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4 Tipps, wie Du mit Hund gut durch den Winter kommst


4 Tipps, wie Du mit Hund gut durch den Winter kommst, oder ...

Bei so einem Wetter schickt man doch nicht mal einen Hund vor die Tür!

Bei so 'nem Wetter schickt man doch nicht mal 'nen Hund vor die Tür, hat meine Oma immer gesagt, wenn es meteorologisch drunter und drüber ging.

 

Und dabei hatte sie nicht mal einen Hund - aber Recht, finden Sophie und ich.

 

Seit fast vier Wochen geht es uns wie I-Aah, dem deprimierten Esel aus dem Winnie Puh-Buch – über uns hängt eine Regenwolke fest. Es ist nass und kalt und windig, und zwar so RICHTIG nass und kalt und windig. Die Wolken hängen tief über dem Wald, und wenn tatsächlich mal ganz kurz die Sonne durchbricht, wird sie sofort wieder von der nächsten Schlechtwetterfront in die Flucht geschlagen.

 

Sogar den Schneeglöckchen ist kalt ...

Inzwischen hat sich der Boden so mit Feuchtigkeit vollgesogen, dass wir nur noch auf asphaltierten Wegen gehen können – alles andere endet in einer Rutschpartie durch tiefen Matsch, der sich im Profil der Gummistiefel und vor allem in den Hundepfoten und dem Fell festbeißt.

 

Und das Anziehen erst ...

Bis Mütze, Schal, Mantel, Handschuhe und Stiefel endlich am Mann bzw. der Frau sind, dauert es gefühlt eine Viertelstunde – und das Ausziehen genauso lange.

 

Nö, momentan macht Gassi-Gehen absolut keinen Spaß.

 

Und wenn ich so durch den Sturm stapfe, eine mies gelaunte Bichon frisé-Prinzessin im Schlepptau, mit den Zähnen klappere und mir die Regentropfen aus den Augen wische, geistert mir immer wieder diese hässliche, kleine Frage durch den Kopf:

Hab ich mir das mit Hund so vorgestellt?

Nö, definitiv nicht.

 

In der monatelangen intensiven Planungs- und Vorbereitungsphase auf das große Abenteuer ‚Wir kriegen einen Hund!‘ hatte ich vor meinem geistigen Auge so eine Art Auenland, mit bunten Blumen, saftigen Wiesen und Dauersommer. Nur die fröhlichen kleinen Hobbits fehlten.

 

Wenn dann mal der Regen ans Fenster pladderte und der Sturm ums Haus pfiff, hab ich den Gedanken ‚Stell dir mal vor, du müsstest JETZT raus …‘ sofort verdrängt und mich wieder in die süßen Welpenfotos in den diversen Hunderatgebern vertieft. In solchen Büchern scheint immer die Sonne, schon bemerkt? Und alle haben total viel Spaß draußen, beim Rumtoben und brav an der Leine Gehen und Herrchen bzw. Frauchen Anschmachten ...

 

Sophie und ich haben gerade nicht so viel Spaß draußen, nicht mal im Garten, der gefühlt zehn Zentimeter unter Wasser steht.

 

Sophie tobt auch nicht so wirklich, sondern hat ihre Paradedisziplin ‚Trüffeln‘ zur neuen Meisterschaft gebracht. Sie trödelt und schnüffelt nicht mehr nur, sie erstarrt zur Salzsäule und hofft, wir vergessen irgendwann, dass wir einen Hund an der Leine haben, lassen das Ding einfach fallen und gehen heim.

 

Ich bin mir sicher, sie wäre trotzdem fünf Minuten vor uns an der Haustür.

 

 

'... und im Bett.'

Bewegung ist jetzt gerade echt nicht ihr Ding, und das merkt man leider spätestens auf der Waage.

 

Ja, bei Hund UND Frauchen.

