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Mein Hund pöbelt an der Leine - Tipps gegen Leinenagression

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Leinenagression: Wenn der Hund an der Leine Pöbelt

Oder: Gestatten, mein Name ist Rambo. Leinen-Rambo.

Der Leinen-Rambo

Freitagmorgen, kurz nach halb acht. Die Sonne scheint vom blauen Himmel, die Luft ist klar und frisch, die Vöglein zwitschern, die Häschen hoppeln, und Sophie ist nicht nur mit Trüffeln beschäftigt, sondern läuft auch mal ein paar Meter am Stück.

 

Herrlich.

 

Das Leben – vor allem das mit Hund – könnte nicht schöner sein.

 

Bis – ja, bis wir Rambo begegnen. Leinen-Rambo. Besser gesagt, Leinen-Rambine. 

 

'Gestatten? Rambo. Leinen-Rambo.'

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Leider weiß ich den richtigen Namen des Mischlings mittlerer Größe nicht, da sein Frauchen und ich uns nur mangelhaft verständigen können.

 

Denn Leinen-Rambine macht das, was sie – laut gebrüllter Erklärung ihrer menschlichen Begleitung – an der Leine immer  macht: Sie randaliert, sobald sie einen fremden Hund sieht. Besser gesagt, sie tobt, knurrt, geifert, schnappt, kreischt, windet sich hin und windet sich her, wirft uns sämtliche Hundeschimpfwörter an den Kopf, die sie kennt (und sie kennt eine ganze Menge), und lässt sich schließlich von ihrem Frauchen davonziehen. Am Halsband, nur auf den Hinterbeinen, außer sich vor Wut und Luftmangel. Quasi das Pendant zum Schwitzkastengriff, bestens bekannt von Militäreinsätzen totalitärer Regime. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn auch noch der gute, alte Elektroschocker zum Einsatz gekommen wäre.

 

Rambine tobt noch, als sie schon längst hinterm Horizont verschwunden ist, und Sophie und ich sehen uns an und zucken ratlos die Schultern.

 

Denn was uns beide so wundert, ist nicht unbedingt Leinen-Rambines brutal miese Laune, sondern die Tatsache, dass wir beide absolut keine Ahnung haben, warum sie die bei unserem Anblick bekommt.

 

Beim ersten Blickkontakt sind wir gute fünfzehn, zwanzig Meter entfernt, der Feldweg ist normal breit, und Sophie trottet gerade versehentlich brav neben mir im Fuß an der Leine, weil sie sich von einer exzessiven Schnüffelrunde am Waldrand erholen muss.

 

Aber das nützt uns nix. Kaum ist unser Bild durch die optischen Rezeptoren in Rambines Gehirn angekommen, erklärt sie uns den Krieg. Wie gesagt, von 0 auf 100 in weniger als einer Nanosekunde.

 

Und das an einem solch schönen, friedlichen Sommermorgen.

 

Respekt.

 

Sophie tut sofort das, was sie immer macht, wenn ihr einer (oder eine) blöd kommt: sie stellt sich tot. Sie gefriert zu einem weißen Etwas, das seine Pfötchen in den Boden rammt und keinen Schritt mehr weiter gehen will – was ich in solchen Fällen auch immer unterstütze. Möchte ich zu einem tobenden, zähnefletschenden Wahnsinnigen hingezerrt werden, der mir gerade verspricht, dass er meine Eingeweide um den nächsten Baum drapiert und mit meinen Knochen Mikado spielt?

 

Nein.

 

'Ich hab gar nix Schlimmes gemacht. Ehrenwort!'

Sophie und ich weichen also in eine kleine Lichtung am Wegrand aus und beobachten aus sicherer Entfernung, wie Rambine in entwürdigender Haltung auf den Hinterbeinen an uns vorbeigezerrt wird.

 

Ich bin mir sicher, das hat ihrer Laune den Rest gegeben.

 

Selber schuld, Rambine.

 

Stellt sich die Frage, was da gerade schief gelaufen ist (abgesehen von einer Rambine auf wackeligen Hinterbeinchen) ...

Warum wird ein Hund zum Leinen-Pöbler?

