehlenden Begegnungen mit anderen Welpen. Ich habe einen regelrecht brennenden dicken Knoten im Magen liegen gehabt. Wir nutzen jeden Hund den wir draußen treffen und begrüßen dürfen, damit unsere Kleine sich üben kann, doch es sind entweder alte Hunde oder große Hunde und sie ist doch sehr vorsichtig und abwartend und über eine Begrüßung ging es leider nie hinaus. Doch das Spielen mit Gleichaltrigen wollten wir (bzw. ich) ihr unbedingt ermöglichen, doch wie ohne Hundeschule? Durch Corona ist ja wenig möglich. Nach einem weiteren Gespräch mit meiner Mutter, die mir dann erzählte, das Welpenstunden nicht immer das Spielen beinhaltet oder manche Hundebesitzer ihren reinrassigen Hund nicht mit Mischlingen spielen lassen wollen, haben mein Partner und ich über eine Plattform eine Anzeige geschaltet, dass wir Spielpartner für unsere Hündin suchen und innerhalb von zwei Tagen sind schon zwei Spieldates entstanden. Heute war das erste Date und ich bin seit dem noch beruhigter und entspannter, der Appetit ist seit heute wieder da und ich freue mich das unsere Kleine so eine schöne Zeit mit einem anderen Welpen hatte.
    Ich hoffe sehr, dass ich den Blues schon überstanden habe... er war kurz dafür plötzlich, überraschend und sehr heftig.

  • #32

    Sandra (Teil 2) (Sonntag, 03 Januar 2021 21:32)

    Ich habe noch etwas Sorge, wie es sein wird, wenn wir Beide wieder arbeiten gehen müssen, zum Glück freut sich meine Mutter schon sehr unsere Maus dann betreuen zu dürfen, denn ihr fehlt der Hund im Haus und das ist tatsächlich auch erst etwas worüber ich mir im Februar Gedanken machen könnte, denn bei all den Vorbereitungen haben wir 6 Wochen „Hundeelternzeit“ eingeplant die wir abwechselnd nehmen. Und in den letzten Tagen ist mir wieder sehr deutlich geworden, man kann sich so gut es geht vorbereiten, aber es kommt, wie es eben kommt und ich möchte die kommende Zeit genießen.
    Und auch wenn ich/ wir die Welpenzeit vermissen werde(n) und wir das Gefühl haben, dass sie jeden Tag schon wieder ein Stück gewachsen ist oder selbstbewusster einen Weg lang trabt, weil sie diesen Teil der Welt inzwischen besser kennt und einschätzen kann, freuen wir uns sehr darauf, wenn sie groß ist und zum Beispiel das Thema Stubenreinheit komplett abgeschlossen ist (klappt dank unserem Welpen- Tagesablauf, der sich so ergeben hat, seit einigen Tagen schon sehr gut *aufHolzklopfen*). Wir freuen uns auf ausgiebigere Spaziergänge und Fahrradtouren und gemeinsame Urlaube, mal zum Meer fahren und ihr das Meer zeigen, uvm! �

    Also vielen, vielen Dank für diesen Beitrag von dir und vielen Dank für die Kommentaren und das Teilen eurer Erfahrungen und Gefühle, es hilft mir sehr zu wissen, dass ich nicht alleine bin/ war.

  • #33

    Theresa (Montag, 04 Januar 2021 17:39)

    Liebe Claudia,

    Ich wollte dir auf diesem Weg auch nochmal danken. Danken für diesen Blog, dein offenes Ohr und die warmen Worte. Das hat mir sehr geholfen und einen Tag nachdem ich dir geschrieben habe ging es mir schon so viel besser..... Der Appetit kam zurück und die Freude an dieser Zeit! Bei mir war es kurz und heftig. Ich hatte das Gefühl ich ertrinke in meinen Sorgen und genauso schnell verflog es wieder.
    Ich danke dir von Herzen.
    Bleib so wie du bist Grüße deine süße Sophie. Ich wünsche euch nur das Beste.