 

Die einzige körperliche Ertüchtigung, die ich momentan habe, betrifft hauptsächlich die rechte Schultermuskulatur – die ist nämlich stark gefordert, einen unmotivierten Hund wenigstens zu ein paar Metern Gassi-Gang zu bewegen. Und auch wenn’s gleich nach Schleichwerbung klingt: Ich bin echt total begeistert von dem Leinensystem, das wir jetzt im Dauertest haben – der Magnetverschluss hält echt was aus! Und mit tiefgefrorenen Fingern in dicken Handschuhen lässt sich das Ding auch deutlich besser bedienen als ein normaler Karabinerhaken. So, Schleichwerbemodus aus. Ich hab ja auch nichts davon, ob Du Dir das Teil zulegst oder nicht ... :-)

 

Wir waren bei der Gewichtszunahme.

 

Ja, ich weiß, es liegt an dem plüschigen Winterfell, das sich Madame in weiser Voraussicht bereits im Herbst zugelegt hat. Nur deswegen geht auch das schicke Stoffmäntelchen nicht mehr zu, und nur deswegen mussten wir das Geschirr nochmal eine Nummer größer bestellen. Ja, unsere zarte Prinzessin läuft (= trüffelt) momentan in Größe M-L durch die Botanik. Passend für Labradore, Golden Retriever – und Bichon frisé-Fellmäuse.

 

'Ja, schon im Herbst hab ich meinen Haarwuchs aktiviert. Man weiß ja nie, wie schnell es kalt wird.'

Ach ja, das Fell.

 

Ein Trauerspiel.

 

Wie ist die Evolution bloß darauf gekommen, einem Hund solche Rastalocken zu verpassen, die schon beim Hingucken verfilzen? Keine Ahnung, ob es wirklich Bichons ohne Unterwolle gibt – Sophie hat davon reichlich. Einmal bei diesem Wetter draußen, und die Bürste ist überfordert. Selbst vorsichtig mit dem Mikrofaser-Tuch abtupfen ist schon zu viel des Guten. Bis Sophie halbwegs trocken ist, muss sie schon wieder raus zum Geschäftchen machen. Und ihre Korkenzieherlocken samt Unterwolle im feuchten Zustand zu kämmen oder bürsten, ist unmöglich.

 

Da hilft nur eins: Durchhalten bis zum nächsten Termin beim Hundefriseur. Na, der arme Mensch bekommt definitiv einen Schock, wenn er unseren Filzknödel zu Gesicht bekommt ...

 

Wie gesagt, Winter hatte ich mir mit Hund nicht vorgestellt. Schon gar nicht so einen.

 

Aber was meint denn eigentlich Sophie zu diesem Thema?

Hab ich mir das so mit Frauchen vorgestellt?

Nö.

 

Es. Ist. Furchtbar.

 

Echt.

 

Dauernd muss Frauchen raus, sogar wenn’s regnet – und ich muss mit. Und dann macht sie nicht mal ihr Geschäft. Wenn ich mir nicht wenigstens ein kleines Poo abringen würde, wäre der ganze Weg umsonst.

 

Noch schlimmer ist das Heimkommen. Als erstes werde ich in ein Handtuch eingewickelt und dann drückt Frauchen an mir rum wie eine Wahnsinnige. Am schlimmsten ist es, wenn sie ihren Anfall kriegt und mich in die Badewanne steckt.

 

Mich!

 

Unter laufendes Wasser!

 

'Wo kann ich mich beschweren?!?'

Und danach steckt sie mich in einen komischen rosa Bademantel und erklärt mir, wie wahnsinnig süüüüß ich aussehe.

 

Echt jetzt, das braucht kein Hund.

 

Nur die Creme, mit der sie mir hinterher meine Pfoten einschmiert, schmeckt lecker. Aber damit kann sie mich ja auch im Sommer verwöhnen, oder?

 

Ist das Winter oder kann das weg? Also, wegen mir sofort.