Was ist eigentlich der Grund für Leinenaggression? Wo liegt das Problem, wenn ein Hund nur beim Anblick anderer Vierbeiner ausrastet?

 

Rambine ist nämlich leider kein Einzelfall. Wir haben mindestens noch einen anderen Rambo in der Nachbarschaft, der aus allen anderen Hunden Hackfleisch machen will. Bei seinem Schicksal als Kampfhund aus Käfighaltung (ja, Käfighaltung. In der Wohnung!)  kann ich mir denken, wo sein Problem liegt, und seine neue Familie tut alles, um ihm den Stress einer Begegnung auf vier Pfoten zu ersparen.

 

Was ich übrigens absolut fair finde – nicht nur ihrem Hund gegenüber, sondern auch allen anderen.

 

Da haben wir also schon mal den ersten möglichen Grund für einen aggressiven Hund:

Möglicher Grund Nr. 1: Die schlechte Kinderstube

Wie ist der Hund als Welpe sozialisiert worden?

 

Hatte er überhaupt positiven, ‚normalen‘ Kontakt mit anderen Welpen und erwachsenen Hunden?

 

Oder stammt er von einem sogenannten ‚Vermehrer‘, der einen Käfig (s.o.) als idealen Aufbewahrungsort für einen Welpen ansieht?

Möglicher Grund Nr. 2: Schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden

Und die kann ein Hund nicht nur im Welpenalter, sondern jederzeit machen.

 

Das ist vielleicht auch der Grund, warum gerade viele kleinere Fellnasen an der Leine ordentlich Rabatz machen. Wer einen Hund im Mini-Format hat, der von Hunden in der Retriever-Gewichtsklasse grundsätzlich (und sei es nur aus Versehen) stehend in die Wiese gerammt wird, weiß vielleicht, worauf ich hinaus will. 

 

'Dabei kann man doch auch so schön entspannt mit anderen Fellnasen schnüffeln ...'

 

Sophie hat daraus gelernt, fremden Hunden erstmal mit Vorsicht und Zurückhaltung zu begegnen (bzw. der Begegnung komplett aus dem Weg zu gehen). Ein anderer Hundecharakter lernt, dass besser er gleich mal eine dicke Lippe riskiert, siehe auch:  

Möglicher Grund Nr. 3: Schlechte Erfahrungen an der Leine generell

Jaaa, wir sind bei dem beliebten Thema ‚Leinenführigkeit‘ – beziehungsweise dem mehr oder weniger steinigen Weg dorthin.

 

Als direkt Betroffener kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, dass manche Hunde  - na, sagen wir mal – erziehungsresistenter sind, was das freudige ‚Bei Fuß laufen‘ betrifft. Schnell wird dann aus einem entspannten Spaziergang ungewollt ein Kampf an der Leine, mit Ziehen und Zerren in sämtliche Richtungen. Wenn der Hund mit der Leine schlechte Erlebnisse verknüpft, kann sie bei einer Hundebegegnung eben gerade der Tropfen sein, der das Fass der miesen Laune zum Überlaufen bringt.  

 

'Ich mag dieses blöde 'Bei Fuß' auch nicht.'

Möglicher Grund Nr. 4: Zu hoher Stresspegel

Hunde haben so feine Antennen und Gespür für Stimmungslagen, dass wir Sophie inzwischen den Lottoschein ausfüllen lassen. Theoretisch sollte ein Sensibelchen wie sie spielend in der Lage sein, künftige Ereignisse vorauszufühlen. Leider liegt bei ihr eine vererbte Zahlenschwäche vor, so dass wir immer noch keinen Sechser im Lotto gewonnen haben.

 

Trotzdem ist es echt erstaunlich, wie genau Hunde uns beobachten und vor allem unseren Stresspegel scannen. So startet ein Teufelskreis: Hundehalter erlebt eine schlechte Situation mit seinem Hund, Hundehalter wird nervös, Hund wird noch nervöser.

 

Und was passiert bei der nächsten, ähnlichen Situation?

 

Genau.

