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Welpenblues 2.0

Welpenblues

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Welpenblues 2.0 - 4 neue Tipps gegen den Blues

Die wilde Welpenzeit

Als ich vor fast genau einem Jahr den Blogbeitrag zum Thema ‚Welpenblues‘ schrieb, hatte ich keine Ahnung, wie viele Neu-Hundeeltern ebenfalls mit diesem Phänomen zu kämpfen haben.

 

Ich selber hatte in Sophies 'wilder Welpenzeit' ziemlich Schwierigkeiten, etwas über dieses Thema zu finden. In den gefühlt 5291 Ratgebern, die ich über Hundewunsch generell (‚Finde Deinen Seelenhund!‘), Züchtersuche, Welpenauswahl‚ Pflege und Ernährung, 1x1 der Welpenerziehung ('Alles total easy - zum gut erzogenen Hund in drei Tagen‘) etc. vorab auswendig lernte, war das Thema Welpenblues unterrepräsentiert.

Mit anderen Worten: nicht existent.

 

Die hübsch gemachten Büchlein zeigten auf Hochglanzpapier drollige Kerlchen, die auf vier Pfoten fröhlich (und selbstverständlich zu hundert Prozent stubenrein, beißgehemmt und absolut lernwillig) durch die Welt tapsten oder auf dem Schoß ihrer glücklichen Hundeeltern den Tag verschliefen. Kleinere Verständigungsprobleme ('Neeeeein, der Teppich ist nicht zum Lulu-Machen da! Neeeein, wir ziehen nicht an der Leine!') wurden basisdemokratisch zeitnah zur vollen Zufriedenheit beider Seiten gelöst.

Genau so wollte ich das auch.

Und dann zog Sophie und damit die Realität bei uns ein.

 

Die Folge: Welpenblues der Stufe zweieinhalb (von drei).

 

 

 

 

'Welpenblues? Aber ich bin doch weiß!'

 

Und wie ich den vielen lieben Zuschriften und Kommentaren (auf die ich leider, leider programmierungstechnisch nicht direkt antworten kann) entnehme, die mich seit Veröffentlichen des Blogbeitrags erreichen, bin ich nicht die Einzige, der es so geht.

 

Und das tut mir echt leid, denn:


Keine Angst, es wird besser! Ganz bestimmt! Ihr packt das!

 

Deswegen noch mal für alle, die mir nicht persönlich per Mail geschrieben und die explizite Erlaubnis erteilt haben, dass ich ihnen antworten darf (ich lieeeebe die neue DSGVO, hatte ich das schon mal erwähnt?), hier der ultimative Mut-Macher:

 

Gib nicht auf!

 

Bestell Dir online die supergeilen Schuhe, die eigentlich viel zu teuer sind, schau Dir eine Folge Deiner Lieblingsserie an (oder zwei, falls Dich Deine Mini-Fellnase so lange in Ruhe lässt), gönn Dir dabei ein Gläschen Prosecco (oder ein Bier aus der Flasche), lass Dir ein Schaumbad ein, vergieß ein paar Tränchen, wenn Klein-Buddy wieder mal sein Häufchen mitten in die Küche gesetzt hat, aber auf alle Fälle:

 

Akzeptiere das Chaos!

 

 

Welpenzeit ist im Normalfall Ausnahmezeit.

 

Ein (menschliches) Baby stellt ja auch Dein Leben auf den Kopf – warum sollte es mit einem Hundebaby anders sein? Und gegenüber Kindern hat Deine Fellnase den klaren Vorteil, dass sie viel schneller groß, erwachsen und manchmal sogar richtig vernünftig wird. Gerade bei kleinen Hunderassen geht die Welpenzeit soooo schnell vorüber, und glaub mir, spätestens nach zwei Jahren wirst Du schniefend die Fotos mit Klein-Buddy und Mini-Milo angucken und Dir wünschen, nochmal die viel zu großen Pfoten streicheln zu können, oder das weiche Babyfell …

 

Ihr steht diese wilde Zeit zusammen durch! Wirklich! In ein paar Monaten ist alles (oder wenigstens das Meiste ;-) ) komplett vergessen, und Ihr werdet das Superteam, das Du Dir so sehr wünschst.

 

 

 

 

 

'Also, ich bin total gut im Vergessen ...'

