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Der braucht nur Liebe ... Wenn der eigene Hund angegriffen wird ...

©Alexas-Fotos@pixabay.com


'Der braucht einfach nur Liebe ...'

Tierliebe grenzenlos - mit tödlichen Folgen

Oder: Warum ich Martin Rütter nicht (mehr) verstehen kann

Wenn der eigene Hund angegriffen wird ...

Eigentlich wollte ich heute endlich einen meiner absoluten Herzenswunsch-Artikel präsentieren.

 

Er wartet quasi fix und fertig getippt nur darauf, im Blog-System hochgeladen zu werden - mit hübschen Weichzeichnerfotos von Sophie und allem Drum und Dran, was zu einem netten, kleinen Hundeblog-Artikel gehört, der niemandem wehtut und einfach ‚nur‘ gut unterhalten will (was übrigens schwerer ist, als es sich anhört).

 

Ich hab mir echt Mühe gegeben, denn es handelt sich wie gesagt um ein Thema, das mich täglich (besser gesagt: nächtlich) beschäftigt. Kleiner Spoiler: Es handelt sich um die Frage aller Fragen, die garantiert schon jedes Herrchen und Frauchen beantworten musste … 😁

 

 

'Soll ich Dir einen kleinen Tipp geben??? Es hat was mit Tabuzonen zu tun - und herrlich weichen Schlafplätzen für Fellnasen!' :-)

Tja, und dann machte ich am Sonntagabend einen Fehler: Ich schaltete den Fernseher ein.

 

Ich versuche ja im Moment, meinen Medienkonsum auf das Nötigste zu beschränken und nur solche Informationen an mich heranzulassen, wie ich persönlich wenigstens ein bisschen helfen kann – und das tue ich.

 

Nun ist es aber so, dass sonntags meistens eine ‚Hundesendung‘ im Fernsehen kommt. Und seitdem die Prinzessin bei uns Hof hält, reagiere ich auf sowas wie der sprichwörtliche Pawlow’sche Hund: Ich muss einfach dranbleiben und gucken, was passiert. Hoffentlich sabbere ich nicht dabei. 😬

 

So war’s dann auch gestern. Laut Programmzeitschrift irgendwas mit Rütter (den ich wirklich gerne sehe), irgendwas mit Welpen, irgendwas mit Hundeerziehung, also alles wunderbar harmlos und niedlich. Sprich: Richtig nette Unterhaltung für die ganze Familie.

 

Also schnell Superhero-Herrchen und Hund aufs Sofa zitiert und Popcorn, Schokolade und Hundekekse bereitgestellt.🍟 

 

'Von mir aus kann's losgehen!'

Die Freude hielt genau so lange, bis wir merkten, dass sich der zuständige Programmchef für eine Änderung entschieden hatte. Statt um putzige Hundebabys ging es um ‚Die Unvermittelbaren‘. Spoiler: Nomen est omen.

 

Okay, vielleicht passt das Thema 'Traumatisierte Hunde aus dem Tierschutz' etwas besser in die aktuelle (schlimme) Zeit, Hund ist schließlich Hund (ich fürchte, ich habe doch gesabbert), und vom Herrn Rütter kann man ja immer was lernen.

 

Gestern leider nicht. Wenigstens nicht in den zwanzig Minuten, die ich’s vorm Fernseher aushielt. (Randnotiz: Der Fairness halber habe ich mir die Sendung nochmals komplett im Stream angesehen. Mehr dazu siehe unten.)

 

Sorry, mein Nervenkostüm ist aus aktuellem Anlass extrem dünn (oder wie Superhero-Herrchen meint: Wo andere einen Geduldsfaden haben, befindet sich bei meiner Frau inzwischen die Zündschnur – joah, da hat er manchmal nicht ganz unrecht … 🥴).

 

Also bitte ich schon jetzt um Entschuldigung, falls ich irgendjemand gleich ordentlich auf den Schlips bzw. die Pfote trete. Aber es muss raus!

 

Eines noch vorab. Bitte nicht falsch verstehen: Es gibt bestimmt genauso viele große, muskulöse Hunde mit einem Lebendgewicht von – wie in dem gezeigten Fall – 66 Kilo, die absolut supernette, freundliche, sympathische Fellnasen sind, wie es auch kleine supernette, freundliche und sympathische Hunde gibt.