 

Was dazu führt, dass sich der Hundehalter schon verkrampft, wenn am Horizont das nächste mögliche vierbeinige Problem auftaucht – und die Fellnase lernt, dass es ja seinen Grund haben muss, wenn Herrchen oder Frauchen plötzlich Blut und Wasser schwitzen.

 

Also, Randale!  

Möglicher Grund Nr. 5: Starkes Selbstbewusstsein

Manche Hunde fühlen sich an der Leine richtig sicher, was ja auch seine guten Seiten hat – beispielsweise im Straßenverkehr oder in sonstigen stressigen Situationen.

 

Nur leider kann das gerade bei kleinen Hunden dazu führen, dass sie sich etwas zu sicher mit Herrchen oder Frauchen an der Hand beziehungsweise Leine fühlen.

 

Möglicher Grund Nr 6: Der Hund mag einfach manche Artgenossen nicht

Tja, auch das muss es geben: spontane Antipathie.

 

Vielleicht riecht der andere Hund blöd, oder der andere Hund ist ein Rüde, oder der andere Hund ist kein Rüde, oder der andere Hund wurde im vierten Haus des Jupiters geboren, als der Mond gerade total falsch zur Sonne stand.

 

Auch wir Menschen mögen nicht alle Zeitgenossen, oder? Wir versuchen eben im Normalfall nur, es uns nicht so deutlich anmerken zu lassen.

Was tun gegen Leinenaggression?

Okay, und was kann man tun, um aus dem pöbelnden Leinen-Rambo einen tiefenentspannten Anwärter auf den Hunde-Friedensnobelpreis zu machen?

Tipp 1: Betreibe Ursachenforschung

Solange Du nicht weißt, was hinter der Aggression Deines Hundes steckt, wird es schwierig, am richtigen Hebel anzusetzen.

 

Beobachte Deine Fellnase, wie sie wann reagiert.

 

Mag sie nur keine Rüden, Hunde mit weißem Fell, kleine Hunde etc. – oder geht der Terror schon los, wenn sich irgendwas Hundeähnliches am Horizont zeigt?

 

Gibt es einen bestimmten Abstand, ab wann es kritisch wird?

 

Besteht das Pöbel-Problem ausschließlich an der Leine? Vielleicht sogar nur an einem bestimmten Halsband/Geschirr?

 

Die Antworten auf diese Fragen sind auch wichtig für

Tipp 2: Hol Dir professionelle Hilfe

Ich bin ein echter Fan von direkter, professioneller Unterstützung durch Leute, die genügend Erfahrung und Sachverstand haben, um bei Problemen zwischen Mensch und Hund (bzw. hier zwischen Hund und Hund) individuell helfen können.

 

Ein guter Trainer (ich meine hier jedes Geschlecht – bitte nicht böse sein, die Sternchen-Orgie in Texten hasse ich einfach) hat einen unvoreingenommenen Blick auf Schwachstellen bei Hund und Mensch. Im optimalen Fall kannst Du mit ihm/ihr/es auch in einem eingezäunten Gelände risikolos mit einer vierbeinigen Testperson trainieren.

 

Mach dich schlau, wer sich in deiner Gegend einen guten Ruf erarbeitet hat – nicht jeder Hundetrainer ist für jedes Problem geeignet.

 

Frag Sophie, die hat auch erstmal ordentlich Trainer verschließen.  

Tipp 3: Überprüfe Dein Leinen-Handling

Wie schon oben erwähnt: Manchmal liegt der Kern des Übels einfach nur darin, dass Deine Fellnase die Leine mit irgendwas total Blödem verbindet.

 

Leinst Du sie praktisch nur dann an, wenn eine schwierige Situation auftaucht? Wenn der Hund seine Antipathie von der Leine (boah, wie ätzend, Spaß vorbei ...) auf andere Hunde überträgt (der Idiot ist schuld, dass ich nicht mehr über die Wiese toben darf), ist er auf dem besten Weg zum Leinen-Rambo.

 

Wie weit seid Ihr mit dem entspannten ‚Bei Fuß gehen‘?

 

Sieht der Hund die Leine nur als eine Art ‘Bestrafung‘? 