Du bist nicht allein mit Deinen Sorgen, Ängsten, Gedanken à la ‚Wenn ich das gewusst hätte …‘ oder ‚So hab ich mir das aber nicht vorgestellt!‘.

Ich habe wirklich noch keine einzige frischgebackene Welpenmama (oder das männliche Pendant dazu) getroffen, die nach der ersten Woche nicht mit hängenden Schultern, dunklen Augenringen und knirschenden Zähnen hinter dem vierbeinigen Familienzuwachs hergerannt wäre.

 

Dagegen hilft nur eins: Durchhalten. Es wird besser, ganz bestimmt!  

 

Und für die Zwischenzeit gibt's hier nochmal 4 Extra-Tipps, wie Du den Welpenwahnsinn überstehst.

 

4 Extra-Tipps gegen den Welpenblues

Konzentriere Dich auf das Positive

 

Warum nochmal wuselt Dir da gerade so ein kleines Fellbündel zwischen den Füßen herum?

 

Weil Du Dich (hoffentlich!) nach langem Überlegen für ein neues Familienmitglied entschieden hast.

 

Weil Du für Dich, Deinen Partner, Deine Kinder ein sensibles, liebes, verschmustes, verspieltes, sportliches (oder nicht so sportliches) Lebewesen an der Seite haben willst.

 

Weil es einfach toll ist, ein so sensibles (oh ja!), intelligentes, menschenbezogenes Tier bei sich zu haben. Da kann kein Goldfisch mithalten, glaub mir.

 

Denk mal an die vielen wunderbaren Spaziergänge, die Ihr zusammen machen werdet (das Thema ‚Leinenführigkeit‘ lassen wir jetzt mal schön beiseite), die gemeinsamen Erlebnisse und kleinen und großen Abenteuer! An die vielen (Lern)Erfolge!

 

Und schau doch mal, wie lieb Dich der/die Kleine aus seinen riesigen Kulleraugen gerade in diesem Moment anguckt …

 

 

 

'Nicht böse sein! Guck doch mal, wie lieb ich guck!'

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Hab nicht zu viel Angst vor der Verantwortung

Im Nachhinein gesehen hat mich persönlich das Thema ‚Verantwortung‘ ziemlich erdrückt, und dieses Thema kam auch in vielen Kommentaren auf.

 

Okay, ich geb’s zu: Die Vorstellung, die nächsten zehn, fünfzehn Jahre für so ein kleines Wesen verantwortlich zu sein, für es zu sorgen und mit ihm durch die Höhen und Tiefen des Alltags zu gehen, kann einem ganz schön Muffensausen bereiten.

 

Wie war das nochmal mit Spontanurlaub im Wellness-Hotel? Treffen mit Freunden im Restaurant, das keine Hunde erlaubt? Und wie oft muss so ein Hund eigentlich Gassi??? Wo nehm ich bloß die Zeit her …

 

Ja, die Fragen kommen, und auch wenn man noch so viele davon im Vorfeld (hoffentlich) locker beantwortet hat – wenn die Fellnase dann im Haus ist, sieht es nochmal ganz anders aus.

 

Da entpuppen sich Familienmitglieder, die als Hundesitter eingeplant waren, plötzlich als allergisch gegen Tierhaare oder die Nachbarn als kynophob (auf gut deutsch: fürchten sich extrem vor Hunden). Wenn’s aus Kübeln schüttet und der Wetterdienst vor Orkanböen warnt, macht der Gassigang definitiv keinen Spaß, und alle zwei Minuten bekommt man eine Werbung für die megagünstige Flugreise nach Kuba.

 

Aber: 

 

Es gibt für alles eine Lösung.

 

Wir haben eine tolle Hundesitterin gefunden, bei der Sophie total happy ist. Die Nachbarn haben sich von unserem Mäuschen charmant um den kleinen Finger (bzw. die kleine Kralle) wickeln lassen, als sie Sophie in Ruhe näher kennenlernten. Gegen Schietwetter hilft die richtige Kleidung und Gummistiefel – und die Aussicht auf einen heißen Glühwein hinterher.

 

Also, nur Mut.

 

 

 

 

Alles eine Frage der richtigen Einstellung ...