  • #34

    Joanna (Dienstag, 05 Januar 2021 17:29)

    Liebe Claudia,
    ich finde Deine Seite sehr wohtuend und merke aus eigener Erfahrung, dass das Thema Welpen-Blues viel zu wenig in der Gesellschaft einen Platz zu haben scheint. Wir haben im November unseren Welpen bekommen und obwohl ich einen guten Draht zu ihr hatte war ich komplett verunsichert und fühlte mich unwohl. Ich habe mich so sehr auf den Hund konzentriert da ich alles richtig machen wollte, dass ich das Gefühl hatte, dass mein altes Leben vorbei war. Leider war weder die Hundertrainerin noch die Züchterin eine grosse Hilfe. Die Trainerin staunte nur warum man sich einen Terrier geholt hatte und die Züchterin meinte zwar, dass der Anfang wie mit einem Baby zum Vergleichen wäre, aber ohne einem Mut oder Zuversicht zu machen. Wir haben nach 2 Wochen den Welpen schweren Herzens zurückgegeben, weil wir dachten, dass wir es nicht schaffen würden. Wir wollten auch nicht zu lange warten, weil es hiess es wäre besser für den Welpen so früh wie möglich den zurückzugeben. Dabei haben wir alles was durchaus positiv war außer Acht gelassen. Die Unsicherheit hat das Positive überwogen. Ich vermisse sie heute noch jeden Tag und habe leider keine Auskunft von der Züchterin, ob sie ein gutes Zuhause gefunden hat. Meine Umwelt hat auch scheinbar wenig von Puppy Blues mitbekommen, weil die meisten reagieren komplett unverständlich auf so was, dabei fühlt man sich noch weniger verstanden, Daher finde ich es super, dass Du Claudia so einen Blog machst. Schade, dass ich den Blog erst später gesehen habe.

  • #35

    Claudia & Sophie (Mittwoch, 06 Januar 2021 11:02)

    @Theresa: Oh, das freut mich soooo sehr! Wie schön zu hören, dass es wieder einen 'Blues' weniger gibt! Du bist ja wahnsinnig schnell durch das Gefühlschaos gekommen und machst mit Deinem Kommentar auch vielen anderen Mut, die im Augenblick gerade mit ihrem 'Blues-Moment' kämpfen und denken, dass sie allein mit diesem Thema sind. Je eher man sich mit diesem Blues auseinandersetzt und auch jemanden findet, der einen versteht, weil er das Selbe erlebt hat (so wie Sophie und ich ... ;-) ), desto schneller ist man aus dem Tief draußen und kann sich endlich auf die schöne Zeit mit dem Fellzwerg konzentrieren!
    Habt viel Spaß mit Eurem 'Baby' und genießt die tolle, wilde Welpenzeit - auch oder gerade jetzt in Zeiten von Corona und geschlossenen Welpenschulen. Ihr packt das!

    Alles Gute für Euch, liebe Grüße aus dem Süden von

    Claudia & Sophie

  • #36

    Claudia & Sophie (Mittwoch, 06 Januar 2021 11:21)

    @ Sandra: Ganz, ganz lieben Dank für Deinen megastarken, ausführlichen Bericht zu Deinen ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Thema 'Welpenblues'. In vielen Sätzen hab ich mich sofort wiedergefunden - die hätten auch von mir sein können ... :-) Ja, gerade wenn man es besonders 'gut meint' und auch ja 'alles' richtig machen will, wird es schnell schwierig. Toll, dass Dein Partner und Deine Mutter helfen und nicht - wie es oft der Fall ist - mit Kommentaren á la 'Aber DU wolltest doch unbedingt einen Hund ...' die Situation nur verschlimmern. Ich denke auch, dass ein paar Stunden 'Babyfrei' ;-) supergut tun, wenn man gerade ganz tief im Blues steckt - dann findet man im Normalfall ganz schnell wieder zurück in die Ruhe und Besonnenheit. ;-)
    Was Du so schilderst, klingt ja alles richtig gut und Ihr seid dabei, ein ganz tolles Team zu werden! Bestimmt ist auch das Thema 'Tagesbetreuung' dann gar nicht so schwierig, wie Du jetzt noch befürchtest. Euer Baby kennt ja seine 'Tagesmutter' schon und ist dort in besten Händen.
    Alles Gute für Euch und eine wunderbare Zeit zusammen - besonders, wenn es endlich wieder mit Reisen losgehen kann und Ihr zusammen mit Hund die Welt neu entdecken könnt! Und natürlich noch herzlichen Glückwunsch zu Eurem neuen Familienmitglied - hach, ich finde Aussies einfach toll ... :-)