 

 

'Weckt mich, wenn's Frühling wird.'

4 Tipps, um gut mit Hund über den Winter zu kommen

Man soll ja immer aus jeder Situation das Beste machen, sagen die Motivationsratgeber. Auch aus dem Winter. Okay, dann hier also ein paar Ideen, wie man als Zwei- und Vierbeiner durch die schmuddelige Jahreszeit kommt.

Tipp #1: Man muss dem Hund Spaß am schlechten Wetter vermitteln!

'Man muss dem Hund halt einfach Spaß am schlechten Wetter vermitteln!' 

Das war der Ratschlag, den ich vor kurzem in einer der vielen Sendungen zum Thema ‚Hund & Erziehung‘ gesehen habe, die so pünktlich zum Wochenende über die Mattscheibe flimmern.

 

Hm, einfacher gesagt als getan, finde ich ... Ich hab nämlich selber überhaupt keinen Spaß an so einem Schietwetter. Wie soll ich meinen Hund motivieren, wenn ich zähneklappernd und fluchend durch den Matsch stapfe? Sorry, ich bin Autorin, keine Hollywood-Schauspielerin.

 

Mein Tipp lautet also eher: Lass den Hund (mit)entscheiden. Dein Labrador findet Regenpfützen genial zum Reinhüpfen? Prima. Probier’s mal mit Mithüpfen. Dein Aussie besteht auf seiner üblichen Runde von zwei Stunden +? Tut mir leid für Dich, aber es soll im Fachgeschäft für Tauchsport ja Neopren-Anzüge geben. :-) Dein Goldie liebt sein Bad im Schlamm? Wozu gibt’s daheim eine Badewanne ...

 

Für alle anderen: die Gassi-Runde darf auch mal 'ne Nummer kleiner ausfallen, denn -

Tipp #2: Auch im Haus kann man seine Fellnase auslasten!

  • Wie wär’s denn zum Beispiel mit einer Runde ‚Leckerli-Suchen‘? Darauf fährt zum Beispiel Sophie total ab (wen wundert’s). Das kann man natürlich Richtung ZOS (also Ziel-Objekt-Suche) ausbauen und richtig gute Nasenarbeit machen.

 

  • Dein Hund arbeitet nicht nur gerne mit der Nase, sondern auch mit Köpfchen? Wie wär’s mit ein paar neuen Tricks? Auf Youtube gibt’s eine Menge netter Anleitungen für sämtliche Größen und Altersstufen.

 

  • Sophie liebt übrigens auch mal eine Runde ‚Power-Ballspiel‘, wo sie sich richtig austobt. Das ist natürlich nichts für jeden Hund. Wir haben das Glück, dass Sophie trotz extremem Spielspaß sehr vorsichtig ist und nicht einfach nur blind hinter dem Ball herhetzt. Sie achtet immer darauf, nicht irgendwo dagegenzurempeln, und nach ein paar Minuten reicht’s ihr dann auch mal wieder. Sie hat definitiv kein Balljunkie-Gen in sich ... :-) Vielleicht mag Deine Fellnase lieber mal eine Runde Zergeln, oder Fangen-Spielen? Erlaubt ist, was müde macht. Deinen Hund - und Dich. :-)

 

  • Ach ja, wer gerne Agility macht (und ein schlossähnliches Anwesen oder zumindest einen riesigen Flur hat): Ich habe auch schon spezielle Indoor-Hindernisse aus Kunst- und Schaumstoff im Internet entdeckt. Da wir leider kein Schloss besitzen, bleibt’s bei uns leider beim normalen Agility-Parcours im Garten – wenn endlich wieder Frühling ist.

Tipp #3: (noch mehr) Zeit für Fellpflege und Co. einplanen

Wie schon erwähnt – eine Katastrophe bei uns. Jetzt hilft nur noch der Friseur – und bis dahin hin und wieder ein Schönheitsbad in lauwarmem Wasser mit ganz wenig Hundeshampoo Typ ‚sensitiv‘. Auch wenn Sophie baden hasst wie die Pest.


