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5 Gründe, warum Du Urlaub OHNE Deinen Hund machen solltest

Urlaub ohne Hund

taniadimas @ pixabay.com


Verreisen OHNE Hund? Nie im Leben!

Ohne den eigenen Hund wegfahren? Ein ganzes Wochenende? Oder sogar - Gott bewahre! - einen richtigen Urlaub von mehr als zwei Wochen?

 

"Wie könnt Ihr nur?", hauchten unsere Freunde (mit Hund) und guckten uns an, als hätten wir Sophie gerade auf der Autobahnraststätte an einen Laternenpfahl gebunden. "Also, wir könnten ja nie ohne ..."

"Jaja, so ein Hund ist halt eine Belastung", gurrten andere Freunde (ohne Hund). "Ne, für uns wär das auch nix, nie wieder richtig Urlaub. Muss man sich halt früher überlegen, ob man sich diese Verantwortung ..."

 

Ja, es hat gewirkt.

Wir fühlten uns mies.

Richtig mies.

Vor allem Monster-Frauchen.

Eine Kreuzfahrt ins winterliche Norwegen buchen. Einfach so. Obwohl Hunde an Bord nicht erlaubt sind.

 

Tja, es gab aber kein Zurück. Keine Reiserücktrittsversicherung der Welt zahlt die Stornokosten für eine nicht ganz billige Kreuzfahrt, nur weil man Muffensausen bekommt. Außerdem steht das Thema 'Polarmeer im Winter' schon eine ganze Weile auf unserer Bucket List. Sophie wird uns hoffentlich noch mindestens zwölf, dreizehn Jahre auf Trab und bei Laune halten. Wir werden auch nicht jünger. Und wer weiß, wie die Welt in ein paar Jahren aussieht?

 

Aber der Preis für diese tolle Traumreise: den eigenen Hund für ganze sechzehn Tage in (fast) fremde Hände geben.

 

Oh weh.

Was da so alles schiefgehen kann ...

 

 

 

 

"Ohne Herrchen und Frauchen? Was da so alles schiefgehen kann ..."

 moshehar @ pixabay.com

Eine ganze Menge.

 

Der Hund mag den Hundesitter nicht.

Der Hundesitter mag den Hund nicht.

Der Hund wird krank.

Der Hundesitter wird krank.

Wir vermissen den Hund zu sehr.

Der Hund vermisst uns zu sehr.

Oder zu wenig.

Oder gar nicht.

 

Und dieser ganze Stress vorab für nur zwei Wochen Heile-Welt-Urlaub aus dem Gute-Laune-Reiseprospekt ...

 

Okay, ich mach's kurz.

 

Keine der vielen, vielen Befürchtungen ist eingetroffen.

Ganz im Gegenteil.

Wir haben alle von diesen sechzehn Tagen Trennung auf Zeit profitiert - sogar Heike, die beste Hundesitterin der Welt :-).

Und warum, habe ich Dir in meinen ganz persönlichen 'Best five' aufgezählt. Es gibt bestimmt noch bessere/andere Gründe für Dich ...

Die 5 besten Gründe, warum Du auch mal Urlaub ohne Hund machen solltest

(ohne ein schlechtes Gewissen zu haben)

Trauminsel

 

 

 

 

Reif für die Insel ...

Julius_Silver @ pixabay.com

Grund 1: Qualitätszeit für Dich (Euch ;-) )

Ganz entspannt durch die Fußgängerzone bummeln? Eine neue Stadt entdecken? Interessante Stunden im Museum verbringen? Ausspannen in der Wellness-Oase? Romantisch zusammen Essen gehen?

 

Alles Dinge, die wir in der Prä-Sophie-Zeit gemacht haben.

Natürlich nicht ständig, aber hin und wieder.

Und diese kleinen Auszeiten vom Alltag haben uns gut getan.

Als Person und als Paar.

 

Seit knapp zwei Jahren heißt der Mittelpunkt unseres Lebens 'Sophie', und wir richten es bewusst (und oft auch unbewusst ;-) ) nach ihren Bedürfnissen aus. Wie alle Bichon-Rassen ist sie absolut nicht gern allein, und so scheiden Ideen wie 'abends drei, vier Stündchen ins Kino und danach noch schick einen Cocktail an der Bar' von vornherein aus.

 

Wenn wir uns mit Freunden (ebenfalls mit Hund) zum Essen treffen, dann logischerweise in einem Lokal, in dem Hunde gern gesehen werden (was nicht überall der Fall ist). Und spätestens, wenn die Teller auf dem Tisch stehen, hängt mindestens einer mit dem Kopf unterhalb der Tischplatte und schaut nach, was die beiden Süßen so alles treiben.

 

Ja, es liegt meistens an uns (bzw. Sophie), dass es nix wird mit dem entspannten Abend zu zweit oder mit guten Freunden. Geb ich offen zu.