    Herzliche Grüße von

    Claudia & Sophie

  • #37

    Claudia & Sophie (Mittwoch, 06 Januar 2021 12:13)

    @Joanna: Es tut mir so leid, Deinen Bericht zu lesen! Ich verstehe nicht, warum der 'Welpenblues' (oder wie man diese verrückten ersten Tage bis Wochen sonst nennen mag) bei vielen Trainern und Züchtern noch total unbekannt zu sein scheint. Dabei kommt er doch so häufig vor! :-( Und wenn man weiß, dass man selber ganz normal tickt und auch der Welpe ein ganz normaler Fellzwerg ist, kommt man viel schneller durch diese Zeit ... Auch die Rasse spielt übrigens überhaupt keine Rolle: Ich habe den Blues auch perfekt mit einem 'einfachen' ;-) Hund hinbekommen. Terrier sind vielleicht von Natur aus ein bisschen quirliger, aber auch ein bisschen 'Überdrehen' kann man mit Ruheübungen gut in den Griff bekommen - das sollte auch ein Trainer wissen (und der Züchter sowieso ;-) ,,,
    Wie schade, dass Du erst jetzt auf das 'Welpenblues-Phänomen' gestoßen bist! Ich drücke Euch ganz fest die Daumen, dass Ihr beim zweiten Anlauf endlich Euren neuen Traumpartner auf vier Pfoten findet! Ihr wisst ja jetzt, dass der Blues in den ersten Tagen ganz normal ist - und schneller vorbeigeht, als man denkt ... Und am besten schaut Ihr Euch auch gleich mal nach einem anderen Trainer um. ;-)
    Alles Gute für Euch, herzliche Grüße aus dem Schwarzwald,

    Claudia & Sophie

  • #38

    Melanie (Donnerstag, 07 Januar 2021 22:44)

    Oh dein Beitrag beruhigt mich vielleicht etwas.
    Ich könnte nur heulen und empfinde mich als schlechten Menschen. Gerade eine Woche haben wir eine kleine Beaglehündin, und plötzlich hab ich so viele Sorgen und Gedanken.
    Hundehaare, wie läuft es mit dem alleine bleiben, und wie lÄuft es
    Mit anderen Hundehaltern.
    Ist das noch der Blues oder Unüberlegtheit und ich will es wirklich nicht?
    Ich denke auch daran sie wieder zurück zu bringen und würde meinen Sohn wohl auch das Herz brechen und meinem Mann auch.
    Traurige Grüße

  • #39

    Claudia & Sophie (Freitag, 08 Januar 2021 14:58)

    @ Melanie: Willkommen im Welpenblues .... Ja, Deine Gedanken sind völlig normal für diese Phase - bitte halte Dich deswegen nicht für eine schlechte Hundemama! Diese Überlegungen kennen die meisten frischgebackenen Hundeeltern, und das Gefühl, ob es nicht doch besser ohne Hund weitergehen sollte. Bitte halt durch - in kurzer Zeit wirst Du über diesen Blues hinweg sein und Dir gar nicht mehr vorstellen können, wie es ohne Deinen Fellzwerg war! Vielleicht können Dir Dein Mann und Dein Sohn (abhängig vom Alter ;-) ) ein bisschen helfen und Dir auch mal 'hundefrei' geben? Gönn Dir was Gutes wie ein ausgiebiges Schaumbad oder was Dir sonst noch neue Kraft gibt. Und dann kannst Du frisch gestärkt weiter mit Eurem Fellzwerg an Eurer Beziehung arbeiten, die die Basis für alles andere (auch Themen wie Hundebegegnungen etc.) sein wird. Auch wenn's vielleicht im Moment schwerfällt: Versuch, so viel Spaß und Freude mit dem Kleinen zu haben, wie es nur geht. Mach Dich total interessant für ihn, sei einfach eine richtig tolle Hundemama, die ihm die Welt zeigt. Dann klappt es auch mit anderen Hunden, dem Training fürs Alleinbleiben (hoffentlich nicht länger als drei, vier Stunden am Tag?) und allem anderen viel besser, Du wirst sehen. Habt Ihr schon Kontakt zu einer (guten) Welpenschule (bzw. im Moment wohl eher Einzeltraining ;-( )? Dort wirst Du sehen, dass es anderen genauso geht wie Dir - und schon fühlt man sich nicht mehr ganz so hilflos und allein ... :-)
    Alles Gute für Euch und gebt nicht auf!