Versetze Dich in die Lage Deiner kleinen Fellnase

Darüber hatte ich schon in meinem ersten Blog-Beitrag zu diesem Thema einiges erzählt.

 

Wenn es bei Dir wirklich drunter und drüber geht, wäre es bestimmt hilfreich, wenn Du auch mal Euren gemeinsamen Tagesablauf checkst.

 

Wieviel Ruhezeit bekommt Dein Hundebaby?

 

Kann es sich wirklich ungestört an einen Platz zurückziehen, wo es sich wohl und sicher fühlt? Gerade in einem Haushalt mit (kleinen) Kindern herrscht oft ganz schön Wirbel. Was für Dich normal und problemlos ist, kann für Deine Fellnase schon viel zu laut und zu unruhig sein.

 

Wir merken es Sophie immer noch an, wenn wir mal Besuch hatten oder irgendwo mit ihr zu Besuch waren. Am nächsten Tag hat Madame immer Migräne ... :-) 

 

Gib Deinem Welpen die Chance, alle neuen Eindrücke, die auf ihn einstürmen, in Ruhe zu verarbeiten. Auch wenn Klein-Buddy am wildesten mittobt und offenbar gar nicht genug vom Rennen und Springen bekommen kann … In seinem Gehirn geht es mindestens genauso wild zu.

 

Beobachte Dich und vor allem Deine Körpersprache

Okay, schwieriges Thema.

 

Wir Menschen sind hauptsächlich darauf gedrillt, mit Sprache zu kommunizieren. Der Rest läuft (meistens) im Unterbewusstsein ab. Wir erkennen an dem hängenden Kopf und den runden Schultern des anderen, dass es ihm offensichtlich nicht supertoll geht. Ob seine Mundwinkel dabei zucken, die rechte Fußspitze wippt oder sein Ohrläppchen anderthalb Millimeter tiefer hängt als sonst, übersehen wir im Normalfall.

 

Deine Mini-Fellnase hat schon nach den ersten vier oder fünf Lebenswochen gelernt, auf kleine Nuancen der Körperhaltung zu achten – und sie verfeinert diese Fähigkeit mit jedem Tag.

 

Wer’s nicht glaubt, darf gerne mal beobachten, wie unser Dickköpfchen Sophie auf die Trainerin reagiert. Da reicht eine hochgezogene Augenbraue und eine winzige Verlagerung des Oberkörpers nach vorne, und Madame ist total beeindruckt. So sehr, dass sie sogar das Superleckerli auf der Straße liegen lässt. Superhero-Herrchen und ich üben das mit der Augenbraue übrigens noch …

 

Also, auch wenn es Dir nicht bewusst ist: Du sendest ständig Signale. Und Dein Welpe weiß sehr schnell, was hochgezogene Schultern und verkrampfte Hände bedeuten. Aber er weiß nicht, warum Du genau in dieser Haltung vor dem wunderschönen Häufchen Poo stehst, das er gerade in liebevoller Kleinarbeit auf dem Wohnzimmerteppich platziert hat. Seine Hundemama hat ihm bis vor kurzem dafür noch zärtlich den Poppes abgeleckt, und Du tust so, als hätte er Dir Deinen Lieblingsknochen gemopst.

 

 

 

 

'Dabei hab ich doch soooo ein schönes Poo gemacht ...'

 JACLOU_DL@pixabay.com

Probier doch mal, auf Deinen Körper zu achten. Überleg Dir, wie Deine Haltung auf das winzige Häufchen Hund zu Deinen Füßen wirkt.

Beugst Du Dich so weit über ihn, dass er Angst bekommt?

Sind Deine Bewegungen schnell, fast hektisch?

 

Vielleicht kannst Du Dir mal Videos beispielsweise auf Youtube ansehen, in denen richtig gute Agility- oder Obedience-Teams auftreten. Bei den (menschlichen) Profis wirst Du bestimmt die klare, genaue Körpersprache entdecken, wenn Du darauf achtest. Und je klarer und genauer Du mit Deinem Körper kommunizierst, desto besser versteht Dich auch Dein Welpe.