 

Und ja, es gibt auch kleine Giftzwerge. 🧙‍♂️ Wir begegnen des Öfteren welchen.

 

Aaaaaber … Der pöbelnde Mini-Mix, der knapp eine Handbreit über dem Erdboden seinen überdrehten Egotrip auslebt, ist zwar nervig, aber im Normalfall keine ernsthafte Gefahr für Leib und Leben anderer (Fellnasen).

 

Ganz anders sieht es aus, wenn ein unsozialisierter und unerzogener Hund von der Statur eines jungen Stiers in die Hände von Menschen gerät, die einfach – sorry, das muss jetzt sein – mit so einem Hund total überfordert sind. Und zwar schon allein rein physisch.

 

Wie, bitteschön, soll man denn einen Muskelprotz festhalten können, der mal knapp das gleiche Gewicht wie man selbst auf die Waage bringt? Der sich plötzlich auf einen anderen Hund stürzt – und ihn umbringt?

 

Ja, genau das ist passiert. Eine – ich zitiere Herrn Rütter – ‚Verkettung unglücklicher Umstände‘ hat dazu geführt, dass sich der Bernhardiner von der Leine losriss und gleich darauf ein kleiner Hund über die Regenbogenbrücke ging.

 

Herrchens lapidarer Kommentar dazu war übrigens ein flottes ‚Nehm ich auf meine Kappe‘.

 

Und Frauchen? Fand, dass es echt 'unfair' dem eigenen Hund gegenüber wäre, ihn ‚beim kleinsten Widerstand‘ wegzugeben. 

 

Joah, bitte mal auf der Zunge zergehen lassen. Da überlebt ein Hund die Begegnung mit einem anderen Hund nicht, und das Einzige, was Herrchen und Frauchen (und Herrn Rütter) dazu einfällt, ist der Hinweis auf eine ‚Verkettung unglücklicher Umstände‘? Da wird ein Vorfall, bei dem ein anderes Tier stirbt, als ‚kleinster Widerstand‘ bezeichnet?

 

Echt jetzt? Ist das wirklich euer Ernst?!?!

 

Und genau in diesem Moment startet bei mir wieder der Film, der mich seit dem 31. Dezember letzten Jahres verfolgt. Auch da riss sich ein Hund von der Größe einer Dänischen Dogge einfach mal schnell von seinem Herrchen los und pflückte mir Sophie direkt von der Leine (die übrigens ganz vorschriftsmäßig eng neben mir lief und absolut keinen Anlass für Randale gegeben hat).

 

Ich sehe Sophie immer noch durch die Luft fliegen, höre sie in Todesangst schreien, während sich der andere Hund wieder auf sie stürzt und sie am Genick packt. In solchen Momenten läuft alles in Mikro-Zeitlupe ab, und die Erinnerung spielt einem diese Augenblicke immer und immer wieder vor. Man fühlt sich so hilflos in diesen Momenten, möchte es einfach nicht wahrhaben, was man da gerade sieht …

 

Ob es der Halterin des getöteten Hundes auch so geht? Kann sie gut schlafen? Oder kommt immer wieder die Erinnerung an die tödliche Attacke hoch?

 

 

Ich will lieber schöne Erinnerungen mit Sophie ...

‚Der braucht einfach nur Liebe …‘

Ja, ich verstehe, dass viele Menschen auch Hunden mit einer schlimmen Vergangenheit und traumatischen Erlebnissen ein tolles, neues Zuhause geben wollen. Hier auf diesem Blog gibt es verschiedene, wunderbare Geschichten wie zum Beispiel diese oder diese darüber.

 

Aber wie kommt man, verdammt noch mal, auf die Idee, als kompletter Anfänger einen Hund bei sich aufzunehmen, der in seinem bisherigen Leben nur in einem Zwinger gehalten wurde, keinerlei Sozialkontakte zu anderen Hunden hatte und meinetwegen wie ein total knuffiger Bär aussieht, aber sich auch genau wie ein (wilder) Bär verhalten kann?

 

Nur weil er eine ‚schlechte Vergangenheit‘ hat und eine ‚zweite Chance‘ verdient?

 

Weil er ‚so nett aussieht‘?