    Herzliche Grüße von

    Claudia & Sophie

  • #40

    Anna (Sonntag, 10 Januar 2021 11:33)

    Danke, danke, danke dafür, dass ihr mir alle mein Gefühl erklärt habt, das mir völlig fremd war. Seit einer Woche haben wir ein zauberhaftes Labradoodle Mädchen, das nahezu alles richtig macht. Sogar mein Mann mag sie sehr, obwohl er nur für den Notfall ist. Ich heule ununterbrochen und bereite unseren drei Kindern so viel Streß mit Behalten/Abgeben...Ich bin völlig überfordert mit der Verantwortung, der Umstellung, obwohl ich seit 2 Monaten über nichts anderes mehr geredet/gelesen/geschaut habe. Wann gehen diese Unsicherheiten/ Magenschmerzen weg, Geduld ist nicht meine Stärke, das macht mir azch zu schaffen...Danke

  • #41

    Claudia & Sophie (Montag, 11 Januar 2021 09:14)

    @Anna: Hallo und herzlich Willkommen im Welpenblues ;-)! Also erstmal tief durchatmen - und dann verstehen, dass diese widersprüchlichen Gefühle ganz normal sind. Im Kopf herrscht Chaos, und daraus resultieren leider die körperlichen Beschwerden wie Magenschmerzen, Schlaflosigkeit etc. etc. Gib Dir und Deinem süßen Labradoodle-Baby einfach Zeit! Natürlich macht man sich viele Gedanken, ob man alles mit dem Fellzwerg richtig macht, ob man überhaupt so viel Verantwortung tragen kann, mit Kindern und Mann und Hund und Haushalt und Co. ... Aber Du wirst sehen, es wird Dir wie allen anderen hier gehen (einschließlich Sophie und mir ;-) ): Das Gefühlschaos ordnet sich, man braucht nicht mehr so viele Taschentücher, und plötzlich macht es 'Klick!' im Kopf (und Herz :-) ) und man fragt sich, warum man sich anfangs so viel Stress gemacht hat. Sehr bald wird es Dir besser gehen! Vielleicht kannst Du Dir zwischendrin mal eine kurze Auszeit nehmen (schwierig mit family, ich weiß) und Dir was Gutes gönnen - während Dein Mann mit Eurem Hundebaby spielt :-). Gib auf alle Fälle nicht auf, Du schaffst das!

    Liebe Grüße und alles Gute,

    Claudia & Sophie

  • #42

    Melanie (Mittwoch, 13 Januar 2021 08:51)

    Leider geht es mir immernoch nicht besser und ich bereite meinen Sohn darauf vor sie wieder weg zu bringen.
    Ich empfinde jetzt soviel Dinge und vieles wurde mir klar. Sicher findet sich jetzt noch eine Familie die sich die Zeit besser nehmen kann. Seit 2 Wochen ist sie da, und es geht mir jeden Tag schlechter. Ich kriege nichts mehr auf die Reihe von den Sorgen wie die nächsten Jahre ablaufen sollen ganz abgesehen.
    Zudem liebe ich saubere zuhause und ich mach mir total den Stress.
    Ich wünschte ich könne anders empfinden, das wäre durchaus einfacher als nun sich zu rechtfertigen und Kritik anzuhören dass man nicht vorher nachgedacht hat. Ich bin so traurig dass ich nicht anders kann.

  • #43

    Claudia & Sophie (Mittwoch, 13 Januar 2021 09:12)

