· 

Welpenblues 2.0

Welpenblues

Dgdom@pixabay.com


Welpenblues 2.0 - 4 neue Tipps gegen den Blues

Die wilde Welpenzeit

Als ich vor fast genau einem Jahr den Blogbeitrag zum Thema ‚Welpenblues‘ schrieb, hatte ich keine Ahnung, wie viele Neu-Hundeeltern ebenfalls mit diesem Phänomen zu kämpfen haben.

 

Ich selber hatte in Sophies 'wilder Welpenzeit' ziemlich Schwierigkeiten, etwas über dieses Thema zu finden. In den gefühlt 5291 Ratgebern, die ich über Hundewunsch generell (‚Finde Deinen Seelenhund!‘), Züchtersuche, Welpenauswahl‚ Pflege und Ernährung, 1x1 der Welpenerziehung ('Alles total easy - zum gut erzogenen Hund in drei Tagen‘) etc. vorab auswendig lernte, war das Thema Welpenblues unterrepräsentiert.

Mit anderen Worten: nicht existent.

 

Die hübsch gemachten Büchlein zeigten auf Hochglanzpapier drollige Kerlchen, die auf vier Pfoten fröhlich (und selbstverständlich zu hundert Prozent stubenrein, beißgehemmt und absolut lernwillig) durch die Welt tapsten oder auf dem Schoß ihrer glücklichen Hundeeltern den Tag verschliefen. Kleinere Verständigungsprobleme ('Neeeeein, der Teppich ist nicht zum Lulu-Machen da! Neeeein, wir ziehen nicht an der Leine!') wurden basisdemokratisch zeitnah zur vollen Zufriedenheit beider Seiten gelöst.

Genau so wollte ich das auch.

Und dann zog Sophie und damit die Realität bei uns ein.

 

Die Folge: Welpenblues der Stufe zweieinhalb (von drei).

 

 

 

 

'Welpenblues? Aber ich bin doch weiß!'

 

Und wie ich den vielen lieben Zuschriften und Kommentaren (auf die ich leider, leider programmierungstechnisch nicht antworten kann) entnehme, die mich seit Veröffentlichen des Blogbeitrags erreichen, bin ich nicht die Einzige, der es so geht.

 

Und das tut mir echt leid, denn:


Keine Angst, es wird besser! Ganz bestimmt! Ihr packt das!

 

Deswegen noch mal für alle, die mir nicht persönlich per Mail geschrieben und die explizite Erlaubnis erteilt haben, dass ich ihnen antworten darf (ich lieeeebe die neue DSGVO, hatte ich das schon mal erwähnt?), hier der ultimative Mut-Macher:

 

Gib nicht auf!

 

Bestell Dir online die supergeilen Schuhe, die eigentlich viel zu teuer sind, schau Dir eine Folge Deiner Lieblingsserie an (oder zwei, falls Dich Deine Mini-Fellnase so lange in Ruhe lässt), gönn Dir dabei ein Gläschen Prosecco (oder ein Bier aus der Flasche), lass Dir ein Schaumbad ein, vergieß ein paar Tränchen, wenn Klein-Buddy wieder mal sein Häufchen mitten in die Küche gesetzt hat, aber auf alle Fälle:

 

Akzeptiere das Chaos!

 

 

Welpenzeit ist im Normalfall Ausnahmezeit.

 

Ein (menschliches) Baby stellt ja auch Dein Leben auf den Kopf – warum sollte es mit einem Hundebaby anders sein? Und gegenüber Kindern hat Deine Fellnase den klaren Vorteil, dass sie viel schneller groß, erwachsen und manchmal sogar richtig vernünftig wird. Gerade bei kleinen Hunderassen geht die Welpenzeit soooo schnell vorüber, und glaub mir, spätestens nach zwei Jahren wirst Du schniefend die Fotos mit Klein-Buddy und Mini-Milo angucken und Dir wünschen, nochmal die viel zu großen Pfoten streicheln zu können, oder das weiche Babyfell …

 

Ihr steht diese wilde Zeit zusammen durch! Wirklich! In ein paar Monaten ist alles (oder wenigstens das Meiste ;-) ) komplett vergessen, und Ihr werdet das Superteam, das Du Dir so sehr wünschst.

 

 

 

 

 

'Also, ich bin total gut im Vergessen ...'

Du bist nicht allein mit Deinen Sorgen, Ängsten, Gedanken à la ‚Wenn ich das gewusst hätte …‘ oder ‚So hab ich mir das aber nicht vorgestellt!‘.

Ich habe wirklich noch keine einzige frischgebackene Welpenmama (oder das männliche Pendant dazu) getroffen, die nach der ersten Woche nicht mit hängenden Schultern, dunklen Augenringen und knirschenden Zähnen hinter dem vierbeinigen Familienzuwachs hergerannt wäre.

 

Dagegen hilft nur eins: Durchhalten. Es wird besser, ganz bestimmt!  