Ich weiß, das fällt schwer. Vor allem, wenn das wunderschöne Häufchen Poo auf dem Teppich so bestialisch stinkt …

 

Aber versuch’s doch mal mit dieser kleinen Übung: lächle Deinen Hund an. Am besten anfangs mit geschlossenen Lippen – sonst denkt Dein Welpe noch, Du zeigst ihm Deine Reißzähne …

 

 

 

'Das schönste Lächeln hab aber ich, oder?'

Also, nochmal: lass Dich vom Welpenblues nicht unterkriegen.

 

Es ist eine aufregende Zeit für alle Beteiligten, auch für Deine Fellnase! Vergleich Dich (und Deinen Welpen) nicht mit anderen. Ihr habt Euer ganz eigenes Tempo, zu einem supertollen Team zu werden. Ein Hund ist ein Lebewesen mit ganz individuellem Charakter – aber genau das macht es doch auch so wunderbar, eine Fellnase an seiner Seite zu haben, oder?

 

In diesem Sinne: Kopf hoch, Augen zu und ab durch die wilde Welpenzeit! Spätestens in ein paar Monaten sieht die Welt für Euch viel schöner aus.

 

Ganz bestimmt.

 

 

 

Und Ihr werdet ein Superteam.

Seaq68@pixabay.com

So, ich hoffe, mein Update zum Thema Welpenblues konnte Dich ein bisschen beruhigen.

 

Oder steckst Du etwa noch mitten drin im Welpenwahnsinn? Du wünschst Dir praxiserprobte Unterstützung sowie ganz viele Tipps und Tricks zu Welpenerziehung, Beziehungsaufbau, Sozialisierung und, und, und?

 

Genau für Dich haben Sophie und ich uns ins Zeug gelegt und ein richtiges Mutmach-Buch geschrieben: 'Welpenblues - nein, danke! Welpenerziehung spielend leicht und ganz entspannt'.

Darin erfährst Du alles, was Du für einen rundum tollen Start ins Leben mit Hund brauchst - und der Welpenblues ist in Null Komma Nix vergessen. Garantiert :-).

 

Den Ratgeber bekommst Du ganz easy hier als Taschenbuch oder eBook. Hol ihn Dir am besten gleich!

 

 

Ich freu mich sehr, wenn Du mir Deine Erfahrungen berichtest oder einfach nur mal alles loswerden willst, was Dich (und Deinen Welpen) gerade so bedrückt. Schreib uns einfach einen Kommentar - oder ein Mail direkt an kontakt@der-kleine-hundeblog.de (bitte gib uns darin auch gleich das Okay, dass wir Dir antworten dürfen :-), das tun wir natürlich gerne!)

 

Herzliche Grüße und alles Gute für Dich und Deine Fellnase,  


Oh, und bevor Du gehst ... Hast Du Dich schon durch unsere anderen Blogbeiträge gelesen?

 

Und wenn Du Dich beim Erinnerungsservice anmeldest, erhältst Du sogar immer eine Info, wenn wir wieder einen Beitrag verfasst haben. Ist das nicht cool? :-)

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Kommentare: 10
  • #1

    Claudia (Mittwoch, 21 August 2019 01:18)

    Babyblues bei Welpen, hielt ich für nicht möglich! Mein Bruder allerdings sah mich an und meinte, bei meinem Sohn, vor 26 Jahren, hätte ich genauso dagestanden. Aber, dass der Einzug meiner tollen Magyar Vizsla Hündin mich so aus der Rolle werfen würde, hätte ich niemals für möglich gehalten. Die ersten 2 Wochen konnte ich kaum was runterbringen, dementsprechend schaue ich mittlerweile aus, und jetzt ist sie seit 8 Wochen bei mir. Seit mindestens 5 Jahren wünsche ich mir einen Hund, hatte auch schon Mal selbst einen, aber da war ich 18 Jahre alt und habe mich nur gefreut! Und jetzt, habe direkt Panikattacken, ob ich sie richtig erziehen kann, ob ich es schaffe, dass sie allein bleibt und sie macht alles toll und jetzt hat sie seit 3 Tagen Durchfall (war schon 2x beim Tierarzt), ich mache mir unendlich Sorgen! Auch, wenn sie häufiger krank sein würde, bedrückt mich der Gedanke, dass die Kosten mir über den Kopf wachsen könnten. Immer ein Kloß in der Magengegend und keine richtige Freude, kommt mehr auf, ich habe schon Angst depressiv geworden zu sein! Es ist in Nuancen auch besser geworden, und der Blog macht Hoffnung, dass ich mich später darüber wundern werde können! Danke an alle offenen Worte!