    @ Melanie: Oh, das tut mir echt von Herzen leid! Wie gesagt, der Blues kann auch mal richtig heftig zuschlagen, und man sieht selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr ... Hast Du die Möglichkeit, Dich kurzfristig mit einer (guten!) Trainerin in Verbindung zu setzen, die Dir vielleicht schon mal die schlimmsten Sorgen w/Erziehung und Co. nehmen kann, weil sie mit Eurem Fellzwerg arbeiten will? W/Corona ist es momentan sicher ein bisschen schwieriger, aber Einzeltreffen werden weiterhin (zumindest bei uns in Baden-Württemberg) angeboten. Auch das Thema 'Stubenreinheit' wird deutlich entspannter mit der Zeit. Ich weiß, wie nervig das ist - ich durfte zeitweise im 5-Minuten-Takt wischen. Aber Sophie hat sich auch deswegen so lange mit der Stubenreinheit schwer getan, weil ich so angespannt und verzweifelt war, statt beruhigt zu wissen, dass es wirklich nur eine Phase ist.
    Du siehst, ich versuche gerade, Dich ins Blaue hinein zu beruhigen und Dir ein bisschen Stress abzunehmen ;-) - und ich bin mir echt sicher, dass auch Du es packen kannst und in ein paar Wochen nicht mehr weißt, warum Du Dir so einen Kopf gemacht hast!
    Aber - Du allein kennst die Situation bei Euch zuhause so richtig. 'Hund im Haus' darf Dich nicht fertig machen! Von außen lässt es sich immer leicht sagen 'Man weiß doch, was auf einen mit Hund(ewelpen) zukommt ...'. Es ist eben doch etwas ganz anderes, wenn der/die Kleine tatsächlich da ist. Manchmal ist es einfach (noch) nicht die richtige Zeit für einen Hund. Und dann ist es vielleicht doch die bessere Entscheidung, der/dem Kleinen eine Chance für ein anderes Zuhause zu geben.
    Aber ich kann meinen Rat nur wiederholen: Gib nicht (so schnell) auf! Was sagt Dein Mann zu allem? Kann er Dich noch etwas mehr unterstützen? Oder Dein Sohn? Die 'dunklen Wolken' verziehen sich dann umso schneller. Wie gesagt, es gibt Hundetrainer(innen). die sich mit diesem Phänomen gut auskennen und Dir bestimmt auch fachlich helfen können. Die Kleine bleibt ja nicht immer ein Hundebaby (mit allen Vorzügen, aber auch Schwierigkeiten), sondern wächst und entwickelt sich rasend schnell. Und wird dann bestimmt der Hund, den Du Dir in Deinen Gedanken vorgestellt hast: ein supernetter Buddy, der mit Deinem Sohn spielt, mit Euch zusammen wandern geht, Euch zum Lachen bringt ...
    Egal, wie Deine Entscheidung ausfällt: Du machst das Richtige. Entscheide nur einfach nicht zu vorschnell ....
    Ich drücke Euch ganz fest die Daumen und hoffe so sehr, dass es auch bei Euch ein Happy End gibt!

    Herzliche Grüße,

    Claudia & Sophie

  • #44

    Melanie (Donnerstag, 14 Januar 2021 08:23)

    Danke Claudia für deine lieben und aufbauenden Worte.
    Ich gebe uns noch ein bisschen Zeit
    Und hoffe dass es besser wird.
    Herzliche Grüße

  • #45

    Claudia & Sophie (Donnerstag, 14 Januar 2021 09:12)

    @Melanie: Super! Das freut mich für Euch! Du wirst sehen, es wird besser! Momentan kommt halt auch sehr viel zusammen: Corona & Co., blödes Wetter, dunkle Jahreszeit ...

    Alles Gute für Euch!

    Herzliche Grüße,

    Claudia & Sophie

  • #46

    Constanze (Sonntag, 17 Januar 2021 20:50)

    Oh, Danke, das Ding hat einen Namen. Hier wohnt seit Mittwoch ein 6 Monate alter Mischling aus dem Tierschutz und mir geht es richtig mies. Dummerweise sah ich - ohne große Hundeerfahrung - nicht, dass vermutlich ein JackRussel mit drin steckt, für mich war der eher Bordercollie mäßig. Jetzt sitze ich hier mit 4 Kindern im Homeschooling und einem Temperamentsbündel mit Sturschädel, der noch nichts wirklich kann. Und zudem glaube ich viel mehr Ruhe braucht, als er hier bekommt. Aber 2 Kinder lieben ihn heiß und innig, 1 findet ihn cool und 1 so naja, weil eben teilweise sehr wild. Und ich merke schon, das er das Potential zu einem tollen Hund hat, aber eben eben auch zu einer Katastrophe werden könnte, weil es halt eine explosive Mischung ist.

