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Big Business mit dem Big Business


Big Business mit dem Big Business

Das große Geschäft rund ums 'große Geschäft'

Heute dreht sich alles um sehr persönliches - um nicht zu sagen intimes - Thema. Es geht nämlich um ‚Das große Geschäft rund ums große Geschäft‘.

 

 

 

'Das ist mir jetzt doch ein bisschen peinlich ...'

@ Marleen Güttinger

Ist Dir schon mal aufgefallen, was für ein Riesentheater manche Hunde um ihr großes Geschäft machen? Da wird geschnüffelt, hingehockt, Po wieder angehoben, ein paar Schritte weitergetrippelt, wieder geschnüffelt, hingehockt – und wenn‘s gut läuft, ist ein paar Sekunden später der Hund glücklich und sein Herrchen bzw. Frauchen um einen gefüllten Poo-Beutel in der Hand reicher.

 

Kleiner Exkurs am Rande:

Jaaaa, ich gehöre auch zu denjenigen, die kaum etwas mehr hassen als diese stinkenden Häufchen am Wegesrand, direkt auf dem Gehsteig oder – mein absoluter Favorit – auf Kinderspielplätzen. Und jaaaa, ich kenne auch sämtliche tollen Ausreden anderer Hundehalter, warum sie nicht in der Lage sind, einen kleinen Beutel aus der Tasche zu ziehen, das Häufchen aufzusammeln und im nächsten Mülleimer zu entsorgen.

Ich bin mir aber sicher, Du als unser Lieblingsleser bist einer von den ‚Guten‘ ... :-)

 

 

 

'Schau mir mal gaaaaanz tief in die Augen ...'

Egal, wie sich Deine Fellnase bei der Geschäftsverrichtung anstellt - unsere Sophie toppt alles.

 

Sobald sich bei ihr ein entsprechendes verdauungstechnisches Produkt ankündigt, zieht Madame ihr Krönchen aus der Tasche und will ab sofort mit ‚Eure Hoheit‘ angesprochen werden. Beim ersten leichten Druckgefühl Richtung Enddarm sind sämtliche Erziehungsversuche vergessen und machen purem Egoismus Platz.

 

Majestät muss.

 

Alles andere muss warten.

 

Und alle anderen auch.

 

 

 

Lass Dir ruhig Zeit, Sophie ...

Nun ist es aber leider nicht so, dass sich das Prinzesschen nur in den kommenden sieben, acht Sekunden um ihr Geschäft kümmert, die bei normalen Hunden für Geschäfte dieser Art zeitlich anzusetzen sind.

 

Oh, nein.

 

Ab sofort ist nur noch eines wichtig: das perfekte Poo-Erlebnis.

 

Es soll Hunde geben, die können immer und überall. Darüber kann Sophie nur verächtlich die linke Augenbraue anheben (natürlich vorsichtig, damit das Krönchen nicht rutscht). Bei ihr geht die Sache Richtung Wellness-Poo. Rund ums große Geschäft muss alles stimmen.

 

 

 

 

''Wellness ohne Lavendel? Undenkbar!'

Die perfekte Basis fürs perfekte Geschäft

Die im wahrsten Sinne des Wortes gute Basis für ein perfektes Poo-Erlebnis ist natürlich – verständlich – die korrekte Unterlage.

 

Wenn man den Beweisen in Form von stinkenden Häufchen Glauben schenken darf, macht es für viele Hunde keinen Unterschied, ob sich gerade Asphalt, Waldweg, Wiese oder Spielplatzsand unter ihrem Hintern befindet. Wenn’s kommt, kommt’s.

Solche Anfängerfehler macht Sophie schon seit ihren Welpentagen nicht mehr. Seit sie kapiert hat, dass Helikopter-Frauchen über eine bräunliche Verzierung auf Parkett oder Flauschteppich nicht so wirklich erfreut ist, wird das Geschäft brav außerhalb der eigenen vier Wände erledigt.