  • #2

    Marta (Samstag, 13 Juni 2020 21:57)

    Ich Sitz hier mit Tränen in den Augen und lese mir diese ganzen Beiträge und Kommentare durch. Ich bin 16 und hab mir eigentlich schon immer einen Hund gewünscht. Meine Eltern haben zwar konsequent Nein gesagt, aber seit gestern sitzt dann doch eine 9 Wochen alte kleine fellnase hier bei mir Und meinen 2 Brüdern.
    Wir wollten schon so lange einen Hund, aber jetzt kann ich nur noch daran denken wie stark sich mein Leben verändert und wie anstrengend das ganze wird.
    Und das komischste daran: Der Welpe hat mich total gern und er ist auch Mega süß und goldig. Zwar noch nicht ganz stubenrein, aber er ist wirklich ein Schatz.
    Und trotzdem konnte ich die ganze Nacht nicht schlafen (er lag in meinem Zimmer) und hab mir nur Möglichkeiten ausgemalt, wie wir ihn loswerden können. Ich konnte überhaupt nicht einschlafen und die Gedanken über die riesige Verantwortung, über die nächsten Jahre ließ mich einfach nicht los.
    Dabei bin ich ja nicht alleine damit, meine Eltern und Geschwister sind ja auch da. Aber irgendwie hat mich der welpenblues doch gepackt.
    Als ich heute recherchiert hab, war ich so froh auf diese Artikel gestoßen zu sein. Ich hoffe einfach so sehr, dass diese Gedanken blad aufhören.
    Momentan lieg ich leider weinend im bett und kann es irgendwie nicht meinen Eltern sagen, weil ich ja auch diesen Welpen wollte und ich sie dazu überredet
    Es tut gut, es mal aussprechen zu können.

  • #3

    Claudia & Sophie (Sonntag, 14 Juni 2020 17:44)

    @Marta Hallo liebe Marta, erstmal herzlichen Glückwunsch zur kleinen Fellnase! Ich hoffe, Du hast die aufregende erste Nacht jetzt erstmal gut verdaut - ganz ehrlich, ich kenne irgendwie keinen, der in der ersten Nacht mit Welpe ein Auge zugemacht hat ... :-) Klar, dass dann erstmal alles über einen hereinbricht, und nachts sind immer alle Probleme schlimmer als tagsüber. Ich weiß, wovon ich rede ;-).
    Bestimmt hatten Deine Eltern auch keinen besonders ruhigen Schlaf - und wenn sie merken, dass Du Dir so einen Kopf machst, geht es ihnen bestimmt auch nicht so gut. Aber sie haben Dir ja den Kleinen 'erlaubt', trotz aller Bedenken und Überlegungen (die man sich im Vorfeld ja immer machen sollte), und sie wollen, dass Du glücklich bist. Ich bin mir sicher, dass sie Dir auch weiterhelfen, wenn Du Dir mal unsicher bist, ob ein Hund jetzt wirklich so eine supercoole Idee war .... ;-)
    Das Wichtigste ist, dass Du generell weißt, dass ein Hund manchmal auch anstrengend sein kann (vor allem ein Welpe ;-) ;-) ;-) ), und man eigentlich gerade gar keine Lust auf Gassi oder Hundesport hat - aber dann kommen wieder für jeden blöden Moment ganz viele schöne! Stell Dir einfach vor, wie schwierig es gerade für Deine Fellnase ist, weg von seiner Familie, ganz allein in einer fremden Umgebung ... Der freut sich wahnsinnig, wenn jemand lieb zu ihm ist. Und als Familie mit Deinen Eltern und Deinen Geschwistern zusammen habt Ihr doch tolle Voraussetzungen, dass Ihr Euch auch mal ein bisschen abwechseln könnt, Also nur Mut - Ihr schafft das! Ganz bestimmt!