  • #47

    Claudia & Sophie (Montag, 18 Januar 2021 09:15)

    @Constanze: Vielen Dank für Deinen Kommentar! Oh, mit vier Kindern + ein 'halbstarker' Jack Russel-Mix hast Du wirklich ordentlich was zu tun ... Vom Alter her könnte er schon langsam in der Pubertät stecken, was zusammen mit wahrscheinlich schwierigen Erfahrungen in der Welpenzeit (wie kam er in den Tierschutz?) ist das eine herausfordernde Kombi - und Du solltest Dir wirklich Unterstützung holen. Hast Du schon mal nach einem (guten!) Hundecoach bei Euch in der Nähe geschaut? W/Corona fallen momentan ja leider alle Angebote in Hundevereinen aus, aber Einzelunterricht ist (wenigstens bei uns in BW) möglich. Da Jack Russels im Normalfall absolut helle Köpfchen sind, lernt Dein Kleiner bestimmt rasend schnell - leider auch mal das Falsche ... Aber mit entsprechend guter Unterstützung hast Du auch prima Chancen, dass er ein richtig cooles Familienmitglied wird! Bestimmt spielt dann auch bei Euch tatsächlich auch das Thema 'Ruhezeiten' eine große Rolle - je nach Alter und Temperament der Kinder kann es sein, dass er gerne mit ihnen eine Spur 'mitüberdreht'.
    Wir drücken Dir auf alle Fälle ganz fest die Daumen (und Pfoten)! Alles Gute für Euch!

    Beste Grüße,

    Claudia & Sophie

  • #48

    Constanze (Montag, 18 Januar 2021 12:37)

    @Claudia, danke für die lieben Worte. Ja, Ruhezeiten ist ein großes Thema, und ja, er überdreht da gerne mit. Er ist jetzt ja erst noch nicht lange da. Ich warte halt echt noch darauf, dass ich irgendwann auch mal einen Moment Freude mit ihm habe, Das ist gerade so garnicht da. Hundetrainer sind hier im Lockdown, aber ich hatte heute morgen ein sehr langes Telefonat mit einer Trainerin, die mir schon einige gute Tipps gegeben hat. Bleibt mein mieses Gefühl ihm gegenüber. Und das noch miesere Gefühl meinen Kindern gegenüber, sollte es nicht klapppen.

  • #49

    Andrea (Donnerstag, 21 Januar 2021 19:06)

    Hallo Claudia, ich will mich kurz mal wieder melden. Bei uns läuft alles bestens. Ich bin schon die 2. Woche arbeiten und meine Eltern machen das super mit ihr. Die Kleine ist jetzt 16 Wochen alt. Alle meine Sorgen sind verflogen. Ich liebe sie sehr obwohl ich immer noch um meine alte Hündin trauere. Ich bin so glücklich wenn sie neben mir in ihrem Hundebeifahrersitz sitzt und mich ganz stolz und glücklich anschaut oder wenn sie sich an mich kuschelt und wenn sie ganz stolz auf Kommando "Sitz" macht. Das ist so goldig. Sei herzlichst gegrüßt, Andrea und Daisy

  • #50

    Claudia & Sophie (Freitag, 22 Januar 2021 16:26)

    @Andrea; Oh, wie schön! :-) Das freut uns ganz arg! Vielen Dank, dass Du Dich nochmal mit so guten News gemeldet hast - es beruhigt uns immer sehr, wenn wir wissen, dass es wieder jemand aus dem Blues-Tief geschafft hat. Natürlich wirst Du noch oft an Deine alte Hündin denken, aber es ist doch super, dass Daisy so ein Sonnenschein ist und Dir durch die Trauerzeit hilft :-)!
    Ganz herzliche Grüße und alles Liebe & Gute für Euch beide!

    Claudia & Sophie

  • #51

    Cati (Samstag, 23 Januar 2021 09:34)

    Hallo Claudia und Sophie
    Wir haben uns vor einer Woche einen Malteserwelpen geholt. Ich wünsche mir seit ich denken kann einen Hund und nun nach Jahren haben wir uns entschieden eine Kleine zu holen. Ich bin seither nur am weinen, fühle mich überfordert und habe das Gefühl ich bekomme das alles nicht hin. Ich frage mich sehr oft ob das die richtige Entscheidung war und das Thema stubenrein macht mir extrem zu schaffen. Bevor ich deine Seite gefunden habe, habe ich mich dauernd gefragt was ist bei mir falsch. Ich habe grosse Angst, dass diese negativen Gefühle nicht mehr aufhören :-( herzliche Grüsse