 

Und für die Zwischenzeit gibt's hier nochmal 4 Extra-Tipps, wie Du den Welpenwahnsinn überstehst.

 

4 Extra-Tipps gegen den Welpenblues

Konzentriere Dich auf das Positive

 

Warum nochmal wuselt Dir da gerade so ein kleines Fellbündel zwischen den Füßen herum?

 

Weil Du Dich (hoffentlich!) nach langem Überlegen für ein neues Familienmitglied entschieden hast.

 

Weil Du für Dich, Deinen Partner, Deine Kinder ein sensibles, liebes, verschmustes, verspieltes, sportliches (oder nicht so sportliches) Lebewesen an der Seite haben willst.

 

Weil es einfach toll ist, ein so sensibles (oh ja!), intelligentes, menschenbezogenes Tier bei sich zu haben. Da kann kein Goldfisch mithalten, glaub mir.

 

Denk mal an die vielen wunderbaren Spaziergänge, die Ihr zusammen machen werdet (das Thema ‚Leinenführigkeit‘ lassen wir jetzt mal schön beiseite), die gemeinsamen Erlebnisse und kleinen und großen Abenteuer! An die vielen (Lern)Erfolge!

 

Und schau doch mal, wie lieb Dich der/die Kleine aus seinen riesigen Kulleraugen gerade in diesem Moment anguckt …

 

 

 

'Nicht böse sein! Guck doch mal, wie lieb ich guck!'

Free-Photos@pixabay.com

Hab nicht zu viel Angst vor der Verantwortung

Im Nachhinein gesehen hat mich persönlich das Thema ‚Verantwortung‘ ziemlich erdrückt, und dieses Thema kam auch in vielen Kommentaren auf.

 

Okay, ich geb’s zu: Die Vorstellung, die nächsten zehn, fünfzehn Jahre für so ein kleines Wesen verantwortlich zu sein, für es zu sorgen und mit ihm durch die Höhen und Tiefen des Alltags zu gehen, kann einem ganz schön Muffensausen bereiten.

 

Wie war das nochmal mit Spontanurlaub im Wellness-Hotel? Treffen mit Freunden im Restaurant, das keine Hunde erlaubt? Und wie oft muss so ein Hund eigentlich Gassi??? Wo nehm ich bloß die Zeit her …

 

Ja, die Fragen kommen, und auch wenn man noch so viele davon im Vorfeld (hoffentlich) locker beantwortet hat – wenn die Fellnase dann im Haus ist, sieht es nochmal ganz anders aus.

 

Da entpuppen sich Familienmitglieder, die als Hundesitter eingeplant waren, plötzlich als allergisch gegen Tierhaare oder die Nachbarn als kynophob (auf gut deutsch: fürchten sich extrem vor Hunden). Wenn’s aus Kübeln schüttet und der Wetterdienst vor Orkanböen warnt, macht der Gassigang definitiv keinen Spaß, und alle zwei Minuten bekommt man eine Werbung für die megagünstige Flugreise nach Kuba.

 

Aber: 

 

Es gibt für alles eine Lösung.

 

Wir haben eine tolle Hundesitterin gefunden, bei der Sophie total happy ist. Die Nachbarn haben sich von unserem Mäuschen charmant um den kleinen Finger (bzw. die kleine Kralle) wickeln lassen, als sie Sophie in Ruhe näher kennenlernten. Gegen Schietwetter hilft die richtige Kleidung und Gummistiefel – und die Aussicht auf einen heißen Glühwein hinterher.

 

Also, nur Mut.

 

 

 

 

Alles eine Frage der richtigen Einstellung ...

Versetze Dich in die Lage Deiner kleinen Fellnase

Darüber hatte ich schon in meinem ersten Blog-Beitrag zu diesem Thema einiges erzählt.

 

Wenn es bei Dir wirklich drunter und drüber geht, wäre es bestimmt hilfreich, wenn Du auch mal Euren gemeinsamen Tagesablauf checkst.

 

Wieviel Ruhezeit bekommt Dein Hundebaby?

 

Kann es sich wirklich ungestört an einen Platz zurückziehen, wo es sich wohl und sicher fühlt? Gerade in einem Haushalt mit (kleinen) Kindern herrscht oft ganz schön Wirbel. Was für Dich normal und problemlos ist, kann für Deine Fellnase schon viel zu laut und zu unruhig sein.

 

Wir merken es Sophie immer noch an, wenn wir mal Besuch hatten oder irgendwo mit ihr zu Besuch waren. Am nächsten Tag hat Madame immer Migräne ... :-) 

 

Gib Deinem Welpen die Chance, alle neuen Eindrücke, die auf ihn einstürmen, in Ruhe zu verarbeiten. Auch wenn Klein-Buddy am wildesten mittobt und offenbar gar nicht genug vom Rennen und Springen bekommen kann … In seinem Gehirn geht es mindestens genauso wild zu.

 

Beobachte Dich und vor allem Deine Körpersprache

Okay, schwieriges Thema.