 

Weil er ‚so lieb zu Menschen‘ ist?

 

(Bissige Bemerkung meinerseits: Frauchen erzählte an dieser Stelle ganz stolz, dass der Hund ‚ganz traurig geguckt‘ hat, als sie vor seiner Nase die Treppe runterfiel. Noch bissigere Bemerkung meinerseits: Dieser Hund hat die ganze Sendezeit über ‚ganz traurig geguckt‘.)

 

Akzeptiere ich alles.

 

Ich dürfte auch nicht in ein Tierheim gehen. Auch ich würde dort am liebsten jeden Hund unter den Arm klemmen und ihm ein tolles, neues Zuhause schenken. Aber ich weiß, dass es mehr dazu braucht als nur ein großes Herz, ganz viel Mitgefühl und eine XXL-Packung Taschentücher. Eine blöde Situation kann gerade mit schlecht sozialisierten Hunden ganz schnell passieren - und ja, oft ist daran der Mensch ‚schuld‘, weil er nicht schnell und vor allem nicht richtig reagiert hat.

 

Aber sorry, sobald ein anderes Lebewesen verletzt oder sogar getötet wird, bekommt das Ganze für mich eine andere Dimension.

  

Was wäre passiert, wenn der Hund nicht einen anderen Vierbeiner, sondern ein Kind angefallen hätte? Einen Radler vom Fahrrad gerammt? Einen Rentner auf seinem Sonntagsspaziergang umgerempelt und böse zu Fall gebracht?

 

Ist das dann auch eine ‚Verkettung unglücklicher Umstände‘, die Herrchen halt einfach mal schulterzuckend ‚auf seine Kappe‘ nimmt?

Sorry, Herr Rütter, aber ich bin nicht Ihrer Meinung!

Sorry, Herr Rütter, aber ich wäre nicht so schnell zu beruhigen gewesen wie die Dame, die ihren Hund verloren hat. Bei mir hätten Sie hinterher nicht anzurufen brauchen, wenn das Sophie passiert wäre. Von mir gäbe es keine schnelle Vergebung und ‚dritte Chance‘, die in einem einfachen Maulkorb besteht.

 

Warum trug der Hund nicht schon vor dem tödlichen Beißunfall einen, obwohl andere Trainer bereits davor gewarnt haben, dass die Hundehalter ihr neues Familienmitglied im wahrsten Sinne des Wortes nicht (fest)halten können und der Hund offensichtlich andere Fellnasen gerne mal sch... findet?

 

Und wer garantiert, dass der Maulkorb draußen ab jetzt auch wirklich immer getragen wird?

 

Dass es nicht zu einem ‚na ja, guck mal, wie lieb er guckt, da braucht er doch das blöde Ding nicht!‘ kommt?

 

Dass aus einer kleinen Ausnahme wieder ein gefährlicher Dauerzustand wird?

 

Dass es immer nur einen kleinen Hund erwischt und nicht mal ein kleines Kind?

 

Ja, ich weiß. Für erstaunlich viele Hundeliebhaber fängt ein richtiger Hund erst bei einem Lebendgewicht von 25 Kilo an. Je größer, desto toller. Kleine Fellnasen haben den Ruf weg, nur kläffende Fußhupen zu sein, mit denen man nichts anfangen kann – außer im Park alle anderen zu nerven. All diese Menschen dürfen gerne mal bei unserem Hundesportverein vorbeikommen und zuschauen, was auch kleine Hunde drauf haben 🦸‍♂️.

 

Jawohl, man kann (und muss!) auch kleine Hunde erziehen. Und das ist – ich spreche aus eigener Erfahrung 😎 – nicht mal so nebenher erledigt. Nur gut erzogene und sozialverträgliche Hunde machen Spaß, unabhängig von der Körpergröße.

 

Aber ein kleiner Hund hat bitteschön die gleiche Daseinsberechtigung wie ein großer. Es kann nicht sein, dass die Tatsache, dass die zarten Knöchelchen einer kleinen Fellnase schneller brechen als beispielsweise die eines ausgewachsenen Rottweilers, als ‚Verkettung unglücklicher Umstände‘ gilt.

 

Und dass die viel zitierte ‚schlechte Vergangenheit‘ eines großen Hundes mehr zählt als der Wunsch eines kleinen Hundes, den Gassigang im Park zu überleben.