Tipp 4: Mit Ruhe und Abstand geht alles leichter …

Wie nervös und angespannt bist Du auf der Gassi-Runde, wenn sich eine direkte Hundebegegnung (oder eine andere kritische Begegnung wie beispielsweise mit Radfahrern, rennenden Kindern, Joggern, Wildtieren etc.) abzeichnet?

 

Hunde spüren Stimmungen und beobachten auch feinste Nuancen in unserem Gesicht, unserer Haltung oder unserer Stimmlage. Wenn Du nervös wirst, wird es Dein Hund auch. Je nach Temperament reagiert er ängstlich oder eben aggressiv.

 

Sollte Dein Hund erst ein kleiner Leinen-Rambo sein, hilft schon mal eine bewusste Änderung Deiner Körperhaltung und Deiner Einstellung. Kopf hoch, Brust raus – und versuch mal zu lächeln. Ja, noch ein bisschen mehr! :-) Der Hund, der Dir entgegenkommt, ist ein total netter Vierbeiner, und es wird kein Theater geben, weil Du und Dein Hund die Begegnung richtig gut meistert! Probier es ruhig mal aus …

 

Falls Du mit Deiner Fellnase in der Hundeschule warst, kennst Du es ja schon: Der Hund wird am besten auf der abgewandten Seite geführt, mit Dir und dem anderen Hundehalter als Art Puffer dazwischen. Sprich Deinen Hund ruhig dabei an (und lenke so seine Aufmerksamkeit vom anderen Hund weg).

 

Manche Hunde reagieren auch ziemlich empfindlich, wenn etwas oder jemand direkt auf sie zukommt. Auf engen Wegen lässt es sich nicht unbedingt vermeiden, aber wenn genügend Platz ist, hilft es, einen kleinen (oder größeren) Bogen zu laufen – oder auch einfach mal in einer Einbuchtung zu ‚verschwinden‘.

 

Diese Möglichkeit wird Dir wahrscheinlich auch als einzige bleiben, falls Dein Hund einfach nur bei einem ganz bestimmten Artgenossen ausrastet.

 

Wie gesagt, wir mögen ja auch nicht jeden.

Tipp 5: Komm, lass uns …

… was anderes machen als pöbeln! Das macht Spaß und gibt eine ganz tolle Belohnung ...

 

Wie wäre es mit einem fröhlichen ‚Sitz‘ (oder noch besser ‚Platz‘ – da müssen alle vier Pfoten was tun) stattdessen? Oder lieber etwas Kreativeres wie Pfötchen geben, durch die Beine im Slalom laufen (wird mit Leine natürlich etwas herausfordernder), High Five ... Irgendwas, wofür Dein Hund eine Riesenbelohnung bekommt – und gar nicht mehr mitkriegt, dass sein Todfeind gerade sabbernd vorbeigelotst wird.

 

Egal, für welches andere Verhalten Du Dich entscheidest, üb es mit viel Geduld und schrittchenweise erst daheim ohne Ablenkung. Für Deine Fellnase ist es eine Riesenaufgabe, statt pöbeln etwas anderes anzubieten (und es dann auch noch so lange durchzuhalten, bis die ‚Gefahr‘ vorüber ist).  

Tipp 5a: Die kleine Schwester vom Alternativverhalten: Komm, lass uns …

… was anderes machen als pöbeln! Du darfst mir das Stöckchen da vorne holen! Oh, guck mal, hab ich da ein Leckerli fallenlassen? Wie wär’s mit Balancieren auf dem umgestürzten Baumstamm?

 

Besser gesagt: Deine Fellnase darf etwas tun, was totaaaaal spannend ist – viel spannender als der blöde Pudelmix da vorne, dem man immer so gerne die Meinung geigt. Konzentrier Dich ganz auf Deinen Hund und beweis ihm, dass das Leben draußen aus sehr viel mehr besteht als nur Rumpöbeln.

 

Das löst zwar im ersten Schritt noch nicht das Hauptproblem, ist aber ein guter Einstieg für das Training von Tipp 5. 