 

Sophies 'Leg dich auf die Decke und rühr dich keinen Millimeter'-Training ist im Ansatz steckengeblieben. Solange sich noch ein anderes (menschliches) Wesen innerhalb des 3-Kilometer-Radius bewegt, muss das Mäuschen gucken.

Und uns anstupfen, damit wir auch gucken. 

Oder mit ihr mal kurz rausgehen.

Oder mit ihr spielen.

Oder kraulen (aber nur hinter den Ohren. Oder am Rücken. Nein, nicht an dieser Stelle. An der anderen).

 

Langer Rede, kurzer Sinn: Es ist wirklich toll, mit einem Hund sein Leben teilen zu dürfen.

Aber hin und wieder braucht jeder eine Auszeit.

Ein paar Stündchen beziehungsweise Tage für sich (und seinen Lieblingsmenschen).

Urlaub vom Alltag und von der Verantwortung, alles dafür zu tun, dass es dem Vierbeiner richtig gut geht.

 

Sophie war während unserer Reise ständig in unseren Gedanken präsent, aber wir konnten einfach auch mal wieder den Tag gestalten, ohne an Gassi-, Fütter- und Ruhezeiten denken zu müssen. Wir konnten durch nette, kleine Stadtviertel bummeln, ohne den Asphalt ständig nach Glasscherben oder Essensresten abscannen zu müssen. Wir konnten solange nach dem Essen sitzen bleiben und noch einen Espresso genießen, wie wir wollten. Wir konnten zusammen in Läden bummeln gehen, ohne dass einer vor der Tür mit dem Hund an der Leine warten musste.

 

Das Ergebnis:

Unser Nervenkostüm ist wieder karbonverstärkt, das Kraftzentrum maximal aufgeladen. Wir haben in den zwei Wochen so viel Schönes gesehen und erlebt, was wir mit Sophie (leider) nicht sehen und erleben hätten können.

 

Und wir freuen uns wieder auf das Essen mit Freunden, während die Hunde unterm Tisch tanzen.

Grund 2: Trennung auf Zeit als perfekter Bindungsverstärker

Tja, das hätte ich auch nie gedacht.

 

Bindung entsteht für mich nämlich durch Nähe. Körperliche, aber natürlich auch seelische Nähe.

Tagaus, tagein.

Siehe oben.

 

Mit dem winzigen Problem, dass im Alltag vieles im wahrsten Sinne des Wortes 'alltäglich' wird. Wie beim (Ehe)Partner. Was im ersten Verliebtsein noch neu und aufregend war, wird zur Gewohnheit. Ganz ehrlich, wann hast Du Deinem Lieblingsmenschen zum letzten Mal gesagt, wie toll er ist? Was für schöne Augen er/sie hat, wie gut ihm/ihr das Shirt steht, wie lecker er/sie die Spaghetti Bolognese kochen kann?

 

Wann hast Du Dich das letzte Mal so richtig über und mit Deinem Hund gefreut?

Ganz ohne 'ja, aber ...'?

 

Leider tendieren wir entwicklungspsychologisch dazu, unsere Aufmerksamkeit mehr auf das Negative zu richten. Klar, unsere Vorfahren haben nur deswegen ihre guten Gene weitergeben können, weil sie lieber vor dem Säbelzahntiger davongerannt sind, anstatt die Steinzeit-Sonnenblume weiter verliebt anzuschmachten. Unser Gehirn ist darauf trainiert, positiven (=gefahrlosen) Dingen weniger Beachtung zu schenken als den unbekannten, schwierigeren. Die könnten sich ja schließlich zu einer echten Gefahr entwickeln, wer weiß?

 

Und so passiert's ganz schnell: man konzentriert sich eher auf die - na, nennen wir sie mal ganz höflich - Baustellen. Auf das Problem, im Restaurant keine zehn Minuten ruhig auf seiner Decke liegen zu bleiben, während die Dänische Dogge da hinten seit der Vorspeise im Tiefschlaf träumt. Auf die Tatsache, dass man sich lieber an der nächsten Tanne in Trance schnüffelt, anstatt Frauchens verzweifelte Jogging-Versuche zu unterstützen. Dass man immer dann gaaaaanz dringend raus muss, wenn der Krimi anfängt.

 

Aber - hey, das sind Bagatellen, oder? Kein Säbelzahntiger, der einem an den Fersen klebt. Höchstens ein Säbelzahnkätzchen mit ein paar zarten Krallen.

 

Und das versteht man am besten, wenn man sich mal ein paar Tage lang so richtig doll auf seinen Hund freuen kann.

Wirklich.

 

Und ich glaub, Sophie geht's genauso mit uns.

Seitdem wir wieder zusammen sind, ist sie ein kleiner Goldschatz.

Na ja, meistens. Vor allem, wenn sie schläft :-).

Bichon frisé

 

 

 

 

"Bin ich nicht brav?!?"