Da werd‘ ich glatt zur Kampfsau …

Warum ich mich so aufrege?

 

Weil ich leider schon drei Mal in den letzten fünfeinhalb tollen Jahren erleben musste, wie schnell andere Hunde aus einer erstaunlich großen Entfernung zu einer Attacke auf Sophie ansetzten – und nein, sie hat wirklich keinen Grund dafür geliefert.

 

Ehrlich.

 

Außer vielleicht dem, dass sie klein, weiß und zurückhaltend gegenüber fremden Vier- und Zweibeinern ist.

 

Sobald’s in ihren Augen brenzlig werden könnte, schmeißt sie sich schon mal vorsorglich flach auf den Boden und winselt um Gnade. Zu ihrer Entschuldigung muss man fairerweise sagen, dass es als Kleinste unter fünf Mädels im Wurf wahrscheinlich von Geburt an die schlaueste Verhaltensweise war … 😁

 

 

'Da geh ich lieber gleich in Deckung ...'

© Marleen Güttinger

Meistens kapieren das die anderen Hunde. Und wer nicht, kriegt es inzwischen mit mir zu tun.

 

Genau wie dieser A…loch-Hund vor ein paar Wochen. Wer Sophie umbringen will, muss erstmal an mir vorbei – und an meinen spitzen Fingernägeln, die ich ohne Rücksicht auf Verluste einsetze, wenn’s darum geht, Sophie aus einem fremden Hundemaul zu operieren. Nur so als kleine Warnung an alle, die der Meinung sind, eine Attacke auf unseren Hund sei ja auch nur eine ‚Verkettung unglücklicher Umstände‘ … 😠

 

Das dazugehörige Herrchen hat übrigens tapfer ganz großen Abstand zu seinem Hund gelassen und sich mit einem gemurmelten ‚geht’s wieder?‘ schnell aus dem Staub gemacht, während ich Sophie untersuchte. Zum Glück blieb’s bei einem zerrupften Fell, blauen Flecken, einem Riesenschreck und einem (dank dicker Winterjacke) nur geschwollenen Handgelenk, weil der andere Hund meinte, auch mich mal probieren zu wollen.

 

Ich hab offensichtlich nicht geschmeckt. 😈

Wo hört Tierliebe auf und wo fängt (falsch gelebtes) Mitleid an?

Ich habe übrigens am nächsten Tag die Sendung nochmal in Ruhe gestreamt und versucht, die Geschichte als Ganzes richtig zu erfassen – und vielleicht das ein oder andere positive Element zu entdecken, das ich beim ersten Anschauen vor lauter ‚WTF?!?!‘ übersehen hatte.

 

Ich hab keines entdeckt.

 

Ganz im Gegenteil.

 

Wer meint, einen 66 kg-Koloss mit einer megadicken Krankenakte in einem Haus unterzubringen, das nur über eine steile, enge Treppe zu erreichen ist, hat meiner Meinung nach nicht wirklich die Sache zu Ende gedacht. Dass die zuständige Tierheim-Mitarbeiterin bei einem Hund in dieser Gewichtsklasse offensichtlich nicht mal so harmlose Fragen wie die nach der Wohnsituation stellt und den ‚Vor-Ort-Check‘ einfach ein paar Wochen nach der Vermittlung 'nachholt', macht das Ganze aus meiner Sicht nicht besser.

 

Natürlich ist es wunderschön, wenn ein Hund mit dieser schlimmen Vorgeschichte noch ein paar tolle Jahre in einem eigenen Zuhause erleben darf – aber warum wurde der Hund nicht zu erfahrenen Hundeeltern vermittelt, sondern zu absoluten Anfängern? Weil’s im Fernsehen so gut rüberkommt, wenn ganz viele Tränen der Rührung fließen und sich alle gegenseitig bestätigen, was sie Gutes für einen armen Hund tun?

    

Schade. Da hätte ich mir ein bisschen weniger Doku-Soap-Drama und etwas mehr Hundeliebe gewünscht. Und zwar eine, die nicht vor lauter Mitleid und ‚Ach, was sind wir heute wieder nett zu Tieren‘-Tränen die Realität ignoriert. Die bei einer (für kaputte Hundeknochen viel zu steilen) Haustreppe anfängt und bei einem toten kleinen Hund aufhört.