 

Das hat für Helikopter-Frauchen übrigens extrem lange gedauert, und deswegen gibt’s in Kürze mal einen ausführlichen Extrabeitrag zum Thema 'Stubenreinheit'. Versprochen!

 

Nachdem also Parkett (übrigens: Nur Anfänger verlegen offenporiges, geöltes Parkett in Wohnräumen, wenn Hunde im Haus sind ...) und Flauschteppich (dito) von der Liste geflogen waren, musste sich Sophie einen neuen Lieblingsuntergrund suchen.

 

Die Wahl fiel auf – Überraschung – Gras.

Gras ist nicht gleich Gras

Aber Vorsicht! Gras ist nicht gleich Gras.

 

Es gibt kurzes Gras, längeres Gras, Gras mit stacheligen Halmen, weiches Gras, nasses Gras, angefeuchtetes Gras, trockenes Gras, zu trockenes Gras, Gras pur oder mit Wiesenblumen. Wie wir inzwischen herausgefunden haben, wünscht sich Madame für das perfekte Poo des Tages Gras in mittlerer Höhe, gerne kurz vor der Blüte, leicht angefeuchtet, aber nicht zu nass, mit rund dreißig Prozent Unkrautanteil (niedrigwachsend).

 

Und wehe, da hat irgendwann schon mal ein anderes Tier hingemacht! Auch wenn’s noch so sehr im Bäuchlein drückt und zwickt – die Suche beginnt von vorn.

 

 

 

'Igitt, da hat schon mal einer ein Poo gemacht! Hundert Pro!'

Wettertechnische Einflüsse

Wenn wir endlich ein Stückchen Wiese angesteuert haben, das Gnade unter Sophies strengem Blick findet, kommen die anderen Einflussfaktoren ins Spiel. Allem voran natürlich die aktuelle Wetterlage.

 

Es regnet? Sorry, dann gibt’s halt jetzt kein Poo.

 

Alles über Windstärke 2 (= leichte Brise) löst Nervosität aus.

 

Bis Windstärke 5 (= frischer Wind) schreitet Madame im Normalfall noch zur Tat - natürlich nur, wenn es nicht aus Nordost bläst.

 

Zwischen Windstärke 6 (= starker Wind) und 9 (= Sturm) wird es mehr als kritisch, und alles darüber geht gar nicht.

 

Wenn ich mir Sophies kleine Würstchen so ansehe und mir das ganze Prozedere bei schweren Sturmböen vorstelle, ist das vielleicht auch ganz gut so ... :-)

 

 

 

'Ich bin ja auch nur ein kleiner Hund ...'

Magnetische Felder

Bodenbelag und Wetter akzeptabel? Dann checkt das Mäuschen die Ausrichtung der magnetischen Felder.

 

So ganz haben wir noch nicht herausgefunden, ob sie sich am magnetischen oder am geopgraphischen Pol orientiert, aber sie erfühlt mit ihrem Hintern praktisch die winzigsten Abweichungen im Magnetfeld. Und damit sollte man nicht spaßen, findet Sophie.

 

Bei Wasseradern, Erdgasleitungen oder unterirdischen Telefonkabeln ist sie übrigens großzügig.

 

Wenigstens was.

Die Aussicht

 

 

 

'Hach, diese Aussicht ...'

Kommen wir zu Punkt 4 der unverzichtbaren Eigenschaften einer ordentlichen Poo-Stelle: die Aussicht.

 

Sophie ist nämlich ein Hund, der auf Optik äußerst viel Wert legt. Sie bevorzugt generell Steilhang (zwischen 25 bis 35 Grad) und freie Sicht auf mittelhohe Grasfläche, aufgelockerte Obstbaumwiesen und Mischwald am Horizont.

 

Reine Nadelwälder verursachen Verstopfung, und was Sophie beispielsweise in der norddeutschen Tiefebene zwischen Windrädern verdauungstechnisch abliefern würde, wollen wir gar nicht wissen.