Tipp 6: Andere Hunde sind ja gar nicht immer doof

Die kalorienreichere Version von Tipp 5 und 5a: Belohne Deinen Hund, sobald eine andere Fellnase in Sicht kommt und er noch nicht mit der Pöbelei angefangen hat.

 

Wenn Du es stimmlich mit einem Lob schafft, herzlichen Glückwunsch. Bei den allermeisten Fellnasen braucht es dazu etwas mehr – besser gesagt, das superdubertolle Leckerli. Leberwurst aus der Tube, getrocknete Fleischhäppchen, Käsewürfel – eben alles, was Deine Fellnase einfach megagenial findet (und was Du erstmal nur noch in dieser Situation rausrückst – es soll schließlich eine besondere Belohnung für ein besonders tolles Verhalten sein!).

 

Gib Deinem Hund am Anfang die Chance, so wenig Fehler wie möglich zu machen. Sprich, Du musst echt fix sein. Anderer Hund in weiter Ferne? Sofort Markerwort (wie bspw. ‚Guck mal‘, ‚Schau‘), rein mit dem Leckerli – und gleichzeitig abwenden/weggehen. Dein Hund darf gerne überrascht sein, wie spendabel Du bist. Dann arbeitest Du Dich Schritt für Schritt und Leckerli für Leckerli an dein Ziel heran. Irgendwann dreht Ihr nicht sofort ab, irgendwann werden die Abstände geringer – und irgendwann hat Deine Fellnase (hoffentlich) kapiert, dass ein anderer Hund in Sicht absolut vorteilhaft ist. Fremder Hund = wow, Belohnung.

 

Aber eben nur, wenn man ihn nicht anpöbelt.

 

'Ohne Pöbeln gibt's so viele tolle Begegnungen ...'

Du siehst, es gibt Möglichkeiten, mit Leinenaggression umzugehen – es wird nur leider nicht von heute auf morgen super.

 

Und es gibt leider auch viele Zeitgenossen, die ihren Hund grundsätzlich von der Leine nehmen und in andere reinrauschen lassen, egal, ob alle Betroffenen das wollen oder nicht.

  

Das macht es verdammt schwer, mit dem eigenen Hund in Ruhe zu trainieren.

Die gelbe Schleife

Kennst du schon die ‚gelbe Schleife‘ (beziehungsweise das gelbe Halstuch)?

 

Diese Aktion wurde 2012 in Schweden ins Leben gerufen: als Signal, dass der Hund keinen Kontakt (bzw. erst nach Absprache mit dem Hundehalter) möchte bzw. haben sollte.

 

Gründe dafür gibt’s genug: der Leinen-Pöbler im Training, Läufigkeit, Krankheiten bzw. frische Operationsnarben, ängstliche Hunde, die sich erstmal in Ruhe beschnüffeln wollen, kleine Hunde, die den spielerischen Tritt ins Kreuz nicht so dolle finden …

 

Ich persönlich muss zugeben, dass sie mir hier bei uns im Schwarzwald noch nicht (bewusst) aufgefallen ist – bei uns regelt man das noch akustisch. ‚Meine isch läufig!‘ ‚Macht nix, ich hen en Rüde, der isch net läufig!‘ (Ohne Spaß, ist mir während Sophies erster und letzter Läufigkeit selber passiert. Und es war auch kein Spaß, einen liebeshungrigen Labrador und eine mehr als willige Bichon-Prinzessin davon abzuhalten, mich vor meinen entsetzten Augen mal schnell zur unfreiwilligen Oma zu machen).

 

Und ich fürchte, Hundehalter, die ihren aufgeweckten Vierbeiner mit den fröhlichen Worten ‚Der tuuuut nix!‘ begleiten, während er in seine Artgenossen ungebremst reinbrettert, werden sich auch nicht von solchen Feinheiten wie einer gelben Schleife beeindrucken lassen.

 

Vielleicht sollte man sich auch eine Übung für diese Leute ausdenken. Sie mit Käsewürfeln bewerfen, wenn sie sich nähern.

 

Oder mit vollen Poo-Beuteln.

 

Dabei kann Leine doch richtig cool sein ... :-)

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So, jetzt sind wir aber gespannt, Sophie und ich.