 

Es wird wohl ein bisschen dauern, bis ich mir wieder eine Sendung mit Ihnen anschauen kann, Herr Rütter. Ich verspüre im Moment da so einen 'kleinsten Widerstand' ... 😒


So, das waren just my two cents, wie man heutzutage so schön sagt. Offensichtlich sehe ich Probleme, wo andere keine sehen.

 

Ich bleib trotzdem bei meiner Meinung: Ein Hund ist nicht nur großäugige, schlappohrige, knuffige Deko. Und die Liebe zu einem Tier ist zwar Grundvoraussetzung für ein tolles gemeinsames Leben, aber nicht die einzige.

 

Was meinst Du? Schreib uns doch einen Kommentar, wie Du dieses Thema siehst – Sophie und ich freuen uns über jede nette Post!

 

In diesem Sinne, bleib gesund und alles Gute,

 

bis bald mit einem wieder etwas schöneren Blog-Thema!

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Kommentare: 10
  • #1

    hundes herrchen (Dienstag, 15 März 2022 19:04)

    ich stimme zu
    schade das kein Kind getötet wurde
    auf die Erklärung /Entschuldigung wäre ich gespannt

  • #2

    Claudia & Sophie (Mittwoch, 16 März 2022 08:00)

    @hundes herrchen: Na ja, ich bin ehrlich gesagt froh, dass KEIN Kind getötet wurde ... Aber auch ein Hund ist ein Lebewesen, das allen 'Verkettungen' zum Trotz sicher gerne noch ein bisschen weitergelebt hätte. Im Nachhinein finde ich es schade, dass man in der Sendung nichts über diese genannten 'Verkettungen' erfahren hat. Aber selbst wenn der kleine Hund vielleicht genau der nervige, winzige Kläffer war, den viele Leute vor Augen haben, wenn sie an kleine Hunderassen denken - es darf nicht sein, dass sowas unter Hunden 'final geregelt' wird ...
    Leider weiß ich aus eigener Erfahrung, dass manche Hunde einfach gerne mal losprügeln, selbst wenn es (aus menschlicher Sicht) keinen Grund für eine solche Aggression gibt. Und ein kleiner Hund oder Welpe ist halt einfach nicht so stabil gebaut, dass seine Knochen eine ordentliche Prügelei aushalten. Vor allem, wenn man so ein Schisshäschen wie unsere Sophie ist ... ;-)

  • #3

    Stephanie Boy (Mittwoch, 16 März 2022 09:19)

    Hi,
    ich stimme dir voll zu. Ich glaube aber, die Problematik trifft vor allem Kleine-Hunde-Halter, alle Freundinnen, die einen kleinen Hund haben, verstehen das Problem, alle Freundinnen mit großen Hunden eher nicht. Wir, Charly, mein Cavalier King Charles Spaniel, und ich wurden in den drei Jahren jetzt auch schon ca. 5x richtig attackiert.. Einmal habe ich sogar den anderen Hund am Halsband gepackt und von meinem Hund weggeschleudert.. Ich sage mir immer: Lieber gehe ich ins Krankenhaus, als dass mein Hund eine Not-OP bekommen muss. Also: Kommt nur her ich großen Randalierer!!

  • #4

    Claudia & Sophie (Mittwoch, 16 März 2022 10:08)

    Hi Stephanie,

    oh ja, viele Leute denken, 'die werden schon wissen, wann Schluss ist ...', wenn zwei (größere) Hunde miteinander rangeln. Oft geht's da ja richtig ruppig zur Sache, aber beide haben ihren Spaß dabei. Sophie hat sich schon in der Welpengruppe verdünnisiert, sobald zum 'allgemeinen Spielen' gerufen wurde :-) - sie mag sich einfach nicht mit anderen kloppen.

    Aber auch wir haben wie gesagt nicht nur etwas 'direktere' Spielaufforderungen ;-) erlebt, sondern echte Attacken, die sofort ans Genick gingen (sogar bei mir - ich hatte auch schon mal einen Schäferhund am Hals ;-( ). Und da will ich nicht abwarten, bis Sophie schwer oder vielleicht sogar tödlich verletzt wird - denn Packen und Herumschleudern eines kleineren Tieres ist kein Spiel!