    Alles Gute für Euch und liebe Grüße,
    Claudia & Sophie

  • #4

    Jasmin (Dienstag, 11 August 2020 08:39)

    Also ich würde gerne ein Buch über unfähige Züchter schreiben. Das Wohl des Menschen der den Hund übernimmt muss genauso berücksichtigt werden wie das wohl des Hundes. Ich würde als Hundeanfänger in den ersten Tagen im Stich gelassen. Statt Zuspruch und Unterstützung bekam ich Erziehungshinweise die mich noch mehr verunsichert haben. Und die Züchterin forderte ein den Hund zurück zu bringen- mit etwas mehr Mitgefühl und Unterstützung hätte ich es sicher geschafft. Jetzt bin ich total unglücklich ohne Hund.

  • #5

    Claudia & Sophie (Dienstag, 11 August 2020 09:38)

    @Jasmin: Hallo nochmal :-) - wir haben Dir ja auch schon auf den anderen Kommentar geantwortet :-). Ja, es ist echt schade, dass Ihr da leider eine Züchterin mit etwas strengen Vorstellungen erwischt hattet. Gerade Leute, die in der Hundezucht unterwegs sind, sollten das Thema 'Welpenblues' kennen und die Käufer darauf aufmerksam machen - gerade wenn die neuen 'Eltern' noch keine Erfahrung mit Hunden und vor allem Welpen gemacht haben. Beim Einzug eines Welpen ist Erziehung zwar ein wichtiges Thema, aber nicht DAS wichtigste Thema, finde ich. Als erstes sollte eine möglichst (für Herrchen und Hund :-) ) nervenschonende Eingewöhnung ins neue Zuhause erfolgen ... Wie schade, dass es bei Euch im ersten Anlauf nicht geklappt hat, aber wie gesagt - da draußen wartet bestimmt die 'richtige' ;-) Fellnase auf Euch!

    Alles Gute & liebe Grüße von

    Claudia & Sophie

  • #6

    Faye (Dienstag, 08 Juni 2021 15:49)

    Hallo liebe Claudia,

    Ich habe seid Freitag einen Labrador Retriever. Die kleine ist fast neun Wochen alt und wirklich eine tolle Maus. Am Samstag hatten wir eine Hundetrainerin da. Im Nachhinein denke ich es war viel zu früh! Sie hat mich in vielem so sehr verunsichert....und seid dem geht es mir jeden Tag schlechter. Heute kann ich nicht Mal mehr was essen. Morgen gehen wir das erste Mal in eine Hundeschule. Ich hoffe das ich mich dort wohler fühle. Momentan geht es mir so das ich die Kleine Maus am liebsten zur Züchterin zurück bringen würde. Ich habe keine Kraft mehr für irgendwas. Ich fühle mich völlig leer, überfordert und habe schreckliche Angst.... ich habe das Gefühl es hört nie wieder auf. Und mein Kopf weiß das stimmt nicht aber, mein schlechtes Gefühl im Bauch, bekomme ich einfach nicht weg. Ich überlege schon zu einer Therapeutin zu gehen weil ich mich so elend fühle. Ich weiß einfach nicht mehr was ich machen soll ...lange kann ich das so nicht mehr aushalten. Über eine Antwort freue ich mich sehr.

    Liebe Grüße

  • #7

    Philip (Montag, 15 November 2021 14:31)

    Hey Zusammen,

    uns hats auch total erwischt. Ne kleine (eigentlich total brave und fleißige) Maus aus Ungarn, aus dem Tierschutz, ist vor einer Woche bei uns eingezogen.
    Wir haben wirklich überlegt, ob wir die Reißleine ziehen sollen, weil wir nur noch Bauschmerzen hatte und natürlich auch ein schlechtes Gewissen gegenüber der Kleinen haben.

    Ganz große Stütze ist meine Schwester. Sie hat Hundeerfahrung und unterstütz und super. Gerade weil die Arbeitssituation so scheiße ist, ist es ne wirklich Herausforderung. Zwei Wochen Urlaub waren geplant, einen Tag vor der Übergabe Urlaubssperre.... Pff, kein Problem, wir können sie ja mit in die Arbeit nehmen. Zu ihren neuen Freunden. Zack. Tierarzt bestätigt Giardien und Kokzidien, also hat sie quasi Quarantäne damit sich in der Firma keine anderen Vierbeiner anstecken.
    Jetzt müssen wir irgendwie schauen das immer jemand zuhause ist, obwohl das mit der aktuell Situation im Office (fast) unmöglich ist.