  • #52

    Claudia & Sophie (Samstag, 23 Januar 2021 11:47)

    @Cati: Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Fellzwerg (Malteser sind wirklich tolle kleine Hunde mit einer großen Persönlichkeit :-) ) - und zum Welpenblues ... Hab bitte keine Angst: Alle negativen Gedanken, die Du Dir gerade machst, sind völlig normal, genauso wie das Gefühlschaos mit allem Drum und Dran. Und die beste Nachricht: Ja, der Blues verschwindet auch wieder! Und zwar paradoxerweise umso schneller, wenn Du ihn einfach als ganz normales Phänomen akzeptierst. Es hat sich eine Menge verändert, seit die Kleine bei Euch eingezogen ist, und die wilde Welpenzeit hat nicht immer nur schöne Seiten (ich denke da gerade an das Thema Stubenreinheit ...). Du wirst sehen, in ein paar Tagen geht es Dir schon wieder besser - und der Blues verschwindet so schnell, wie er gekommen ist. Schade, dass mein Buch noch nicht druckreif ist - darin hättest Du noch einige Tipps mehr gefunden, wie Du schneller über den Blues kommst ... :-(
    Übrigens: Werde nicht (wie ich) hypernervös, wenn es mit der Stubenreinheit nicht so schnell klappt. Die Bichon-Rassen sind bekannt dafür, dass sie manchmal etwas länger brauchen als andere Rassen. Hab einfach Geduld, beobachte die Kleine möglichst immer ;-) und behalte die Ruhe, wenn's wieder ein Pfützchen gab. Ich war mit den Nerven irgendwann so runter, dass ich dachte, Sophie wäre 'nicht ganz normal' ... :-(
    Wir drücken Dir alle Daumen und Krallen!
    Alles Gute für Euch und Kopf hoch,

    beste Grüße von

    Claudia & Sophie

  • #53

    Benita (Mittwoch, 17 Februar 2021 17:58)

    Liebe Claudia,
    wir haben jetzt 17:42 Uhr, es wird langsam dunkel und die Tränen fangen wieder an zu laufen. Seit 5 Tagen wohnt nun der kleine Loki bei uns und was soll ich sagen: ich hab mir das alles doch soo schön vorgestellt. Ich wünsche mir schon immer einen Hund und konnte mir diesen Traum nun endlich erfüllen. Ich habe gelesen, Videos geschaut, Dokus geschaut und nochmals gelesen. Ich hatte jedoch nicht auf dem Schirm, dass auch wir als Menschen uns erst an das neue Familienmitglied gewöhnen müssen. Jetzt ist er da und ich erwische mich immer wieder bei dem Gedanken, dass es vor ihm auch ganz schön war und ob es nicht ein Fehler war, ihn zu uns zu holen. Sobald dieser Gedanke ausgedacht ist, breche ich wieder in Tränen aus, weil ich ihm damit so unrecht tue. Die plötzliche Verantwortung, Überforderung und die Appetitlosigkeit (drei Kilo sind schon runter) sind mir aktuell einfach zu viel. Das schlechte Gewissen dem jungen Hund und meinem Partner gegenüber zu groß. Ich habe mittlerweile Angst davor mit ihm alleine rauszugehen, um nicht schon wieder diese Frustration und Überforderung fühlen zu müssen. Und die Angst, dass dieses Gefühl für immer bleibt ist noch größer.
    Als ich heute diesen Blog gefunden habe, musste ich herzhaft lachen (mittags kann ich alles viel besser mit Humor nehmen), so bekannt kamen mir die beschriebenen Fälle vor. Jetzt gerade fehlt mir wieder die komplette Hoffnung, dass wir das schaffen können.
    Liebe Grüße
    Benita

  • #54

    Claudia & Sophie (Mittwoch, 17 Februar 2021 19:22)