    Wir wünschen Euch auf alle Fälle alles Gute und hoffentlich nie wieder so eine blöde Situation, viele Grüße von 'Mini' an 'Mini' ;-),

    Claudia & Sophie

  • #5

    Ari (Freitag, 08 Juli 2022 16:19)

    Hey :)
    ich teile deine Meinung uneingeschränkt. Beim lesen dachte ich mir allerdings durchgehend, dass ich keine Ahnung habe, wie ich am besten reagieren sollte, falls mein kleiner Stinker mal angegriffen wird.
    Ich fände es wirklich klasse, wenn du mal erzählen könntest, wie du es bisher so "gehandhabt" hast

  • #6

    Claudia & Sophie (Freitag, 08 Juli 2022)

    @Ari: vielen Dank für Deinen netten Kommentar! Hmmm, zum Glück gab es bisher nur drei Situationen, in denen Sophie richtig angegriffen wurde. Der Angriff erfolgte aber jedes Mal so schnell, dass ich gar nicht vorher reagieren konnte. In solchen 'Härtefällen' setzt bei mir das Denken aus ;-) - ich will nur noch Sophies Gesundheit bzw. Leben retten. Sprich: Ich werde zur 'Kampfsau' und sehe zu, dass ich den Angreifer ablenken kann. Bei allen drei Fällen war der Angreifer dann so perplex, dass er Sophie losgelassen hat. Viele (darf ich sagen 'verhaltensgestörte'?) Hunde packen ihre (kleineren) Opfer übrigens am Genick und versuchen, sie totzuschütteln. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass mir in diesem Fall alle Mittel recht sind: am Schwanz reißen, Fingernägel ins Fell rammen, am Fell reißen, mit der Faust draufhauen ... Hauptsache, der Angreifer lässt Sophie los. Dann natürlich den eigenen Hund sichern (ich nehme Sophie am liebsten auf die Schulter), und auf weitere Angriffe vorbereitet sein. Also, sich Groß machen, Anschreien, darauf gefasst sein, dass man den anderen Hund mit einem Bein abwehren muss ... Einfach alles, um den Angreifer aus dem Konzept zu bringen (und zu hoffen, dass Herrchen/Frauchen endlich einschreitet und ihren Satansbraten an die Leine nimmt). Man muss dann natürlich damit rechnen, selber angegriffen zu werden. Aber zusehen, wie der eigene Hund gekillt wird - neee, kann ich nicht!
    Es ist allerdings so, dass Sophie selber überhaupt nicht aggressiv ist oder pöbelt, ganz im Gegenteil. Wenn sie also angegriffen wird, dann weiß ich, dass ich es mit einem A*loch-Hund zu tun habe, der einfach Spaß am Verletzen oder sogar Töten hat. Daher meine extreme Reaktion ... ;-)
    Wenn ich merke, dass z.B. ein Hund drohend auf uns zukommt oder anderweitig seltsam bis aggressiv reagiert, bringe ich mich zwischen Sophie und den anderen Hund und blocke ganz klassisch ab: Ich mache mich groß, breite die Arme aus und bleibe ruhig. Im Normalfall reicht das, um den anderen Hund zum Nachdenken ;-) (und Ausweichen) zu bringen. Nicht nervös werden, Ruhe und Souveränität ausstrahlen, einfach nach dem Motto eines Türstehers vor der Nobeldisko ... ;-) Unsere Hundetrainerin hat immer eine Wasserflasche bei sich, mit der sie zu aufdringliche Hunde anspritzt, quasi als Erziehungsmaßnahme. Für mich ist das aber nichts ...
    Beste Grüße und immer viel Glück auf der Gassirunde wünschen

    Claudia & Sophie

  • #7

    Georg Kuntz (Dienstag, 16 August 2022 19:16)