    Wir nehmen seit einer Woche konstant ab, haben keinen Appetit mehr. Netter Nebeneffekt, wir sind beide Raucher, das ist drastisch zurückgegangen. Yey!

    Am schlimmsten ist für mich, dass ich mich ihr gegenüber total unfair fühle. Sie macht ne harte Zeit durch. Alles ganz neu, dann diese scheiß Parasiten, dadurch auch direkt zwei Futterumstellungen.
    Ich denke an meinen Bauch, ob wir alles richtig gemacht haben, anstatt ihr die Sicherheit und Geborgenheit zu geben. Geben ihr wir natürlich, bzw. versuchen es, aber es fühlt sich zu wenig an.

    Ich bin glücklich, dass wir in der Situation nicht alleine sind. Sprechen darüber und jeder kann immer seine Bedenken aussprechen. Zusammen geht das. Alleine wäre ich der Situation nicht gewachsen.
    Auch bin ich glücklich, den Welpenblues gefunden zu haben. Quasi ne kleine Bestätigung, dass es normal sein kein und wir nicht die schlimmstmöglichen Eltern der Welt sind.

    Wir haben jetzt 8 Tage rum, ca. am 2. oder 3. Tag hats angefangen. Ich hoffe es bleibt bei 2-3 Wochen.

  • #8

    Claudia & Sophie (Montag, 15 November 2021 16:27)

    @Philip: Erstmal ganz herzlichen Glückwunsch zu Eurer kleinen Fellnase! Und nein - Ihr seid keine 'schlechten' Hundeeltern mit Euren ganzen Gefühlen, sondern ganz normal :-). Es ist nun mal eine riesige Umstellung mit so einem Hundebaby, da kann man sich vorher noch so gut darauf vorbereiten und Ratgeber wälzen. Und wenn dann auch noch gleich diese blöden Parasiten eine echte Herausforderung sind .... Da kommt wirklich eine ganze Menge zusammen! Gebt Euch und der Kleinen einfach noch Zeit, das wird alles bald ganz anders aussehen, spätestens wenn die Kleine mit ins Büro kann (was ja auch echt super ist - da macht nicht jeder Arbeitgeber mit ... ;-( ). Alle anderen 'Blues-Opfer' haben es auch geschafft - auch ich, obwohl ich damals auch total am Verzweifeln und mit den Nerven am Ende war. ;-) Je mehr man das Gefühlschaos akzeptiert, desto schneller hat man den Blues überstanden, wirklich! Jetzt ist auch erstmal wichtig, dass die Kleine wieder schnell gesund wird, und danach fängt die Hunde-Party erst so richtig an! :-)
    Gebt nicht auf, tut Euch mal was Gutes (es muss ja nicht gleich wieder öfter Rauchen sein :-) :-) :-) ), und vor allem - versucht, die Zeit mit dem Hundebaby so gut wie nur möglich zu genießen! Sie werden leider so schnell erwachsen, die Fellnasen ... ;-(
    Liebe Grüße und alles Gute für Euch wünschen

    Claudia & Sophie

  • #9

    Chris & Leo (Samstag, 20 November 2021 08:28)

