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Hundefotografie für Dummies


Hundefotografie - eine echte Herausforderung

'Heute hab ich leider kein Foto für dich ...'

Okay, ich geb’s zu.

Ich wollte diesen kleinen Blogartikel im ersten Moment ‚Hundefotografie für Looser‘ nennen.

 

Genauso fühle ich mich nämlich, wenn’s ums Thema ‚Schöne Fotos von unserem Hund‘ geht. Wie ein Totalversager hinter der Kamera. Helmut Newton würde sich im Grab umdrehen, wenn er die Ergebnisse meiner Bemühungen sehen könnte.

 

Nicht, dass ich mich nicht anstrengen würde – ganz im Gegenteil. Vor meinem geistigen Auge entstehen in schönster Regelmäßigkeit wahre Kunstwerke. Sophie im Portrait, verschmitzt den Kopf schiefgelegt, Sophie auf der Wiese, mit Butterblumen flirtend, Sophie auf der Wanderung, charakterstark vorm Felsmassiv, Sophie verträumt im ersten Morgenlicht und melancholisch in der Abenddämmerung. Können wir alles, Sophie und ich. Vor meinem geistigen Auge.

 

Die Realität sieht leider anders aus. Und zwar so:

Bichon frisé Sophie, Hundefotografie

 

 

 

'Sitz, Sophie! Sitzzzzz, hab ich gesagt!'

 

 

 

Auch schön in verschneiter Winterlandschaft.

 

 

 

 

 

 

Toll in wilder Action ...

 

 

 

... oder verträumt auf der Sommerwiese (wo kommen jetzt die ganzen Schatten her, verdammt?)

Prima, nicht? Jedes Bild ein heißer Kandidat fürs 'Foto des Jahres' ... :-)

 

Ich könnte ja jetzt alles auf die fehlende Geduld unserer Bichon-Prinzessin schieben - beziehungsweise ihre Unfähigkeit, länger als anderthalb Mikrosekunden stillzuhalten, wenn sich jemand mit Fotografier-Absichten nähert.

 

Da ist sie nämlich ein echter Fuchs.

 

Egal ob lausiges Smartphone, pfiffige Systemkamera oder beeindruckende Spiegelreflex mit halbem Meter Objektiv vorne dran – unser Mäuschen erkennt eine Kamera, da sind wir immer noch überlegen, was das für ein Gerät ist.

 

Irgendwie müssen die Dinger mit einem für uns unhörbarem Akustiksignal ausgestattet sein: ‚Du Hund? Glaub ich nicht. Beweg dich mal! Ah ja … Doch Hund.‘

Und ich muss sagen, Sophie gibt immer ihr Bestes.

 

Aber alle Fotos mit verschwommenem weißen kleine Fleck auf verschwommenem grünen großen Fleck unter verschwommenem blauen großen Fleck nur auf Sophie zu schieben, wäre unfair.

Es geht nämlich auch anders.

 

Nämlich so:

 

 

 

Der Beweis: Auch kleine Hunde können Agi .. ;-)

@emma löwchen

Jahaaa, unser Mäuschen hochkonzentriert in Action, gestochen scharf, während des Agility-Turniers im Sommer.

 

Tolles Foto, was?

Finden wir auch.

Leider ist es nicht von uns (siehe Bildnachweis).

 

Aber was beweist es? Man kann unseren  Hund tatsächlich auch scharf und schön fotografieren – wenn man weiß, wie’s geht. Der Fotograf (nochmal ein herzliches Dankeschön, Pieter!) weiß es offensichtlich.

Ab zum Fotoprofi ...

Jetzt könnten wir es uns ja einfach machen.

 

Hund unter den Arm klemmen und ab zum Profi. Gut, es kostet ein paar Euro fuffzich, aber wenn man dafür so tolle Erinnerungen hat wie zum Beispiel dieses Foto von der lieben Marleen …

 

 

 

Der Oktopus hat's übrigens überlebt ... :-)

@ Marleen Güttinger

Nein, wir gehen gerne den harten, steinigen Weg, Superhero-Herrchen und ich.

 

Es nagt ganz schrecklich an unserem Ego, wenn wir was nicht können, was andere können. Hey, es handelt sich hier nicht um Hochseilakrobatik oder Wagners Wallküre einhändig auf dem Klavier, sondern um Fotos. Das kann doch nicht so schwer sein, ein nettes Bild von seinem Hund zu schießen, oder?

 

Doch, ist es.

Leider.

Wenigstens am Anfang.

Und mit dem falschen Equipment.

Haben oder nicht haben ...