 

Wir Menschen sind hauptsächlich darauf gedrillt, mit Sprache zu kommunizieren. Der Rest läuft (meistens) im Unterbewusstsein ab. Wir erkennen an dem hängenden Kopf und den runden Schultern des anderen, dass es ihm offensichtlich nicht supertoll geht. Ob seine Mundwinkel dabei zucken, die rechte Fußspitze wippt oder sein Ohrläppchen anderthalb Millimeter tiefer hängt als sonst, übersehen wir im Normalfall.

 

Deine Mini-Fellnase hat schon nach den ersten vier oder fünf Lebenswochen gelernt, auf kleine Nuancen der Körperhaltung zu achten – und sie verfeinert diese Fähigkeit mit jedem Tag.

 

Wer’s nicht glaubt, darf gerne mal beobachten, wie unser Dickköpfchen Sophie auf die Trainerin reagiert. Da reicht eine hochgezogene Augenbraue und eine winzige Verlagerung des Oberkörpers nach vorne, und Madame ist total beeindruckt. So sehr, dass sie sogar das Superleckerli auf der Straße liegen lässt. Superhero-Herrchen und ich üben das mit der Augenbraue übrigens noch …

 

Also, auch wenn es Dir nicht bewusst ist: Du sendest ständig Signale. Und Dein Welpe weiß sehr schnell, was hochgezogene Schultern und verkrampfte Hände bedeuten. Aber er weiß nicht, warum Du genau in dieser Haltung vor dem wunderschönen Häufchen Poo stehst, das er gerade in liebevoller Kleinarbeit auf dem Wohnzimmerteppich platziert hat. Seine Hundemama hat ihm bis vor kurzem dafür noch zärtlich den Poppes abgeleckt, und Du tust so, als hätte er Dir Deinen Lieblingsknochen gemopst.

 

 

 

 

'Dabei hab ich doch soooo ein schönes Poo gemacht ...'

 JACLOU_DL@pixabay.com

Probier doch mal, auf Deinen Körper zu achten. Überleg Dir, wie Deine Haltung auf das winzige Häufchen Hund zu Deinen Füßen wirkt.

Beugst Du Dich so weit über ihn, dass er Angst bekommt?

Sind Deine Bewegungen schnell, fast hektisch?

 

Vielleicht kannst Du Dir mal Videos beispielsweise auf Youtube ansehen, in denen richtig gute Agility- oder Obedience-Teams auftreten. Bei den (menschlichen) Profis wirst Du bestimmt die klare, genaue Körpersprache entdecken, wenn Du darauf achtest. Und je klarer und genauer Du mit Deinem Körper kommunizierst, desto besser versteht Dich auch Dein Welpe.

Ich weiß, das fällt schwer. Vor allem, wenn das wunderschöne Häufchen Poo auf dem Teppich so bestialisch stinkt …

 

Aber versuch’s doch mal mit dieser kleinen Übung: lächle Deinen Hund an. Am besten anfangs mit geschlossenen Lippen – sonst denkt Dein Welpe noch, Du zeigst ihm Deine Reißzähne …

 

 

 

'Das schönste Lächeln hab aber ich, oder?'

Also, nochmal: lass Dich vom Welpenblues nicht unterkriegen.

 

Es ist eine aufregende Zeit für alle Beteiligten, auch für Deine Fellnase! Vergleich Dich (und Deinen Welpen) nicht mit anderen. Ihr habt Euer ganz eigenes Tempo, zu einem supertollen Team zu werden. Ein Hund ist ein Lebewesen mit ganz individuellem Charakter – aber genau das macht es doch auch so wunderbar, eine Fellnase an seiner Seite zu haben, oder?

 

In diesem Sinne: Kopf hoch, Augen zu und ab durch die wilde Welpenzeit! Spätestens in ein paar Monaten sieht die Welt für Euch viel schöner aus.

 

Ganz bestimmt.

 

 

 

Und Ihr werdet ein Superteam.

Seaq68@pixabay.com

So, ich hoffe, mein Update zum Thema Welpenblues konnte Dich ein bisschen beruhigen.

 

Ich freue mich sehr, wenn Du mir Deine Erfahrungen berichtest oder einfach nur mal alles loswerden willst, was Dich (und Deinen Welpen) gerade so bedrückt. Leider kann ich auf Deinen Kommentar nicht direkt reagieren, aber wenn Du Sophie und mir ein Mail an kontakt@der-kleine-hundeblog.de schreibst und das Okay gibst, dass wir Dir antworten dürfen, tun wir das natürlich gerne!

 

Herzliche Grüße und alles Gute für Dich und Deine Fellnase,  


Oh, und bevor Du gehst ... Hast Du Dich schon durch unsere anderen Blogbeiträge gelesen?

 

Und wenn Du Dich beim Erinnerungsservice anmeldest, erhältst Du sogar immer eine Info, wenn wir wieder einen Beitrag verfasst haben. Ist das nicht cool? :-)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0