    Ich habe so eine Sch....Situation erst in den letzten Tagen erlebt. Mein Westie, der friedlichste Hund, den man sich vorstellen kann ( er beschnuppert sogar Katzen und ist zu Kindern besonders rücksichtsvoll ) wurde von einem 35-40kg schweren Hund ( nicht an der Leine - und dass gehört massiv bestraft ) am Genick gepackt, bevor ich überhaupt reagieren konnte. Ich bin dann auf die Knie gegangen und habe Auge in Auge mit der Bestie ( das A-loch ist der Besitzer ) gekämpft - versucht sein Maul aufzureißen ( praktisch unmöglich ) mit der Kunststoffhalterung der Leine mit voller Wucht auf den Kopf gehauen - der Hund hat wahrscheinlich innerlich nur gelacht - und ihn angeschrieen, er soll meinen kleinen Westie endlich auslassen. Es dauerte Minuten, bis der Besitzer kam und den Hund wegrief oder -lockte, ich weiss es nicht mehr. Mein Westie hat diese Attacke sehr schwer verletzt überlebt, ist aber noch nicht über dem Berg. Der Besitzer wurde von der Polizei gestellt und hat diese noch beschimpft und sogar angegriffen. Damit handelt er sich natürlich eine satte Klage ein und muss zu den Klinikkosten ca. 2.000,00 € Schmerzensgeld und Kosten für die Angriffe auf die Beamten bezahlen. Ich hoffe, er lernt daraus - ausser er ist und bleibt ein unver-besserliches A-loch. Ich habe bzw. besser gesagt ich hatte bisher keine Angst vor großen Tieren - Tiere sind nämlich nie schuld, sondern immer die blöden Besitzer!!!!
    Mich interessiert dabei, wie ich mich hätte besser oder richtiger verhalten sollen. Ich weiss es nämlich nicht. Drohgebärde, Anschreien böse Schauen - das macht auf so einen Hund mit höchstem Adrenalin-Schub meiner Ansicht keinen Eindruck! Für Tipps bin jederzeit zu haben, wobei ich natürlich hoffe, dass ich so etwas nie mehr erleben muss.

  • #8

    Claudia & Sophie (Mittwoch, 17 August 2022 17:44)

    @Georg: Puh, ich brauchte jetzt echt ein paar Minuten, um Deine Story zu verdauen. Wie ich schon mehrfach erzählt habe, gab's auch für Sophie und mich mehrere unschöne Erlebnisse mit anderen (scheinbar aus dem Nichts) aggressiven Hunden - und dass wir bis jetzt nur mit ein paar blauen Flecken und einem ordentlichen Schreck davon gekommen sind, ist nur Glück. Sophie und ich drücken auf alle Fälle ganz fest die Daumen und Pfoten, dass es Euch beiden bald wieder richtig gut geht und vor allem Deine Fellnase mit dem Angriff klarkommt! Wenn ich es richtig verstanden habe, bekommt das A-loch (ich übernehme mal den wirklich passenden Namen für so eine Person) nur wegen dem Angriff auf die Polizisten eine Anzeige samt Aufforderung, Schmerzensgeld zu zahlen? Gibt es auch für Dich die Möglichkeit, den Angriff und das absolut unmögliche Verhalten des Hundehalters (genannt A-loch ;-) ) anzuzeigen? Meine große Hoffnung ist, dass bei Anzeigen aus mehreren 'Richtungen' die Behörde einschreitet und eine Prüfung vor Ort vornimmt - und den Hund in Gewahrsam nimmt. Das Duo sieht ja wirklich nach Dauer-Ärger aus ... :-( Wie gesagt, wir drücken Euch beiden die Daumen, dass Ihr diesem Typen nie mehr begegnen müsst und der Hund ein gutes Zuhause findet!
    Puh, jetzt aber zu Deiner Frage nach Tipps und Verhaltensregeln in solchen Extrem-Situationen ... Unter Kommentar #6 habe ich Ari ja schon ein bisschen was zu meiner eigenen Taktik erzählt. Das A und O ist für mich aber eigentlich, schon viel früher so zu agieren, dass es gar nicht (mehr) zu einem richtigen Angriff kommt. Wenn ich ein blödes Gefühl bei einem anderen Hund bekomme (und das bekomme ich immer öfter ;-( ) - bspw. dass er sich mordsmäßig vor uns aufplustert, Herrchen bzw. Frauchen komplett ignoriert ('Kommst du jetzt heeeer?') etc., spiele ich Türsteher vor der Nobeldisko. Ich mache mich groß, breite die Arme aus, und versuche, dem Hund schon allein durch eine strenge (nicht laute oder gar hysterische) Ansprache klarzumachen, dass er seinen Aggro-Trip woanders verwirklichen darf. Das hilft wirklich oft - sieht aber natürlich etwas komisch aus. Aber inzwischen ist es mir egal, was andere (überforderte Herrchens oder Frauchens) von mir denken. Hauptsache, ich muss Sophie nicht wieder aus fremden Hundegebissen herausoperieren. Denn wenn es mal wirklich soweit ist, dass der andere Hund zupackt, ist - wie Du schon sagst - jedes Wort oder jede Gebärde absolut wirkungslos. In diesem Moment geht's dann wirklich nur noch darum, das Leben der eigenen Fellnase zu retten, mit allen Mitteln, die man auf die Schnelle und in dem Schockmoment zur Hand hat. Deswegen höre ich inzwischen auf mein Bauchgefühl und reagiere für viele unverständlich schon sehr früh, um den anderen Hund von Sophie fernzuhalten.