Generell gilt: Jetzt öfters mal ein paar Extra-Minuten für die Fellpflege einplanen - das kann man auch schön mit der Kuschel-Time verbinden ...

Was Sophie richtig toll findet: zarte Pfötchen. Ja, auch die empfindlichen Hundeballen freuen sich über eine Extra-Portion Pflege in Form von einer guten Creme oder einem Balsam. Ich gönne der Prinzessin jetzt öfters mal eine richtige ‚Pflegepackung‘ mit besonders viel Balsam und eine vorsichtigen Pfötchen-Massage.

 

Das gefällt nicht allen Hunden, ich weiß – aber es tut der rissigen, durch Split und Salz jetzt besonders beanspruchten Haut an den Ballen besonders gut.


Vielleicht lässt sich Deine Fellnase ja von ein bisschen Wellness überzeugen, wenn sie merkt, dass sie hinterher ein richtiges Samtpfötchen ist? :-)

Tipp #4: Es darf auch mal gechillt werden ...

Im Winter macht die Natur Pause. Das ist in unserer modernen Zeit natürlich nicht so einfach möglich, aber ein bisschen langsamer angehen lassen darf man es auch - vor allem die Fellnase. 

 

Wenn das Feuer im Kamin so schön prasselt und die ganze Familie auf dem Sofa zusammenkuschelt, haben sogar graue Winterabende ihre schönen Seiten. Und gemütlich mit auf dem Sofa lümmeln (oh, shocking!) oder im Körbchen liegen (bevor der Hund noch die Weltherrschaft übernimmt) findet doch bestimmt auch Deine Fellnase toll, stimmt’s? :-)

 

'Pst, nicht verraten. Ich darf sogar morgens mit im Bett kuscheln ...'

Wenn man denkt, es könnte nicht schlimmer kommen ...

... dann kommt es schlimmer.

 

Seit gestern haben wir nämlich auch noch Schnee. Oh nein, nicht diese hübschen, zarten, weißen Flöckchen, die so reizend vom Himmel herab schweben und die Landschaft in eine wunderbare Winterwelt verzaubern.

 

Was bei uns gerade vom Himmel runterdonnert, hat mehr Ähnlichkeit mit gefrorener Munition. Schrotkugeln auf Eisbasis, sozusagen. In Kombination mit den starken Böen, die vom tiefsten Schwarzwald her über uns hinwegfegen, eine echt gemeine Sache.

 

Sophie geht’s noch viel schlimmer als mir: Sie bekommt kaum ihre Knopfaugen auf, die nassen Locken klatschen an ihrer schweinchenrosa Haut fest, und spätestens nach hundert Metern humpelt sie nur noch, weil sich diese fiesen Eisklumpen an ihre Ballen festkleben. Schon mal versucht, das Zeug wieder loszuwerden? Selbst unser Turbo-Hundefön, den Sophie übrigens noch mehr hasst als Baden, ist überfordert. Ich war in Physik immer eine Niete, und ich weiß auch, warum. Mir will einfach nicht einleuchten, warum gefrorenes Wasser im Hundefell einen betonähnlichen Aggregatszustand annimmt und selbst unter massiver Warmlufteinwirkung diesen beibehält.

 

Ach ja, ich vermisse den Sommer, wirklich.

 

Apropos Sommer. Den wünsche ich jetzt mal vor allem uns Herrchen und Frauchen – und ich bin mir sicher, unsere Fellnasen haben auch genug vom Schietwetter. In diesem Sinne, halt durch, ich muss jetzt wieder raus. Schneeschippen.

 

Liebe Grüße, habt eine schöne Zeit und endlich wieder ein bisschen mehr Sonnenschein wünschen Dir und Deiner Fellnase

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