    @Benita: Liebe Benita, das klingt nach so einem akuten Anfall von Welpenblues, dass ich meinen Feierabend schnell nach hinten verschiebe und Sophie mit Herrchen Gassi gehen lasse ;-). Bitte, keine Panik! Ich kenne Deine Gefühle nur zu gut, und mir ging es damals genauso (und ganz, ganz vielen anderen Leuten auch, wie ich inzwischen festgestellt habe). Man hat das Gefühl, wirklich einen Riesenfehler gemacht zu haben, obwohl man doch eigentlich 'perfekt' auf den Hund vorbereitet war und sich so darauf gefreut hat. Aber dann ist er plötzlich da, und gerade ein Fellzwerg ist eben ein Baby mit allen Ansprüchen - und man überlegt sich, ob es nicht doch vorher eigentlich auch ganz schön war, so ohne Hund ...
    Aber das ist einfach nur dieses verrückte Gefühlschaos, weil ein kleiner Hund fast so eine Umstellung ist wie ein Menschenbaby! Aber im Gegensatz zu einem menschlichen Nachwuchs ist dein Fellzwerg in ein paar Monaten schon 'groß' - und die Zeit dazwischen einfach wahnsinnig aufregend, spannend und schön. Es müssen sich nur die Hormone (oder was auch immer - das Phänomen 'Welpenblues' wurde irgendwie noch nie erforscht, soweit ich recherchiert habe) wieder auf Normalzustand einpendeln. Und das passiert innerhalb von ein paar Tagen. Genaue Fristen kann ich dir natürlich nicht nennen, aber aus meiner eigenen Erfahrung und vor allem aus der mit den vielen anderen, die mir geschrieben haben, schätze ich mal so auf maximal zwei Wochen ab Tag 1. Dann hast Du ja die Hälfte schon fast geschafft - vielleicht sogar mehr! ;-)
    Auch wenn man es in diesem Moment kaum glauben kann, aber er geht vorbei, der Blues. Und dann fängt die schöne Zeit mit Hund so richtig an! Lass Dir einfach noch ein bisschen Zeit, mit dem Gedanken 'Ich hab jetzt einen Hund!' warm zu werden - und Loki geht's bestimmt genauso. In ein paar Tagen fragst Du Dich, warum Du dir so viele Gedanken gemacht hast ... In meinem Buch über den Welpenblues, das in ein paar Tagen erscheint (hoffentlich ... ;-) ) hab ich noch einen Extra-Tipp: Gönn dir ein Gläschen Prosecco (oder was immer dir guttut :-) - es darf auch ein Früchtetee, ein tolles Schaumbad sein oder sonst was Schönes, Entspannendes ... Lass Deinen Gefühlen Zeit, Loki in Eurer Familie als vollwertiges vierpfotiges Mitglied aufzunehmen. Akzeptiere das Gefühlschaos in dem Wissen, dass er demnächst vergessen ist, der blöde Blues. Wirklich ...
    Sophie und ich wünschen Euch alles Gute - und ein schnelles Blues-Ende!
    Liebe abendliche Grüße,
    Claudia & Sophie

  • #55

    Benita (Samstag, 13 März 2021 13:57)

    Liebe Claudia,
    3 Wochen später möchte ich mich nochmal melden: der Welpenblues ist weg! Nach ziemlich genau 1,5 Wochen nach Einzug von Loki ging es mir mit jedem Tag wieder besser. Ich habe gelernt, die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind und "einfach mal runterzukommen". Mir hat es tatsächlich einfach geholfen einen Wandernachmittag einzulegen und ein bisschen Abstand zu gewinnen. Ich ganz allein mit meinen Gedanken stand mir im Weg und als der Kopf weniger laut war, konnte ich endlich entspannen.
    Mir war es wichtig mich nochmals zu melden. Und an alle die auch (vielleicht wie ich durch Zufall) auf dieser Seite landen: Es wird wirklich wieder besser! Wenn man mitten im Welpenblues steckt, kann man sich das nicht so recht vorstellen - aber es ist tatsächlich so.
    Vielen lieben Dank Claudia für diesen Blog-Beitrag!
    Liebe Grüße
    Benita mit Loki :)

  • #56

    Claudia & Sophie (Sonntag, 14 März 2021 09:59)

    @Benita: Ganz lieben Dank für Deinen Kommentar! Wie schön, dass auch Ihr den blöden Blues erfolgreich gemeistert habt - willkommen bei den tollen Mensch-Hund-Teams! :-) Ich freue mich immer riesig, wenn es wieder jemand geschafft hat, den Welpenblues hinter sich zu lassen. Alles Gute für Dich und Loki und eine wunderbare Zeit zusammen!

    Herzliche Grüße von

    Claudia & Sophie