 

So hat es doch sein Gutes, dass wir so weit von der Küste entfernt wohnen.

 

Trotzdem schade.

Keine Regel ohne Ausnahme

Wie so oft im Leben: Es gibt keine Regel ohne Ausnahme.

 

Alle strategischen Vorabplanungen werden von Sophies vegetativem Nervensystem über den Haufen geworfen, sobald sie sich in Gesellschaft befindet. Keine Ahnung, ob der Austausch mit Artgenossen bestimmte Darmbewegungen anregt oder sie sich lieber wie die alten Römer in Gesellschaft erleichtert – auf alle Fälle legt das Mäuschen nach etwa zweihundert Meter gemeinsam zurückgelegter Wegstrecke einen diskreten Zwischenstopp ein.

 

 

 

 

'Nicht gucken ...'!

Egal, ob kerzengerader Weg, mitten im Tannenwald oder direkt vor dem Ortschild – Sophie muss.

 

Nicht viel, aber immerhin.

 

 

Vielleicht will sie ihren Kumpels aber einfach nur zeigen, was für lustige Geräusche das Helikopter-Frauchen ausstößt, wenn es wieder mal diese verd... Poo-Beutel nicht auseinandergedröselt kriegt.

Der große Unterschied

Ob’s mit dem flüssigen Output auch so diffizil ist?

 

Nein, natürlich nicht. Der große Unterschied zum großen Geschäft ist, dass man das kleine immer und überall draußen machen kann.

 

Da kommt sogar mehr raus, als reingekommen ist – rein mengentechnisch. Sophie markiert, dass schüchterne Rüden in ihrer Gegenwart verzweifelt das Weite suchen. Kaum hat sie einen betörenden Geruch in der Nase (und den hat sie dauernd, sie ist schließlich ein Trüffelhund), wird – zack! – das linke Beinchen im perfekten 90-Grad-Winkel ausgefahren und eine flüssige Visitenkarte hinterlassen.

 

 

 

 

Sophies Visitenkarte :-)

 

Manche Hunderatgeber nennen so was ja ‚Dominanz-Verhalten‘.

 

Wir nennen es Blind Date.

 

So, und jetzt stupst mich Madame an und wünscht, auf der Stelle wenigstens in den Garten getragen zu werden.

 

Es ist schon über eine Stunde her, seit wir das letzte Mal zusammen nachgeschnüffelt haben, ob sich wenigstens Nachbars Katze in ihr Revier verirrt hat.

 

Wehe, wenn. Sophie kann aus dem Stand anderthalb Liter.

 

Mindestens.


Und wie sieht’s bei Deiner Fellnase aus? Kann sie immer und überall oder seid Ihr auch immer auf der Suche nach dem ‚perfekten Ort‘?

 

Schreib uns eine Mail an kontakt@der-kleine-Hundeblog.de oder hinterlasse noch besser gleich hier einen Kommentar! Du weißt ja: Sophie und ich freuen uns immer über Post. :-)

 

 

Alles Gute für Dich und Deine Fellnase, viel Spaß zusammen und bis bald sagen

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Kommentare: 2
  • #1

    Steffi (Dienstag, 08 Oktober 2019 09:46)

    Kleiner Tipp: Die Poo-Beutel "öffne" ich schon immer vor dem Spaziergang (gerne auch mal 10 Stück auf Vorrat), d.h. ich drehe sie auf links - dann sind sie sofort "vor Ort" einsetzbar ..

  • #2

    Claudia & Sophie (Dienstag, 08 Oktober 2019 17:22)

    @Steffi: Hallo und herzlichen Dank für den guten Tipp! Gerade jetzt, wenn man wieder kalte Finger hat, ist die Pfriemelei echt nervig ... Dann werde ich gleich mal in den Keller marschieren und ein paar 'Tüten drehen'! :-)
    Liebe Grüße auch an Deine Fellnase!