 

Hast Du auch schon Erfahrungen mit Leinen-Rambos gemacht? Oder pöbelt Deine eigene Fellnase? Wie trainiert Ihr? Bitte, schreibt uns doch am besten gleich einen Kommentar – oder direkt ein Mail an kontakt@der-kleine-Hundeblog.de (w/DSGVO bitte nicht vergessen, uns zu erlauben, Dir auch per Mail antworten zu dürfen). Sophie und ich freuen uns sehr über Post!

 

Und falls Du einer von unseren Lieblingslesern werden willst, die exklusiv eine kurze Info per Mail erhalten, wenn wir wieder einen neuen Blogbeitrag veröffentlichen, dann trag Dich doch gleich hier ein! Kostet nix, tut nicht weh – und ist jederzeit wieder löschbar, falls du mal genug von Sophie und mir haben solltest. Was ja echt schade wäre ...

 

Hab eine wunderbare Zeit mit Deiner Fellnase, bleibt gesund und munter und genießt trotz Corona den Sommer!

  

Bis hoffentlich bald, herzliche Grüße von

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Kommentare: 4
  • #1

    Julius (Samstag, 11 Juli 2020 10:50)

    Warst du mit deinem Wauwau schonmal zusammen auf dem Sup-Board? Das ist eigentlich eine schöne Tour, doch leider jagen die Hunde dann häufig Wasservögeln nach und man fällt durch den Schwung ins Wasser! Haha, da zeigt sich aber wie wild die Vierbeiner werden können, mit oder ohne Leine. Auf jeden Fall ein super Beitrag! Julius von jetzt-nachhaltig.de

  • #2

    Christoph (Samstag, 11 Juli 2020 17:48)

    Da in unserer Gegend sehr viele Hunde leben, haben wir entsprechend viele Begegnungen mit Telmos Artgenossen. In welchem Verhältnis kann ich nicht sagen, aber es gab und gibt positive, negative und auch neutrale Begegnungen.

    Was mich am meisten ärgert sind die Hundehalter/Innen die der festen Überzeugung sind, Hunde entsprechen, bzw. haben in ihrem Verhalten einer Norm zu entsprechen. Laut dieser liebt jeder Hund jeden Artgenossen, er will immer und grundsätzlich spielen und ein Ball ist für jeden Hund sowieso das Größte. Ich habe sogar schon erlebt, das man der Auffassung ist, Hunde die nicht zu den Normhunden gehören, haben in unserer Gesellschaft nichts verloren.

    Ich möchte nicht falsch verstanden werden, aber ich glaube inzwischen, sehr viele Menschen haben einen Hund ohne sich je dafür interessiert zu haben, wie Hunde untereinander aber auch mit Menschen kommunizieren und was wie das Verhalten von Hunden bestimmt oder beeinflusst.

    Dein Beitrag wäre für viele dieser Halter eine gute Gelegenheit etwas zu lernen.

    Liebe Grüße vom Rhein, Christoph

  • #3

    Claudia & Sophie (Dienstag, 14 Juli 2020 15:15)

    @ Julius: Dankeschön! :-) Nein, leider ist Sophie überhaupt keine Wasserratte ... :-( Auf so ein Board würde ich sie leider nicht bekommen, obwohl ich auch mal Lust hätte, das auszuprobieren. Viel Spaß auf alle Fälle für Dich und Deine Fellnase!

  • #4

    Claudia & Sophie (Dienstag, 14 Juli 2020 15:19)

    @ Christoph: Erstmal vielen Dank für Deinen Kommentar! Ja, das Thema mit den 'Normhunden' kennen wir hier unten im Süden auch sehr gut. Gerade viele Hundehalter großer Fellnasen unterschätzen die Kraft und den Schwung ihrer Hunde - und überschätzen Sophies Knochendichte ... Dass Sophie wirklich nicht mit ihrem Hund spielen will, weil er ihr zu wild ist, verstehen viele Menschen nicht. Da bin ich dann der Stoffel, der seinen Hund an der Leine (!) weiterführt ...
    Liebe Grüße und einen dicken Knuddler für Telmo!