    Denn: Ein gut sozialisierter Hund mit entsprechender Erziehung rauscht nicht in fremde, unbekannte Hunde rein! Nein, auch nicht nur mal 'zum Gucken' ...

    Ich hoffe wirklich, dass Ihr so eine schlimme Situation nie mehr erleben müsst! Alles Gute für Euch beide wünschen

    Claudia & Sophie

  • #9

    Georg Kuntz (Donnerstag, 18 August 2022 12:33)

    Die Chance so zu reagieren, wie Du es beschreibst, hatte ich leider nicht mehr. Ähnliche Situationen hatte ich schon mehrmals. Dann habe ich genauso reagiert und den angreifenden Hund vertrieben. In der Regel klappt es wohl, aber nicht, wenn der Hund auf Angriff und Töten getaktet ist. Dass mein Hund überlebt hat, war wohl auch Glück - so die Tierärztin - , denn ich habe alles versucht, meinen Balou aus den Zähnen des angreifenden Hundes zu bekommen. Der lässt aber in der Regel erst los, wenn er sein Opfer "erledigt" hat. Was mir auch empfohlen wurde - Wirkung unbekannt - den Hund mit Wasser anspritzen, wenn man z.B. eine Wasserpistole auf den Gassigang mitnimmt. Ob es wirkt, weiß ich natürlich nicht. Ein Versuch ist es wert. Ab ich verzichte natürlich lieber auf eine Wiederholung so eines Angriffs.
    Der Besitzer des angreifenden Hundes bekommt auf jeden Fall mehrer Anzeigen und muss den Hund evtl. abgeben, sollte dies der Staatsanwalt verlangen. Wenn der Besitzer versichert ist oder über Einkünfte verfügt, dann bekomme ich alles ersetzt, inklusive Schmerzensgeld. Bleibt also zu hoffen.
    Vielen Dank für die guten Wünsche. Georg

  • #10

    Claudia & Sophie (Donnerstag, 18 August 2022 14:13)

    @Georg: Ja, leider passieren viele Angriffe so schnell, dass man gar keine Möglichkeit mehr hat, vorab etwas zu 'klären'. Sophie ist bis jetzt dreimal richtig schlimm attackiert worden, und jedes Mal geschah es ohne 'Vorwarnung'. Die Idee mit der Wasserflasche (als 'Spritzwaffe') kenne ich von einer unserer Hundetrainerinnen, die selbst möglichst immer eine dabei hat. Sie führt zwei Malinois u.a. als Rettungshunde, hat also viel Hundeerfahrung und zwei sehr gut ausgebildete Hunde - und selbst sie muss schauen, wie sie ihre beiden Fellnasen vor Angriffen schützt ... Leider kann man doch nicht immer eine volle Wasserflasche 'schussbereit' im Anschlag haben, oder?!? ;-(
    Aber vielleicht hilft es Euch beiden zumindest jetzt in der ersten Zeit nach diesem Angriff, eine Wasserflasche dabei zu haben? Am besten eignen sich dafür diese Kunststoffflaschen mit Iso-Getränken, die diesen Trinkaufsatz für Sportler besitzen - damit kann man gezielt spritzen.
    Hoffentlich bleiben Euch künftig aber solche schlimmen Erfahrungen erspart! Alles Gute, und natürlich auch viel Erfolg bei der Polizei bzw. vor Gericht wünschen

    Claudia & Sophie