Grund 3: Das tolle Gefühl, einen noch tolleren Hund zu haben

Zum Thema 'böse Vorahnungen' hatte ich mich ja schon ausgelassen.

Und ja, es ist ein Risiko, den eigenen Hund für mehrere Tage in fremde Hände zu geben - egal, ob die fremden Hände einem gutmütigen Familienmitglied, den lieben Nachbarn oder dem engagierten Hundesitter gehören.

 

Was ist, wenn der Hund plötzlich seine gute Kinderstube vergisst? Plötzlich aus Protest wieder zum Stubenpinkler wird? Sich dauernd vor lauter Stress und Verlustangst übergibt? Seine Wut am Türrahmen oder den Sofakissen auslässt?

Klar, wir sind (hoffentlich) gut versichert. Aber peinlich wär's einem schon, wenn sich die süße, kleine Fellnase im fremden Haushalt plötzlich in Conan, den Zerstörer, verwandelt.

 

Und so springt einem fast das Herz aus der stolzgeschwellten Brust, wenn NIX, aber auch gar NIX von dem ganzen Übel eingetroffen ist, das man sich in sämtlichen Schwarztönen ausgemalt hat.

Wenn man bestätigt bekommt, dass der eigene Hund immer sooooo lieb gehorcht hat, nachts nur ein einziges Mal raus musste (ein echter Notfall) und ansonsten wirklich immer ein supertoller Begleiter war ...

 

Ein herrliches, wunderbares Gefühl, vergleichbar nur mit echter Mutterliebe. Und stärkt die Bindung - siehe Grund 2.

 

 

 

 

 

 

Echte Liebe auf einen Blick ...

Grund 4: Urlaub vom Alltag - für den Hund

So, und jetzt kommt endlich auch der Hund dran - nicht, dass es heißt, ich denke nur an Herrchen und Frauchen!

 

100% Aufmerksamkeit. In jeder wachen Minute. Der Traum für Sophie.

Gemütliche, lange Spaziergänge mindestens zweimal am Tag, Schnüffel-Abenteuer im Stadtpark, dauernd Besuch von tollen Menschen mit Leckerlis in der Tasche, leckere Amuse-Gueule-Häppchen zwischen den drei Hauptmahlzeiten, ausgedehnte Massage-Sessions auf dem Sofa, Bällchen-Spielen, bis man im Laufen einpennt - wenn unser Hund das Paradies beschreiben sollte: So sähe es aus.

 

Und wir bekamen im Stundentakt die Beweisfotos:

Beruhigend, oder? :-)

 

Klar, die Voraussetzung für so ein Luxusleben auf Zeit ist natürlich ein Hundesitter, der sich für Deinen Hund sämtliche Beine ausreißt. Oder wenigstens eins.

 

Über die aufregende Suche nach der perfekten Urlaubsbetreuung für Sophie habe ich mich ja schon ausgelassen - in diesem Blog-Beitrag.

Grund 5: die ultimative Wiedersehensparty mit Herrchen & Frauchen

Last but not least:

Gib Deinem Hund doch einfach auch mal die Gelegenheit, mordsmäßig vor Freude auszurasten. Und das wird er, wenn er Dein blasses Gesicht mit der ordentlichen Portion schlechtes Gewissen drin sieht.

 

Und dann schmeiß mit Leckerli um Dich, versteck seinen Lieblingsknochen unter dem Sofakissen, lass ihn toben, bis die Teppiche an der Decke kleben - mach die Party Eures Lebens draus.

 

Ihr habt es Euch beide verdient.

 

Und der Hundesitter auch. :-)

 

Bei uns herrscht sogar nach zwei Wochen immer noch Ballermann-Feeling. Sophie kommt viel schneller zur Ruhe als vor dem Urlaub, wir sehen mit einem milden Lächeln über sämtliche 'Mini-Baustellen' weg, die Kommandos sitzen besser als je zuvor (meistens jedenfalls ;-) ), und - psssst - Frauchen träumt sogar ganz still und heimlich davon, wieder mal bei der Vorbereitungsgruppe für die Begleithundeprüfung vorbeizugucken ...

 

Na, hab ich dich überzeugt, mal eine Auszeit vom Alltag mit Hund zu nehmen? :-)

 

Ach so, trotz aller guten Gründe: Wir machen unseren nächsten Urlaub natürlich wieder zu dritt. Gemütlich in einer Ferienwohnung im Pfälzer Wald, wo Hunde ausdrücklich willkommen sind.

Es muss ja nicht immer eine Kreuzfahrt sein ... :-)

 

Noch viel mehr zum entspannten Zusammenleben mit Hund und Co. findest Du übrigens bei der Hundetrainerin (und tollen Blogger-Kollegin :-) ) Ulrike Seumel - schau doch gleich mal auch bei ihr vorbei! Zum Beispiel hier, oder hier ...

 

Hab einen schönen Tag, genieß ihn mit Deinem Vierbeiner, und bis bald!

 

Viele Grüße,

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