    Vielen Dank für den Blog.
    Mir war nicht bewusst, dass es vielen Welpenbesitzern so geht wie uns.
    Wir sind mit den Nerven am Ende, die letzten 13 Nächte wenig geschlafen. Chaos zuhause (wo ich so Ordnung liebe und brauche).
    Wir arbeiten beide Zuhause, eigentlich das beste für Maxi (Yorkshire Terrier mit 12 Wochen), doch wir achten permanent auf den Kleinen, daher weniger konzentriert auf die Arbeit. Unser Maxi ist so ein lieber Hund, so clever, sensibel und kuschelt so dermaßen viel, dass es uns überwältigt.
    Ich hätte nie gedacht, die Verantwortung und die komplette Lebens-Routinen-Umstellung.
    Das alles hat uns so überfahren, wir mussten den kleinen zur Züchterin zurückbringen, ich habe so geweint ihn dort zurückzulassen, er hat uns so angeschaut was wir gerade machen. Die Züchterin hat uns gut zugeredet, Maxi kam immer wieder zu uns also wir dort waren… es war die Hölle für uns.
    Wir wissen wir können ihn wieder abholen, da er aktuell dort 10 Tage in Quarantäne bleiben muss. Ich vermisse den kleinen so sehr, denke sooo oft ihn, auch wenn die letzten 2 Wochen soooo anstrengend waren und denke immer wieder, schaffen wir das? Können wir unser Leben umstellen?
    Maxi machte vor Tage. Plötzlich kein Poo mehr, also zum Tierarzt, über 2 Tage, Röntgen, Schalluntersuchung, Schmerzmittel… es war eine Qual, für den Kleinen und auch für uns (auch aus monetärer Sicht).
    Nun spitzten wir hier, am Wochenende, mit dem Drang, hinzufahren und ihn abzuholen, aber auch wissend, die Ruhe die wir die letzten 2 Tage hatten, nicht mehr zu haben.
    Mir macht’s Spaß mit ihm rauszugehen, mit ihm zu spielen, ihm Nähe und Geborgenheit zu geben, auch der anderen Seite genieße ich gerade die volle Ruhe, keine Verantwortung zu haben.
    Uns gehts gut, große Wohnung in München, gute Jobs, keine Kinder mit unseren 45 Jahren, im Grunde Zeit haben wir, doch diese Verantwortung und Lebensumstellung - das haben wir uns nicht vorgestellt.
    Vielleicht kann uns jemand einen Rat geben? Danke.

  • #10

    Claudia & Sophie (Samstag, 20 November 2021 10:49)

    @Chris & Leo: Mensch, das klingt ja nach ordentlich Welpenblues! Aber: Wie Ihr ja selber schreibt, seht Ihr, dass Ihr auf gar keinen Fall allein seid mit Euren überwältigenden Gefühlen! Ich persönlich kann nur sagen, ich war voll in dem Thema drin (und fühlte mich als kompletter Versager und Vollidiot, weil ich offensichtlich die Einzige war, der es so ging) ... Und daher weiß ich auch, dass der Welpenblues wirklich nur eine Phase ist, die auch wieder vergeht! Im Nachhinein fragt man sich, warum man so nervös und angespannt war und die Welpenzeit nicht einfach genießen konnte - aber das ist hinterher natürlich auch leichter gesagt, als wenn man mittendrin steckt ;-). Fakt ist einfach, dass ein Welpe viel mehr wie ein menschliches Baby ist, als man als frischgebackene Hundeeltern so denkt. Die kleinen Fellnasen sind einfach noch keine 'fertigen' Hunde, sie müssen noch so viel lernen und Erfahrungen sammeln, die Routine muss sich noch einspielen (bei uns ist es inzwischen so, dass wir Sophie als Wecker bzw. Zeitschaltuhr nutzen können - sie liegt meistens +- 5 Minuten genau :-) ), sie haben so eine riesige Umstellung zu bewältigen mit neuer Umgebung, neuen Menschen, dafür ohne Mama und Geschwister .... Gebt Euch einfach alle zusammen mehr Zeit für die Umstellung! Ich persönlich finde, wenn man weiß, dass es nur eine kurze Phase ist, kann man besser damit umgehen - und dann sieht man nicht mehr nur den riesigen Berg an 'Verantwortung', 'nie mehr altes Leben', 'schaffen wir das überhaupt?' u.s.w.
    Wie Ihr ja selber schreibt, habt Ihr mit Maxie einen wirklich tollen Hund, und alle anderen Voraussetzungen für ein glückliches Mensch-Hund-Team sind auch gegeben, Gönnt Euch was Gutes, und denkt immer daran: Es ist nur eine Phase! Und die geht schneller vorbei, als man im tiefsten Welpen-Blues denkt ...
    Vielleicht kann Euch auch mein kleiner Ratgeber ein bisschen helfen und vor allem aufmuntern? Genau für solche Fälle haben Sophie und ich ihn geschrieben :-)!

    Liebe Grüße, alles Gute und - haltet durch! Der Blues geht schneller vorbei, wenn man ihn akzeptiert! Ihr könnt uns gerne auch mal ein Mail schreiben, wenn Ihr durch die dunkle Phase gegangen seid - wir freuen uns immer, wenn wieder ein Blues vorbei ist :-)

    Claudia & Sophie