Die Auswahl der richtigen Kamera für Hundefotografie

 

 

 

Mit der richtigen Kamera macht sogar Hundefotografie Spaß ...

SarahRichterArt@pixabay.com

Für unsere wunderschöne Norwegen-Kreuzfahrt im Winter letzten Jahres hatte ich mir nach langem Hin und Her DIE perfekte Systemkamera für die Reise zugelegt (also, wenigstens wurde sie im Internet als solche bezeichnet ...).

 

Ein dolles Ding.

 

Passt gerade noch so in die Jackentasche, und kann alles außer Kaffeekochen oder so ähnlich. Super Zoom, super Bildschärfe, super Videos in 4K-Qualität, super viele schöne Filter und Effekte – nur eines ist leider nicht super: die Geschwindigkeit, mit der sie auf ein Motiv scharfstellt. Bis man dem Schmuckstück per Displaytouch mitgeteilt hat, dass man den Hund - ja genau, den da vorne! - fotografieren möchte und das möglichst auch noch ordentlich, ist der Hund schon weg.

 

Wie gesagt, ich tippe da auf ein geheimes Akustiksignal.

 

 

 

Auch  bei -20 Grad immer dabei: die Kamera ...

Superhero-Herrchen hält ja von dem ganzen neumodischen Zeugs erstmal nicht viel.

 

Er schwört auf seine Spiegelreflexkamera, die uns jetzt auch schon viele Jahre in fast sämtliche Teile der Welt begleitet hat und uns weder in einem arktischen Schneesturm noch auf einer Kanufahrt durch den mittelamerikanischen Dschungel im Stich ließ (das war noch in der Prä-Sophie-Ära :-) ).

 

Und nachdem Sophie und ich im wahrsten Sinne des Wortes mit eingekniffenem Schwanz vom ersten Photoshooting heimkamen, glaube ich ihm.

 

Ohne Filter, ohne Effekte, schön manuell nachjustieren, falls das Automatik-Programm doch ein bisschen schwächelt.

 

 

Und das Schlimmste ist: Er macht wirklich die besseren Bilder …

 

 

 

'Ist ja auch mein Superhero-Herrchen!'

Tja, nach mehreren (frustrierenden) Versuchen mit der Systemkamera bin ich jetzt weichgekocht.

 

Auch wenn ich immer steif und fest behauptet habe, dass ich nieeee im Leben mit so einem schweren, unhandlichen Ding durch die Gegend latschen würde, hab ich’s jetzt doch getan.

 

Da ist es, das Schätzchen.

 

 

 

'Ist sie nicht wunderhübsch???' :-)

Okay, DSLR-Profis werden jetzt die Nase rümpfen.

 

Es ist tatsächlich ein gebrauchtes Einstiegsmodell, ohne klappbares Display oder Video-4K-Funktion. Aber ganz ehrlich: Als ich das Schätzchen ausgepackt hab, war ich stolz wie Bolle. Meine ERSTE Spiegelreflexkamera!

 

Gleich mal wild drauf los fotografiert (nein, die Bilder zeige ich jetzt wirklich nicht …), ohne Filter und Effekte und Sonderprogramme – und es hat richtig Spaß gemacht! Jetzt traue ich mich wirklich mal an das Projekt ‚Hundefotografie‘ ran!

 

Natürlich blieb es nicht bei der ‚neuen‘ Kamera. Helikopterfrauchen braucht dazu auch noch entsprechendes Lehrmaterial und hat den meterhohen Stapel der Hunde-Ratgeber schnell um ein Buch über Hundefotografie aufgestockt. Beim ersten Durchblättern habe ich auf Anhieb ein paar meiner ‚Kopfkino-Bilder‘ wiedererkannt. Das Buch sieht übrigens richtig hübsch aus und wird demnächst in einer Rezension auf diesem Blog von mir vorgestellt.

 

Jetzt heißt es aber erstmal lesen, und danach üben, üben, üben …

 

Ob wir uns verbessern, Sophie und ich? Ich halte Dich auf dem Laufenden!

 

Und wie sieht’s bei Dir aus? Bist Du schon ein richtiger Hundefoto-Profi? Fotografierst Du lieber mit der DSLR oder mit Bridge, System oder wie sie alle heißen? Hättest Du ein paar tolle Tipps für Sophie und mich? Schreib uns doch ein Mail und schick uns gerne auch ein Foto von Deiner Fellnase – wir freuen uns riesig auf Post!

 

P.S.: Sophie möchte noch anmerken, dass es gerne auch Bilder von richtig netten, hübschen Rüden sein dürfen … 

 

Alles Gute für Dich und Deine Fellnase und bis hoffentlich bald sagen

Bevor Du uns verlässt ...

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